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„Ich möchte begeistern und bewegen”

„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.” Es sind mitunter die Worte von Henry Ford, die ihr den Mut geben, dieser neuen Herausforderung offen und mutig entgegenzutreten.

Jacqueline Engelhardt betritt am Montag als neue Finanzdezernentin die ehrwürdigen Hallen des Rathauses.

In der dritten Etage – unter ihr, in der zweiten Etage, das Büro des Bürgermeisters und in der ersten Etage, das der Oberbürgermeisterin – wird sie für die Stadt rechnen, kalkulieren, wirtschaften und Haus halten.

Nach neun Jahren an der Fachhochschule Jena, davon fünf Jahre Abteilung Controlling sowie Fachbereich Betriebswirtschaftslehre und vier Jahre Referatsleitertätigkeit Haushalt wagt sie nun den Schritt. „Einer meiner engsten vertrauten Arbeitskollegen sagte zu mir, dass es nach fast zehn Jahren Zeit sei, etwas Neues auszuprobieren”, erzählt Jacqueline Engelhardt. Bloßes Ausprobieren steht ihr dabei allerdings nicht in den Sinn.

Mit klaren Vorstellungen will sie ab Montag das Zepter Finanzen schrittweise aus der Hand der Oberbürgermeisterin übernehmen. „Mein größter Wunsch ist es, dass wir zu einem konstruktiven Team zusammenwachsen. Ich möchte meine Mitarbeiter begeistern, sie für mich gewinnen und gemeinsam mit ihnen in eine Richtung laufen. Dabei bin ich mir sicher, dass ich auch mal unangenehme Entscheidungen treffen muss. Doch auch dann sollte eine sachliche Diskussion im Vordergrund stehen”, hofft sie auf eine gute Basis. Nur ungern habe man sie gehen lassen. Ihr achtköpfiges Team an der FH Jena habe sie als eine kollegiale Chefin geschätzt, die auch mal mit anpacke, anstatt nur Anweisungen zu geben.

Hier in der Stadt Gera erwartet sie nun fast ein Zehnfaches mehr. Im Dezernat Finanzen werden ihr künftig 73 Mitarbeiter unterstellt sein. Der jährliche kommunale Haushaltsplan umfasst rund 600 Seiten, hingegen der Abschlussbericht der FH nicht mehr als 60 Seiten zählte. Einiges wird ihr jedoch nicht neu sein: „Schon an der FH musste ich mit den unterschiedlichsten Interessen jonglieren. Alle Professoren hatten ihren eigenen Kopf und versuchten das Beste für ihren Bereich herauszuholen”, weiß sie, dass man es sowieso nie jedem Recht machen kann. Ebenfalls ist ihr die Mangelwirtschaft nicht fremd. „Zwar war das Budget fürs Personal immer gedeckt aber Bücher, Sanierungen und Investitionen waren immer Sorgenkinder. Daher war es uns stets ein Bedürfnis Drittmittel einzuwerben, bei dem am Ende ein Gewinn für andere notwendige Aufwendungen übrig blieb”, erzählt sie, dass ihr erfinderisches und lösungsorientiertes Denken nicht fremd ist.

Als Geraerin folgt sie nun dem Ruf der Heimat. Auch wenn sie in Ronneburg sesshaft geworden ist, ist sie fest mit ihrer Geburtsstadt verwurzelt. Ihre Leidenschaft zum Buchen und Haushalten entdeckte sie mit den T-Konten im Wirtschaft/Recht-Unterricht. Ihr damaliger Lehrer habe zudem das nötige Quäntchen Ehrgeiz herausgekitzelt. Nach dem Abitur am Goethe-Gymnasium absolvierte sie eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten in einer Untermhäuser Kanzlei. Hier blieb sie weitere zwei Jahre, bevor sie sich für ein Studium entschloss. Während ihrer zweijährigen Tätigkeit bei Siemens in Erlangen in der Buchhaltung und Steuerabteilung, erhielt sie einen Lehrauftrag an der FH Jena. Im April 2006 begann sie in der Verwaltung an der Fachhochschule.

Größte Unterstützung für jede ihrer beruflichen Entscheidungen erfuhr sie stets von ihren Eltern, die ihr auch zu diesem Job geraten haben. Und das notwendige Maß an Zuversicht erhält sie von ihrem Mann: Denn mit ihm als Schornsteinfeger hat sie stets das Glück auf ihrer Seite.  

( Fanny Zölsmann, 16.05.2015 )

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