Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Der Tennisschläger als Gitarre

Dass Raphael Schwerdtfeger kein Berufsmusiker geworden ist, verwundert einen schon, da er bereits mit vier Jahren im heimischen Kinderzimmer angefangen hat zu musizieren. Zwar diente damals der Tennisschläger als Gitarre und der kleine Bruder als Bandmitglied, der auf Kartons Schlagzeug spielen musste, aber 30 Jahre später sind die Utensilien in richtige Instrumente eingetauscht und der heutige Sozialpädagoge ist noch immer begeisterter Musiker, der eigene Texte schreibt und mit seiner Band „Pure Accident“ schon so manchen verzückt hat. „Ich denke ich spreche für alle in unserer Band. Wir sehen diese als Spaß, Hobby, Ausgleich und wollen das nicht in etwas Zwanghaftes stecken. Dann würde uns das Musik machen keine Freude mehr bereiten“, so Raphael Schwerdtfeger zum Gedanken dies auch beruflich zu machen.

Neben den ersten musikalischen Versuchen mit seinem Bruder, die sich mit den „Spitzbodenboys“ sogar einen eigenen Namen gaben und die Familie dazu nötigten das begeisterte Publikum zu spielen, lernte der Geraer als erstes Klavier. „Eigentlich sollte es Schlagzeug werden, aber mein Getrommel kam nicht überall gut an und so ging ich zum Klavierunterricht“, so Schwerdtfeger lachend über die musikalische Vergangenheit. Doch dabei blieb es nicht. Als nächstes lernte er Jazztrompete und sammelte bei den „Dixie Motors“ erste Banderfahrungen. Während dieser Zeit begann er zudem Gitarre zu spielen, wobei ihm die Mutter die Grundbegriffe beibrachte und er sich alles andere in Eigenregie aneignete. Hinzu kam das Schreiben eigener Texte, die er auch heute noch in Englisch verfasst und singt, da sich dies für ihn einfacher gestaltet und besser in die Songs einfügt. „Also ich komponiere erst die Akkorde und die Melodie, wenn alles passt kommt je nach Stimmung ein Text dazu. Doch es gibt auch einen Song zu dem ich seit Jahren keinen Text habe. Was ich auch nicht möchte. Aber wenn wir diesen spielen, kommt es auch schon mal vor, das ich in dem Augenblick etwas dazu singe, oder eben meine Bandkollegen“, so Raphael weiter und er fügt lachend hinzu, „zugegeben dann nuschle ich das gerade Erdachte so dahin“.

Mit 17 Jahren gründete er mit den „White Scarecrows“ (Weiße Vogelscheuchen) seine erste Band, die mit Metal, Rock und Punk an den Start ging und mit denen er die ersten Konzerte spielte. Nach zwei weiteren Bands und einigen Projekten in der G26 entstand durch die Arbeit in der freikirchlichen Gemeinde die Band „Pure Accident“. „Der Glaube spielt in meinem Leben schon immer eine große Rolle und auch bei den anderen ist dies so. Wir haben in der G26 schon verschiedene Projekte gemeistert und in unterschiedlichen Formationen auch Musik gemacht“, erklärt Raphael weiter. So gründete sich im Januar 2014 die Band, wobei die erste Umsetzung der Fete de la Musique, dafür ausschlaggebend war. Micha Steppan am Schlagzeug, Martin Pflieger am Bass und Raphael selbst waren von der Idee begeistert und wollten auf dem Straßenmusikfestival aktiv mitwirken. Da zu der Zeit keiner der drei ein Engagement in einer anderen Band hatte, gründete man die eigene, zu der Annette Steppan als zweite Sängerin hinzukam. Vielleicht mag der ein oder andere jetzt denken, Musik und Kirche, lässt sich das vereinbaren und passt das zusammen? Ja, es passt. Die Band sieht sich selbst wie jede andere, die in ihren Songs Themen des Lebens behandelt und wenn dabei einmal etwas Kirchliches vorkommt, dann hat das noch niemanden gestört. Sie selbst beschreiben ihre Musik als eine Mischung aus Akustik, Pop und Folk, wobei sie sich nicht gern in ein Genre drängen lassen, da sie für alle Einflüsse offen sind. Wichtig ist den vier Musikern, dass sie sich in ihrer Musik wiedererkennen und man das Publikum meist mit eigenen Songs begeistert. Dass dies gelingt, zeigten die Auftritte bei der diesjährigen Fete de la Musique in Gera und beim Thüringentag in Pößneck. Das Publikum lauschte der Musik am Anfang, fing langsam an sich zu bewegen und tanzte, feierte und sang letztendlich mit und lieferte der Band mit großem Applaus, den Zuspruch, den sich jeder Musiker wünscht. Wer die Band live erleben möchte, sollte den Namen „Pure Accident“ im Auge behalten, denn in Gera und Umgebung spielt man auch kurzfristig das ein oder andere Konzert.

Zwei Termine im Herbst stehen jedoch schon fest. So spielt man am Donnerstag, 1. Oktober, bei der „Jumpers Projekt Eröffnung“ in der Kastanienstraße 3-5 und am Sonnabend, 24. Oktober, zum Köche-Ball auf der Rieger Showbühne.

( Lars Werner, 29.08.2015 )

zurück