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Untrennbare Einheit

Es ist durchaus sinnvoll, dass Wirtschaft und Stadtentwicklung in einem Ausschuss des Stadtrates zusammengefasst sind, denn keine der beiden Komponenten kann sich allein verwirklichen, sondern sie greifen wie ein Zahnrad ineinander und bedingen sich in der Konsequenz gegenseitig. Zu seiner jüngsten Sitzung hatte der Ausschuss den Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Stefan Haase eingeladen.

„Das Geraer Handwerk ist gut aufgestellt und liefert Qualität”, so das vorweg genommene Resümee des Vertreters der Handwerkerschaft. Allerdings seien viele Meister mit der in Gera praktizierten Vergabepolitik nicht einverstanden, dass fast ausschließlich nach dem Kosten-Angebot der interessierten Unternehmen entschieden werde. Ausschuss-Vorsitzender Dr. Ulrich Porst (Fraktion Bürgerschaft) hielt entgegen, dass der Zuschlag nicht für das preiswerteste, sondern für das wirtschaftlichste Angebot erfolgen sollte. Dadurch ließen sich in vielen Fällen auch teure – und damit nicht geplante – Nacharbeiten vermeiden. Bürgermeister Kurt Dannenberg unterstützte den Ausschussvorsitzenden: „Wir müssen in den Dialog einsteigen... Gegenseitige Beratungen vor der Auftragsvergabe sind dringend erforderlich.”

Im Rahmen eines weiteren Tagesordnungspunktes nahm der Ausschuss zur Mitgliedschaft der Stadt Gera im Verein „Europäische Metropolregion Mitteldeutschland” Stellung. Dafür muss die Stadt Gera jährlich 12.000 Euro aufwenden. Stadtrat Falk Nerger (FDP/Fraktion CDU) brachte es auf den Punkt: „Was genau kommt für die Stadt Gera heraus?” und sieht folgende Schwerpunkte: Gera muss als Schienen-Knotenpunkt erhalten bleiben, weil dadurch auch der Fernverkehr verbessert werden könne; ein Schienen-Nahverkehrs-Netz sei zu erarbeiten und Aufwendungen für kleinere Vorhaben sollten in das Konzept des Vereins eingearbeitet werden. Nach der Neuorientierung des Vereins werde mit immerhin 60 Mitgliedern gerechnet und dadurch die Kraft des Vereins verstärkt. Dr. Wolfgang Neudert (Fraktion Die Linke) hält es für dringend geboten, auch eigene Forderungen und Vorstellungen in die Arbeit der Metropolregion einzubringen. Dr. Porst: „Der Ausschuss muss Zwischenberichte erhalten, um einschätzen zu können, was herausgekommen ist.”

Wieder einmal beschäftigte auch das Sanierungsgebiet „Stadtzentrum – Campus Goethe-Gymnasium/Rutheneum” den Ausschuss. Nach Auskunft von Yvonne Thielemann (Baudezernat) muss dazu der finanzielle Eigenanteil der Stadt „so weit wie möglich“ minimiert werden, aber es gibt mündliche Zusagen durch das Land, die bis zum Jahre 2017 reichen. Neben den vorgesehenen Rekonstruktionsarbeiten am früheren Regierungsgebäude werde auch das „Projekt Turnhalle“ weiter verfolgt. Bernd Krüger (Fraktion Die Linke) machte die Dimension klar: „Wir reden hier von über 22 Millionen Euro für das Projekt Campus“. Schließlich dürfe aber auch der Schulteil Nicolaiberg nicht vergessen werden und sagte „Wir können ihn nicht vor sich hin verrotten lassen, denn schließlich handelt es sich bei diesem Gebäude um ein Einzeldenkmal.“

Hinter dem Tagesordnungspunkt „Integrierte Sozialberichterstattung“ verbirgt sich eine Bestandsaufnahme zur Bevölkerungsstruktur unserer Stadt. Sozialdezernentin Sandra Schöneich konnte dazu Erfreuliches berichten: „Seit 2012 nimmt die Zahl der Einwohner in Gera wieder leicht zu.“ Die meisten Neu-Geraer zieht es dabei in die Innenstadt. Insgesamt gibt es rund 51.000 Haushalte, dabei sind mehr als 40 Prozent von Singles bewohnt. Die Statistik weist weiterhin rund 15.000 Wohngebäude mit 62.000 Wohnungen aus, von denen allerdings rund Zehn Prozent leer stehen, 70 Prozent sind Mietwohnungen. Interessant auch, dass die durchschnittliche Wohnfläche bei 79 Quadratmetern liegt, der Bundesdurchschnitt wird mit 90 Quadratmetern ausgewiesen, immerhin 70 Prozent sind komplett saniert.

( Reinhard Schubert, 14.11.2014 )

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