Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Das erste Mal im Westen

Den diesjährigen 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls begeht das Stadtmuseum Gera mit zwei Sonderausstellungen. Im Mittelpunkt von „Grenzgänge. 1967 – 1990“ steht die knapp 1.400 Kilometer lange Grenzlinie zwischen den damaligen deutschen Staaten. Im offiziellen Sprachgebrauch der DDR als „antifaschistischer Schutzwall“ deklariert, bildete die Grenze mit Sperrgebiet, zweifachem Metallzaun, Selbstschussanlagen, Kontrollstreifen und Beobachtungstürmen ein perfides, gegen die eigene Bevölkerung gerichtetes Sicherungssystem. Unerlaubtes Betreten der Fünf-Kilometer-Sperrzone entlang der Grenze zog Festnahmen mit sich, beim Fluchtversuch über die Grenzzäune drohte Todesgefahr.

Den heute in Gera lebenden Fotografen Hans-Joachim Hirsch zog es von westdeutscher und Westberliner Seite immer wieder an die Grenze. Mehr als zwei Jahrzehnte beobachtete Hirsch mit seiner Kamera den Alltag eines absurden Systems. Entstanden sind großformatige Schwarz-Weiß-Aufnahmen einer geteilten Stadt, einer zerschnittenen Landschaft zwischen Ostsee und Fichtelgebirge, deren hohe Ästhetik nicht zuletzt auch von der Zerrissenheit der Motive lebt. Zu sehen ist eine Auswahl von 60 Fotografien.

Von den Glücksmomenten beim Mauerfall, dem ersten „Westgeld“, den ersten Schritten in eine neue Welt, berichtet die zweite Ausstellung. Etwa 100 Objekte – überwiegend Leihgaben aus Gera und Umgebung – erzählen von Erlebnissen und Erinnerungen an den November 1989. Teile der Berliner Mauer, Schallplatten, Begrüßungs-Atlanten, automatische Kameras, Matchbox-Autos, Barbie-Puppen, Bücher, Kleidungsstücke – so unterschiedlich wie die Gegenstände sind auch die Erinnerungen an die erste Fahrt in die Bundesrepublik und die Wünsche, die sich mit dem Erhalt des ersten „Westgeldes“ verbanden.

Umrahmt wird die Ausstellung mit Dokumenten von den politischen Ereignissen der friedlichen Revolution, von den ersten Massendemonstrationen im September/Oktober 1989 bis zur Volkskammerwahl im März 1990, deren Ergebnis die Weichen für die Vereinigung der beiden deutschen Staaten im Oktober desselben Jahres stellte.

Die Schau ist bis zum 22. Februar im Stadtmuseum zu sehen.

( Gera (NG), 14.11.2014 )

zurück