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Weiße Räume verlassen

Gera (NG). Stellen Sie sich auch manchmal vor, einfach zu verschwinden? – so, wie der Künstler Sebastian Stumpf? In der Ausstellung Werkbetrachtung im Kunstverein Gera verlässt er fensterlose, weiße Räume.

Man sieht ihn, im Stillstand, gespannt, bevor er sich plötzlich in Bewegung setzt, die Regeln der Physik überwindet und sich aus dem Blickfeld des Betrachters entfernt. Im Handstand, im Salto oder kletternd bewegt er sich durch die leeren Ausstellungsräume hinaus. Schwerer Atem, knarrende Dielen oder das Geräusch, wenn Stumpf auf einem blank polierten Holzgeländer hinabrutscht, begleiten die kurzen Sequenzen. Was bleibt ist ein leerer Raum und schließlich ein schwarzes Bild. Der Betrachter bleibt zurück, sieht sich umgeben von neun Stelen mit kleinen Beamern, die das gleiche Bild zeichnen: Der Künstler verschwindet immer wieder, in Endlosschleife. Und man fragt sich unwillkürlich: Warum?

Stumpfs Videoprojektionen, wovon zehn noch bis zum Sonnabend, 29. August, in den Räumen am Markt 8/9 zu sehen sind, wurden in verschiedenen Museen und Galerien in Deutschland und weltweit aufgenommen, so zum Beispiel im Museum für Bildende Kunst in Leipzig und im Museum Folkwang in Essen. Anfangs liefen die außergewöhnlichen Videoinstallationen nur am Ort ihrer Entstehung.

Die Werkgruppe „Weiße Räume verlassen“, die das Verschwinden Stumpfs dokumentiert, erweitert sich fortlaufend seit 2004. Im Kunstverein sind aber nicht nur Aktionen vergangener Tage ausgestellt. Zu sehen ist auch eine Performance, die in Gera stattgefunden hat. Sie wird hier großformatig wiedergegeben und passgenau auf den Hintergrund projiziert, vor dem sie entstanden ist. Damit bleibt sie lebendig und für den Zuschauer direkt erfahrbar. Zu sehen ist außerdem die Dokumentation dieser Aktion, die kürzlich offiziell in die Werkgruppe „Weiße Räume verlassen“ aufgenommen wurde.

Und wenn Sie sich noch fragen, warum dieser Künstler immer wieder verschwindet, besuchen Sie uns im Kunstverein Gera e.V.

( vorstufe, 08.08.2015 )

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