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Schneetreiben und Wolfsgeheul

Es liegt in der Natur der Dinge, dass das Schaf zu den Beutetieren des Wolfes gehört. Dafür wird er gejagt und verteufelt. In Deutschland galt er als ausgerottet, doch kehrt er jetzt wieder in unsere Wälder zurück. Er hat es sogar auf die Theaterbühne geschafft. „Ein Schaf fürs Leben” wurde von Stefan Wey nach dem Kinderbuch von Maritgen Matter und Anke Faust für das Puppentheater Gera inszeniert. Das Buch erhielt 2004 den Kinderbuchpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. „Mein Kind liebt diese Geschichte. Ich habe sie ihr mehrfach vorlesen müssen”, sagte eine Mutter zur Premiere. „Nun wollen wir sie auch auf der Bühne sehen”.

Was also ist dran an diesem „Schaf fürs Leben”? Die Autoren beschreiben eine außergewöhnliche Begegnung, die für so unterschiedlich Protagonisten wie Wolf und Schaf zur Freundschaft führt. Kann das sein? Die zauberhafte Inszenierung mit den zwei Puppenspielerinnen Marcella von Jan (Wolf) und Lys Schubert (Schaf) lässt die Frage zu, die der Zuschauer für sich beantworten kann. Er erlebt die Geschichte in einer großartigen Winterwelt mit schneebedeckten Tannenbäumen, heulendem Wind, der die Schneeflocken tanzen läßt, leuchtenden Sternen, Mondsichel und Hügel in der Ferne, mit Schafstall, Wolfsbaracke, Rodelschlitten und viel glitzerndem Schnee. Christian Werdin gab damit als neuer Ausstatter sein Debut. Er gestaltete auch die großartig anzusehenden Puppen, für die Marita Bachmaier die Kostüme schuf.

Wolfs Magen knurrt schrecklich. Er hat Hunger und äußerst schlechte Laune. Er stapft durch den Winterwald und entdeckt das Schaf in seinem Stall als willkommene Beute. Aber das Schaf freut sich über den unbekannten Besucher, bietet ihm Brot, Körner und Heu an, worüber sich Wolf nur schüttelt. Um das Schaf aus seiner Unterkunft zu locken, verspricht er ganz der große Verführer gemeinsame Abenteuer zu erleben. Das naive Schäfchen wiederum glaubt, an dem Ort „Erfahrung” zu gelangen, und beide rodeln mit dem Schlitten los. Wolf kann sich dem munteren Geplapper und dem uneigennützigen Vertrauen von Schaf nicht entziehen. Dann bricht Wolf im Eis ein, kann Schaf ihn retten? Wenn ja, wird es Wolf ihm danken?

Der Regisseur lässt die Geschichte nie langweilig werden, er treibt sie voran und gibt auch den beiden Spielerinnen alle Möglichkeiten, die Details mit Stimme und Puppenführung hervor zu heben und die Poesie, aber auch den Gruseleffekt und die Komik in der Handlung auf gekonnte Weise darzustellen. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten. Das Stück ist für Menschen ab vier Jahre geeignet, aber auch die Erwachsenen werden ihre Freude daran haben.

(Nächste Vorstellungen: 5. Dezember, 15 Uhr, 6. Dezember, 10 Uhr, 15., 16. und 17. Dezember, 10 Uhr, 19. Dezember, 15 Uhr, 20., 22., 23. und 27. Dezember, 10 Uhr.)

( Helga Schubert, 05.12.2015 )

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