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Ministerpräsident Ramelow zu Besuch

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow besuchte am 20. November Gera und führte gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn Gespräche zu aktuellen kommunalpolitischen und wirtschaftlichen Fragen. Stationen der achtstündigen Visite waren das Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608, wo er vom Mädchenchor musikalisch begrüßt wurde, Brendel’s Buchhandlung, die von der Thüringer Unternehmerin des Jahres, Rosemarie Züge-Gutsche, geführt wird, das Schuhhaus Lobert, das Freifunkprojekt am Geraer Marktplatz, eine Gesprächsrunde mit Handwerksinnungsobermeistern in der Staatlichen Berufsbildenden Schule Technik, der Tierpark mit der erneuerten Känguruanlage sowie der Besichtigung des Rothirschgeheges und der Parkeisenbahn, ein Baustellenbesuch im Tinzer Schloss der Berufsakademie, eine Besichtigung des Druckhauses Gera sowie ein Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden und dem Vorsitzenden des Stadtrates zu aktuellen Themen und die Eintragung ins Goldene Buch der Stadt Gera.

In einem Pressegespräch bekundete Ministerpräsident Ramelow Unterstützung für das Schulbauprojekt Campus Rutheneum, das im Sommer in das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ aufgenommen wurde. „Jeder Cent, der in das Rutheneum gesteckt wird, ist für die Zukunft gut angelegtes Geld“, erklärte der Regierungschef. Oberbürgermeisterin Dr. Hahn erläuterte das Vorhaben, mit dem für alle Schüler und Lehrer dieses Gymnasium zeitgemäße Lern- und Lehrbedingungen geschaffen werden sollen. „Gera ist der Impulsgeber im Ostthüringer Raum“, schätzt Ministerpräsident Ramelow die jüngste Entwicklung der Stadt ein. „Gera hat mit der Buga viel Push von außen erfahren. Jetzt müssen wir den Push von innen hinkriegen. Gera braucht ein größeres Maß an Ausstrahlung“, äußerte er – ein Fingerzeig fürs Stadtmarketing. Die Stadt müsse sich auch trauen zu sagen, dass sie wieder einen Einwohnerzuwachs haben wolle.

In der digitalen Welt nimmt Gera bereits Fahrt auf, verwies Bodo Ramelow auf das Freifunkprojekt. „Da hängt meine schöne Staatskanzlei noch Jahrhunderte zurück“, so sein Vergleich. „Gera treibt hier, ist Trendsetzer für Thüringen“, erklärte der Regierungschef.

Im Druckhaus Gera informierten Hauptgeschäftsführer Uwe Kaiser und Geschäftsführer Uwe Hartmann über die erfolgreiche Unternehmensentwicklung. Die 22-jährige Geschichte des Druckhauses Gera ist geprägt von kundenorientierter Marketingarbeit, innovativer Investitionen im Umfang von 20 Millionen Euro und Herausbildung einer leistungsstarken, motivierten Belegschaft. Seit der Gründung sei der Umsatz verdreifacht worden. Zum Erfolgsgeheimnis gehört, dass die Mitarbeiter an der erfolgreichen Unternehmensentwicklung teilhaben. Im Druckhaus werden in Abhängigkeit der Ergebniserwirtschaftung leistungsgerechte Löhne, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und eine steuerfreie Beteiligung des Unternehmens an den Kita-Gebühren der jungen Familien ermöglicht. 50 Prozent der Belegschaft sind Frauen. Jungen Müttern wird die Berufstätigkeit durch flexible Arbeitszeiten und Befreiung von der Schichtarbeit erleichtert, deren Arbeitsplätze nach der Zeit der Freistellung auf Wunsch selbstverständlich erhalten bleiben. Die Unterstützung der Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung erhalten auch gleichberechtigt männliche Kollegen für ihren Nachwuchs. Zur vorbeugenden Gesunderhaltung bietet das Unternehmen zweimal jährlich sechs kostenlose physiotherapeutische Behandlungen an.

Typisch für das Druckhaus ist die überdurchschnittlich ausgeprägte Nachwuchsausbildung. Zurzeit befinden sich sechs Azubi in der Ausbildung. Mitarbeiter des Unternehmens arbeiten im Berufsbildungsausschuss und in den Prüfungsausschüssen der IHK mit.

Im Gespräch mit den Innungsobermeistern ging es um aktuelle Fragen des Handwerks, so zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses, zur Integration von Flüchtlingen, aber auch zu den staatlich verordneten bürokratischen Belastungen. Stefan Haase, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, hob hervor, dass sich mit Oberbürgermeisterin Dr. Hahn erstmals seit langem ein Stadtoberhaupt um die Stärkung des ortsansässigen Handwerks kümmert. Ministerpräsident Ramelow sieht in den Flüchtlingen, die nach Thüringen kommen, auch Chancen für das Handwerk – zum einen gebe es Aufträge beim Herrichten von Unterkünften, zum anderen könnten Fachkräfte ausgebildet werden. Wichtig sei es, dass die Flüchtlinge die deutsche Sprache erlernen und die Handwerksmeister unter den Angekommenen die Talente suchen. Ramelow regte an, 1300 Ausbildungsplätze für Flüchtlinge zu schaffen. Im ehemaligen Bergarbeiterkrankenhaus könnte bei sinkenden Flüchtlingszahlen eine Gemeinschaftsunterkunft in Regie des Landes geschaffen werden als Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe.

In der Berufsakademie, die ab dem kommenden Jahr zur Dualen Hochschule aufgewertet wird, informierten Direktor Prof. Burkhard Utecht und Architekten über den Sanierungsfortschritt des Tinzer Schlosses. Das im Jahre 1745 bis 1748 von Graf Heinrich XXV. Reuß-Gera jüngere Linie nach Plänen des italienischen Baumeisters Gerardo Hofman erbaute Barockschloss mit ursprünglich weiträumiger Parkanlage und großzügigen Wasserbecken wird für die Zwecke der Berufsakademie Gera mit Fördermitteln aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) denkmal- und nutzungsgerecht umgebaut, saniert und modernisiert. Neben der Unterbringung von Seminarräumen, Dozentenbüros und Verwaltung wird eine Bibliothek mit Lesesaal im ehemaligen Festsaal entstehen, der mit Rekonstruktion der einst vorhandenen Empore und Rückbau der zu DDR-Zeiten während der Nutzung als Wehrkreiskommando eingezogenen Stahlbetondecke wieder in neuem Glanz erstrahlen wird. Durch aufwendige Sanierung der maroden Natursteinfassade, Einbau neuer Fenster mit historischer Teilung, Dachneueindeckung mit Schiefer und die Freiflächengestaltung in zeitgemäßer Interpretation der ehemaligen Wassergrabenanlage wird auch das äußere Erscheinungsbild wieder als stattliches Barockschloss – als neues, attraktives Wahrzeichen von Gera am nördlichen Stadteingang – wahrgenommen werden.

( Gera (gw), 28.11.2015 )

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