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„Anrecht auf unsere Schule“

Nur nicht aufgeben, kämpfen bis zum Schluss – Schulförderverein Gera Nord und besorgte Eltern lassen nicht locker, wollen die Grundschule Aga erhalten. Finanzielle Nöte sollen nicht über Kindeswohl entscheiden, so die klare Botschaft des Elterntreffs zur Zukunft der Schule Aga, zu dem der Schulförderverein am Montagabend in den Biohof Aga eingeladen hatte.

Gut dreißig Eltern waren der Einladung gefolgt. „Wir hätten uns mehr versprochen“, so die Vorsitzende Antje Otto und weiter: „Vielleicht ist es noch nicht schlimm genug“. Dass Carolin Ullrich, Hausherrin und stellvertretende Vorsitzende, die Gesprächsrunde knapp eine Viertelstunde später offiziell eröffnete, lag nicht an der Hoffnung, dass noch mehr Eltern kommen würden, sondern vielmehr in Erwartung der eingeladenen Vertreter aus den zuständigen Fachdiensten, dem Infraprojekt „Elstertal“ sowie vom Schulamt Ostthüringen. Doch am Ende: Fehlanzeige!

Vorangegangen war ein offener Brief des Schulfördervereins an die Stadt, das Schulamt wie auch an die zuständigen Ministerien des Landes und des Bundes. In diesem Brief waren all die Fragen, die die Eltern mit der Schließung so dringend bewegen aufgeführt. Vielleicht hätte man auf diese oder jene Frage auch rasch eine plausible Antwort finden können. Statt der erhofften Antworten, nur Schweigen. „Bei Nachfragen, erhält man widersprüchliche Aussagen. Wir werden verschaukelt. Ich glaube inzwischen auch keiner Statistik mehr, die von den Behörden kommt“, macht sich Antje Otto Luft. Einen der Knackpunkte sehen die Schulstandortbefürworter im Eingemeindungsvertrag, in dem sich die Stadt zum Erhalt der Schule und des Hortes verpflichtet hat. „Wir haben ein Anrecht auf unsere Schule“, so Carolin Ullrich.

Den Spagat zwischen Stadtratsbeschluss – Schulentwicklungsplan – und dem Willen der Eltern versuchte dann Andreas Schubert. Eine Lösung kann er nicht herzaubern, zeigt aber doch Verständnis für das Anliegen der Eltern. „Ich kann und will auch keine Hoffnungen wecken, auch wenn ich ihre Anliegen zum Erhalt der Grundschule verstehe und diese nachvollziehen kann“, so Andreas Schubert. Eine Chance sieht er nur in einem fundierten, praktikablen Konzept zur eigenständigen Weiterführung der Grundschule. „Ich kann sie nur dazu aufrufen, sich zu engagieren und für die Schule einen freien Träger zu finden“, so der Stadtrat (die Linke).

Hierfür könnte aber der Zeitfaktor zu einem Hindernis werden. Mit dem Abspringen der Euro-Schule, galt es für die Befürworter des Schulstandortes Aga einen herben Rückschlag zu verkraften. Dennoch wurde die Fortführung des Schulbetriebs durch den derzeitigen Schulträger für ein weiteres Jahr gesichert. Selbst wenn jetzt ein neuer Freier Träger gefunden wird, bleibt fraglich, ob sich die Stadt, bis zur endgültigen Klärung der Trägerschaft, auf eine Weiterbetreibung einlässt.

Offen bleibt auch, wer die Antworten auf die Fragen der Eltern geben wird und wie lange sie auf diese Antworten warten müssen.

( Reinhard Schulze, 28.11.2014 )

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