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Ein Gewinn für Stadt und Gewerbe

Bei gefühlten Zehn Grad Minus und einem Schneesturm machen sie sich auf den Weg zum Markt und sind der Meinung, dass bei dem Wetter sicher keiner aus der warmen Stube zu locken ist. Doch weit gefehlt, als die Stadtführer in ihren Kostümen den Markt betreten, stürmen aus allen Ecken Menschen auf sie zu, um an der geplanten Führung zum Welttag der Gästeführer, teilzunehmen. „Wir waren erstaunt über so viel Zuspruch bei solch einem Wetter. Wie die Ameisen kamen die Menschen aus den Eingängen am Markt zu uns geströmt, was uns natürlich gezeigt hat, wie gut unsere Arbeit als Gästeführer ankommt“, erzählt Karin Schumann, Vorsitzende des Vereins Gästeführer Region Gera e.V. am Abend des 15-jährigen Jubiläums.

Damit die Gäste einen Einblick bekommen, stellt Karin Schumann diesen erst einmal kurz vor und es wird schnell klar, dass das Hobby Gästeführer harte Arbeit ist. Bereits die Ausbildung verlangt einiges ab, bei der am Ende nicht jeder durchkommt. Hinzu kommt, dass man bei Wind und Wetter mit heute meist unpassenden Kostümen unterwegs ist und den Leuten, mit viel Wissen rund um die Gegend, Spannung, Witz und viel Charme, ein unvergessliches Erlebnis darbieten will. „Mit zehn Mitgliedern haben wir vor 15 Jahren begonnen. Jetzt sind wir 20 Gästeführer und haben mit Stadtrundgängen durch das historische Stadtzentrum, speziellen Themenführungen, Kostümführungen mit Geschichten und Begebenheiten aus Gera, Stadtrundfahrten und kombinierten Stadtführungen per Bus und zu Fuß insgesamt 15 Touren durch Gera entwickelt“, erklärt Karin Schumann. Doch der Verein ist nicht nur in Gera tätig, sondern bietet auch halb- oder ganztägige Ausflugsfahrten in die nähere und weitere Umgebung an.

Seit 2009 entwickelt der Verein eigene Touren. Zu diesen zählen unter anderem die Schwarzbiertour mit Besichtigung der Historischen Höhler, die Villentour durch Gera, Nachtwächter - Geschichten durch die historische Altstadt, die historische Kneipentour durch Schenken, Rathaus - Geschichten um den historischen Markt, Tour mit der Gerschen Fettgusche, Plauderstündchen mit einer Hofdame um Begebenheiten mit den Reußen, von der Bergbauregion zur blühenden Landschaft sowie Otto Dix - Leben und Werk in Gera durch Geburtshaus und Kunstgalerie, Modernes Bauen in Gera, „Es war einmal...“ Geschichten aus dem Reußenland für Schulklassen der Grundschulen und „Gegen das Vergessen“ - Rundgang zu Ereignisorten des Gedenkens an Verfolgung und Widerstand während der Zeit des Nationalsozialismus in Gera. Dabei gibt es eine enge Zusammenarbeit mit dem Gera Tourismus e.V. und anderen Einrichtungen der Stadt, so dass auf individuelle Wünsche zu Kunst, Kultur und Architektur eingegangen werden kann.

Mit über 20 Kostümierungen schlüpfen die Gästeführer dabei in eine andere Rolle. „Wir ziehen uns nicht nur die Kostüme über, sondern schlüpfen auch in eine andere Rolle und geben uns in dieser Zeit mit Mimik, Gestik und Sprache auch so, wie es zu der jeweiligen Zeit war“, erzählt Elke Weise, die zum Jubiläum als Marktfrau die Gäste in Empfang nimmt. 

Eine Kollegin hat ihr damals von der Ausbildung erzählt und da sie selbst gerade auf der Suche nach einer Neuorientierung war und sich für diese Aufgabe interessierte, ging sie einfach mit und blieb mit Leib und Seele daran hängen. Heute schlüpft die in Gera auch als „Kulturelke“ bekannte Elke Weise mit Marktfrau, Nachtwächter, Hexe und auch als Traumzauberbaum in viele Rollen. „Es macht einfach Spaß den Leuten etwas aus der Vergangenheit mit Witz, Spiel und Charme zu vermitteln. Darin gehen wir glaube ich alle auf, ansonsten würden wir dies wohl nicht dauerhaft machen“, erzählt sie strahlend.

Gera lebt auch durch seine ereignisreiche und erzählenswerte Geschichte, welche die Vereinsmitglieder bei jeder Tour auf ein Neues weitergeben. Dies sieht auch Volker Tauchert, Vorsitzender des Vereins „Ja-für Gera“, so. „Wir arbeiten eng zusammen und bei den Gästeführern sehe ich, dass diese sich mit Weiterbildungen und durch neue Ideen und Konzepte ständig weiterentwickeln und Gera mit ihrer Arbeit bestens präsentieren.“

Mit über 5.000 Personen, die jährlich an den Touren teilnehmen, ist der Verein ziemlich ausgelastet. Die Planungen für das kommende Jahr laufen bereits auf Hochtouren und ein Highlight wird am 21. Februar wieder der „Welttag der Gästeführer“ sein. Für diesen Tag hat der Verein drei Touren geplant über welche er noch Auskunft geben wird.

( Lars Werner, 07.11.2014 )

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