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„Es ist nie widersinnig, sich um Leben zu kümmern”

„Wir sind offen für alle, die zu uns kommen wollen”, mit diesen Worten erklärt Gabriele Dannenberg das Konzept des Hauses. Es ist die katholische Kita „Perlboot”, die am 1. September 1990 ihre Pforten öffnete und in diesem Jahr nun ihre Silberhochzeit begeht. Es ist der Zeit des politischen Umbruchs zu verdanken, dass sich die katholische Gemeinde „Hl. Maximilian Kolbe” der Gründung einer Einrichtung zur Betreuung für Kinder widmen kann. Es war noch der Pfarrer H. Claus Bahmann persönlich, der sich samt Leiterin der Dekanatscaritas um die Betreuung der anfangs zehn Kinder sorgte. Schnell wuchs die Zahl auf 36 an und zwei Erzieherinnen mit kirchlicher Ausbildung, eine Krippenerzieherin und eine Helferin komplettierten das Team. Die ersten Jahre waren sie Mieter in einem Plattenbau in der Auerbachstraße, in dem später der Waldorfhort Einzug hielt.

Der Wunsch nach besonderen Akzenten sowohl im Umfeld als auch in die Erziehung zu setzen, ließ die Idee aufkeimen, in einen Neubau auf pfarreigenem Gelände zu investieren. „Es ist unsere Antwort auf die Wohn- und Lebenssituation in Lusan. Es ist nie widersinnig, sich um Leben zu sorgen. Wir wollen hier bleiben und eine angenehme Atmosphäre für Kinder schaffen”, sind die Worte des ehemaligen Pfarrers Christoph Behrens. In der Bauingenieurin Dr. Maria Hoffmann fand man die geeignete Partnerin für den Bau eines ökologischen Hauses. Zwei Jahre später folgte die endgültige Zusage vom Bischof. Grundanliegen des Neubaus sollte es werden, dass sich die Kinder wohl und geborgen fühlen. Sie sollen neugierig ihre Umwelt wahrnehmen können. Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit ist die Bewahrung der Schöpfung. Genau aus diesem Grund fanden die Planer und Verantwortlichen im Schalentier Nautilus pompilius, zu deutsch: Perlboot, ein perfektes architektonisches Konstrukt, erbaut von Mutter Natur. „Das Schalentier kann sich in sein Gehäuse zurückziehen, um in sich zu ruhen, um sich anschließend wieder zu öffnen. Zentrum des Hauses ist das Atrium. Vollkommen aus Glas mit offenem Blick nach oben, können die Kinder Regen, Sonne, Schnee, Blitz und Donner erleben. Das Wasser als wichtigstes lebensspendendes Element ist allgegenwärtig. Nicht nur im Inneren soll das Natürliche vorherrschen. Vorwiegend natürliche Baustoffe wurden für das Gebäude erbaut mit Lehmbau verwendet”, erklärt Dr. Maria Hoffmann.

Am 3. Oktober 1998 konnte die Kita mit dem Namen „Perlboot” eingeweiht werden.

„Heute gehören zehn Erzieher plus Leitung zum festen Stamm. 74 Kinder besuchen unsere Einrichtung, die nicht alle katholisch, nicht einmal christlich sind. Rund ein Drittel sind evangelisch-katholisch, acht Kinder leben nach einer anderen Konfession und der Rest ist nicht gläubig”, schlüsselt die kommissarische Leiterin Gabriele Dannenberg auf. Sie kam vor drei Jahren als Schwangerschaftsvertretung in die Einrichtung. Sie selbst ist katholisch, wobei heute eine kirchliche Ausbildung kein Muss mehr ist. „Es ist nicht der Glaube nach der Bibel allein, den wir vermitteln. Es sind die Werte, die Tugenden, die Normen, die uns in unserer heutigen Gesellschaft wichtiger denn je erscheinen, aber oftmals aufgrund der Schnelllebigkeit, der Flexibilität und des hohen Leistungspotentials verdrängt oder gar vergessen werden”, ist sich Dannenberg sicher. „So kann man auch für das Essen danken, auch wenn man nicht gläubig ist”, findet sie, denn auch für die alltäglichen für uns selbstverständlichen Dinge, sollte man sich der Endlichkeit dieser immer bewusst machen.

Nach einem Zwei-Gruppen-Modell arbeitet die Kita. So zählen zu den Krippenkindern zwölf bis maximal 14 Knirpse im Alter von drei Monaten bis zwei Jahren. In der Familiengruppe leben die Zwei- bis Sechsjährigen zusammen, „wobei hier natürlich nach Können und Fähigkeiten geguckt wird. Nicht jeder Zweijährige wechselt schlagartig mit dem Geburtstag die Gruppe. Der Vorteil liegt bei diesem Modell auf der Hand. Wir wollen, dass sie voneinander lernen, gegenseitig Rücksicht nehmen und sich untereinander helfen”, so die Leiterin.

Kindgerecht und spielerisch vermitteln die Erzieher soziales Miteinander, den Glauben und den bewussten Umgang mit der Natur und dem Leben. Tom Landmann ist Erzieher und kam 2006 ins Perlboot. „Es ist das naturnahe Konzept verbunden mit der Vermittlung von Werten, welches ich für sehr wichtig erachte. Wo wird heute noch Nächstenliebe groß geschrieben? Wir alle können etwas abgeben und sollten weniger Ich-bezogen leben”, meint der 33jährige, der ebenfalls die Mischung der Generationen schätzt. „Hier gleich nebenan ist das Seniorenheim, in dem wir öfters gastieren, um z.B. ein Ständchen für die Geburtstagkinder zu halten. Der Garten in dem die Kinder sich tagsüber aufhalten ist auch für die Senioren zugänglich”, fügt Gabriele Dannenberg hinzu.

Wer sich selbst ein Bild vom Konzept und vom Bau der Kita machen möchte, der hat in der Woche vom 24. bis 30. August die Chance dazu. Denn dann begeht das Perlboot sein 25jähriges Bestehen mit einer Festwoche.

Los geht es am Montag mit einer Andacht gemeinsam mit den Kindern zum Thema „Hl. Franziskus”.

Am Dienstag stehen die Vorbereitungen für das Picknick samt Wandertag auf dem Programm.

Abmarsch ist dann am Mittwoch.

Am Donnerstag wird die gesamte Einrichtung geschmückt, damit die Begegnung mit den Senioren des angrenzenden Seniorenheimes „Edith Stein” am Freitag ein einem buntes Spektakel werden kann. Der Nachmittag ist den Kindern vorbehalten, es erwartet sie eine Überraschung samt Puppenspiel. Am Sonntag, 30. August, 10.30 Uhr, sind dann auch alle Interessierten willkommen, um am großen Festgottesdienst mit anschließendem Fest im Kindergartengelände mit Spiel, Spaß, Speis und Trank das Jubiläum zu bejubeln. 

( Fanny Zölsmann, 22.08.2015 )

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