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Hoffentlich keine Eintagsfliege

Eine lange Schlange vor einem Gebäude in Gera gab es letztmals bei der Vergabe von Augenarztterminen. Am vergangenen Donnerstag bildete sich wieder eine, aber diesmal aus einem erfreulicheren Grund. Das Metropol eröffnete wieder seine Türen als Kino. Alltäglich ist dies nicht, in einer Zeit, in der doch gerade kleine Kinos zunehmend geschlossen werden und sich die Kinotempel mit über zehn Sälen und 3D Technik durchsetzen. Doch das Metropol setzt auch nicht auf Popcorn, Werbung und Blockbuster, sondern zeigt als sogenanntes Art-House-Kino Kinderfilme, Dokumentationen, europäischen Produktionen abseits des Mainstreams und eben Arthouse Produktionen, die nicht von großen Studios produziert werden.

Auch als die ersten Gäste am Tag der Eröffnung um kurz nach 17 Uhr bereits vor dem Kino warten, wird drinnen noch fleißig gearbeitet. Caren und Christian Pfeil koordinieren bis zuletzt die Arbeiten und werden dabei von der ganzen Familie unterstützt. Jetzt kurz vor der Eröffnung ist jeder auch ein bisschen aufgeregt und man hofft einfach mal, dass man nichts vergessen hat und öffnet die Türen und begrüßt die ersten Gäste des Hauses, welche das Foyer und die dazugehörige Kinokneipe sofort in Beschlag nehmen. Erfreut sind alle Besucher über den Mut und das Engagement der Geschwister und drücken fest die Daumen, dass sich das Haus in Gera etabliert. Auch Falk Bräuner, der Besitzer des Gebäudes, ist glücklich über die Wiederbelebung des Hauses, welches 1919 als Kino eröffnet wurde und 1998 schließen musste. Er macht in einer kurzen Rede noch einmal klar, dass er schon etwas Überredungskunst benötigte um die beiden zu überzeugen, aber er froh ist, dass die Investitionen seinerseits und von Seiten der Betreiber getätigt wurden und somit die Innenstadt rund um Leipziger Straße und Zschochernplatz damit weiter belebt werden. Eine Rede halten Caren und Christian Pfeil nicht, sondern überzeugen die ersten Gäste mit kleinen Schauspieleinlagen und sorgen damit für eine heitere und ausgelassene Stimmung.

Bevor die Gäste unruhig werden, öffnen sich dann auch die Türen zu den zwei Kinosälen des Metropols und im Saal „Halbe Treppe“ nehmen die ersten Kartenbesitzer Platz um die Kinopremiere „Plötzlich Gigolo“ genießen zu können. Und mit einem Mal weiß das Geschwisterpaar, was vor der Eröffnung vergessen wurde. Die Heizung im Saal wurde nicht eingeschaltet und so ist es anfangs noch etwas frisch bevor die Lüftung warme Luft liefert, was aber keinen der Besucher stört und eben bei einer Neueröffnung dazu gehört. Zur Ruhe kommt das Team an diesem Abend nicht, denn neben den Filmen, Livemusik und Gesprächen, wollen die Besucher alles über das „neue“ Metropol wissen. Und so erzählt Caren Pfeil, dass neben dem abwechslungsreichen Kinoprogramm weitere Projekte wie Matineen, Filmgespräche mit Regisseuren und Schauspielern, Kinomachen für Kinder und beispielsweise auch Filmkurse in Planung sind. Um dies jedoch zu realisieren müssen die Geraer auch das Konzept annehmen. Somit bleibt zu hoffen, dass der Besucherandrang am Eröffnungstag keine Eintagsfliege war.

( Lars Werner, 28.11.2014 )

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