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Hortbetreuung steht auf der Kippe

Die Thüringer Landesregierung plant für die Jahre 2016/17 einen Doppelhaushalt. Die verabschiedete Vorlage des Papieres enthält jedoch keine Kosten für Horterzieher, welche bisher zum größten Teil beim Land angestellt sind. Erstaunt ist man darüber zum Beispiel bei der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft), da doch gerade die neue Regierung mehr Geld für Bildung und Betreuung von Kindern bereitstellen wollte. Doch jetzt sieht das Ganze anders aus. Denn man möchte höchstwahrscheinlich, dass die Horterzieher Sache der Kommunen werden, die aber ziemlich klamm dastehen und weitere Kosten nur schwer verkraften könnten. Zwar gibt es die Diskussion um den Verbleib der Horte bereits seit mehreren Jahren, aber durch Pilotprojekte wurde die Entscheidung darüber immer wieder vertagt. Jetzt hängt alles in der Luft und eine Aussage der Landesregierung zum Thema gibt es bisher nicht.

„Die Erzieher in den Horten der Grundschulen sind eine tragende Säule der Kinderbetreuung. Die Zusammenarbeit und Einheit zwischen Lehrer und Erzieher hat sich bewährt und sollte in jedem Fall erhalten bleiben. Wir sprechen uns gegen eine Kommunalisierung aus, was wir auch schon mit einer Unterschriftenaktion, bei der 9.000 Unterstützerunterschriften zusammenkamen, gezeigt haben und diese als Bekräftigung unserer Forderung an Bildungsministerin Birgit Klaubert übergeben konnten“, war beim Grundschul- und Bildungstag der GEW am vergangenen Donnerstag in Gera zu hören. Anwesend waren hier zahlreiche Lehrer, Erzieher aber auch Eltern sowie Schüler- und Elternsprecher, die klarstellten, dass Grundschule und Hort zusammengehören und man den Kindern hier Ganztagsangebote bieten sollte. „Die Zeit drängt und wir müssen Druck auf die Landesregierung ausüben, denn spätestens im Sommer muss feststehen bei wem die Hortner ab dem Schuljahr 2016 unter Vertrag stehen“, erklärt Hans Georg Bartl von der GEW Thüringen, der selbst Hortner in Gera ist. Passiert hier nichts, stehen wahrscheinlich viele auf der Straße, da nicht davon auszugehen ist, dass sich die Kommunen in Thüringen die Personalkosten leisten können. So bleibt nun die Frage ob der Hort bleibt oder eine Jahrzehntelange Erfolgsgeschichte ein jähes Ende findet. Zuspruch bekommt man von allen Seiten und so melden sich bei der Diskussion auch Eltern zu Wort und so stellt beispielsweise Steffen Reiche-Römuß, der selbst eine Tochter in der ersten Klasse hat, fest: „Gute Bildung und Betreuung kostet Geld, das ist jedem klar. Jedoch werden die Kosten für Eltern drastisch ansteigen, wenn diese ihre Kinder irgendwo unterbringen müssen um arbeiten gehen zu können. Da überlegt man am Ende ob man als Familie in einem anderen Bundesland nicht besser aufgehoben ist“. In der Vorbereitung zum Grundschul- und Bildungstag machte Bartl zudem eine Umfrage bei Lehrern und Erziehern, welche aufzeigen sollten, wo sie Probleme sehen. Die meisten sind davon überzeugt, dass es diese geben wird, wenn das Team aus Lehrern und Erzieher so nicht bestehen bleibt und fordern daher die Weiterführung der bewährten Arbeit. „Wenn beide die gleichen Dienstherren haben funktionieren Absprachen zum Lehrplan und zur Betreuung besser und auch die Zusammenarbeit mit den Eltern ist viel besser realisierbar. Ist der eine beim Land und der andere bei der Kommune angestellt, bringt dies Schwierigkeiten mit sich. Man stelle sich vor der Lehrer ist beim Land festangestellt und der Erzieher hat eine befristete Anstellung für ein Jahr. Das gibt es jetzt schon und die Menschen wissen nicht wie es weitergeht. Sie sind somit immer auf den Sprung zu einer anderen Stelle, wenn sie hier keine Planungssicherheit für sich haben. So funktioniert die Betreuung nicht und die Landesregierung sollte Verantwortung übernehmen und nicht einfach weiterreichen“, so Bartl weiter.

Doch nicht nur dies war Diskussionspunkt beim Treffen in Gera. So kämpft die GEW nicht nur für den Erhalt von Grundschule und Hort als Einheit sondern setzt sich auch dafür ein, dass Kontinuität in der Arbeit gegeben ist, die Grundschulen zu Ganztagsschulen werden und es eine ganztägige Inklusion für alle gibt. Weiterhin will man, dass der Beschäftigungsumfang bei den Erziehern von 50 Prozent auf 80 Prozent steigt und es Rahmenbedingungen für Ferienbetreuung, Inklusion und Rhythmisierung des Schulvormittages gibt. Auch Gera betrifft das Problem und so war man doch etwas enttäuscht davon, dass sich von den eingeladenen Personen niemand bei der Veranstaltung blicken ließ. Einer der Anwesenden Personen sagte dazu: „Wie mir Saskia Leupold-Grunewald (Fachdienstleiterin Bildung) selbst sagte, ist sie der Meinung, dass die Schulen in Gera gegenüber anderen sehr gut aufgestellt sind und vieles bewältigen können. Jedoch bin ich der Meinung, dass man sich nicht an den schlechten Beispielen orientieren sollte“. Wie das Ganze, im Falle des jetzigen Standes, ab dem Schuljahr 2016 in Gera aussehen könnte, bleibt somit offen. Obwohl man die Chance hatte mit besorgten Erziehern und Eltern zu reden um weitere Lösungsansätze bei der Regierung einzureichen, ließ man diese Chance ungenutzt.

( Lars Werner, 02.05.2015 )

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