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Ein Violinschlüssel der verblüfft

„Erstens kommt es anders, zweitens  als man denkt.“ Ein Gefühl, welches dem Stadtplaner Stephan Oertel vom Büro mip in Gera wohl überkommen war, als er seine Entwürfe zur künftigen Gestaltung  des Spielplatzes in Heinrichsgrün der Öffentlichkeit vorstellte. 17 Eltern und Anwohner waren gekommen. Dass diese sich nicht mit leeren Versprechungen abspeisen lassen, wurde schon bei dem Termin vor Ort am 27. August deutlich. „Nichts hinter verschlossenen Türen. Wir wollen bei der künftigen Gestaltung des Spielplatzes aktiv einbezogen werden“, forderte damals Helma Stumm von der Bürgerinitiative Heinrichsgrün. Und das mit ihr nicht „gut Kirschen essen“ ist, wenn es um ihr Heinrichsgrün geht, dafür ist die einerseits sehr resolute, andererseits aber auch konstruktiv denkende Frau bekannt.

„Es wird keine Entscheidung über die Köpfe der Bürger hinweg geben“, sicherten damals Stephan Oertel wie auch die Vertreter des Fachdienstes Stadtgrün, Matthias Mittenzwey und Heidi Tiesler zu.

„Gesagt, getan“ und so traf man sich kürzlich zu einem zweiten Termin. Womit wohl keiner gerechnet hatte, nach zwei äußerst praktikablen Gestaltungsvarianten wartete der Städteplaner mit einer Variante auf, die Heinrichsgrün nicht nur als „Sülzenstadt“, sondern vielmehr auch als Musikerviertel alle Ehren machen soll. Das Grundschema seiner Idee, die Anordnung der Spielplatzelemente in Form eines Violinschlüssels. Was allerdings zur Folge hat, dass der Gedenkstein nach außen, Ecke Heinrich-Schütz-/Lortzingstraße, versetzt werden muss. Damit hatte sich beispielsweise die Frage von Thomas Hartmann beantwortet: „Spielplatz oder Gedenkort?“

Eine Verlagerung des Gedenksteins bietet zugleich mehr Gestaltungsraum, so  auch für eine variantenreichere Spielgerätekombination. Angedacht sind auch Spielgeräte mit Musik, aber nicht als Krachmacher, eher sogenannte Samba-Sitzhocker.

Selbst Jürgen Weber als alteingesessener Heinrichsgrüner, den der Gedenkstein besonders wichtig ist, kann sich mit dieser Variante anfreunden. Bedenken hat er nur, ob der Gedenkstein die Prozedur einer Umsetzung schadenfrei überstehen wird, stand er doch bereits zweimal 1954 und 2013 unter Wasser. Eine Garantie kann Stephan Oertel nicht geben, doch verweist der Stadtplaner auf Experten.

„Es gibt sie doch noch in unserer Stadt, Menschen wie Stephan Oertel, die mit eigenen Ideen auftreten und sie dann noch überzeugend darstellen können“, zollt Jan Hoffmann seinen Respekt. Und in der Tat, egal welche der drei Varianten, Stephan Oertel war so überzeugend in seinen Argumentationen, dass eigentlich kein Raum mehr für Fragen blieb. Er hat sie alle selbst beantwortet.

Was nun die Umsetzung betrifft, die Stadt hat dafür keine Finanzen, so dass eine hundertprozentische Förderung notwendig ist. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, meint Heidi Tiesler vom FD Stadtgrün, auch für die Umsetzung der Variante mit dem Violinschlüssel. Ob sich am Ende all die Wünsche dann umsetzen lassen, hängt letztendlich vom Fördermittelgeber ab, so Heid Tiesler, die aber auch verspricht, dass man mit aller Kraft darum kämpfen und die interessierten Heinrichsgrüner auf den laufenden halten wird.

( Reinhard Schulze, 14.11.2014 )

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