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Demokratiebildung durch aktive Partizipation

Frühe Mitbestimmung macht Schüler stark.  Doch welche Kompetenzen werden dafür benötigt, um den Schülern die Grundlagen von demokratischem Miteinander und gleichberechtigter Teilhabe zu eröffnen? Genau auf diese Fragen suchen 20 Schüler aus drei Ostthüringer Kreisen mit ihrer Teilnahme am Projekt „Demokratiebildung durch aktive Partizipation“ im neuen Demokratiezentrum der Ostschule Gera-Europaschule eine Antwort. 
Ein Stück gelebte Demokratie konnten die auswärtigen Teilnehmer schon beim Betreten des Demokratiezentrums schnuppern. Ein Kleinod, gestaltet am Ende des letzten Schuljahres nach den Vorstellungen und Wünschen der Schüler. Als Hingucker, ein Wandbild, welches zeigt, worauf die Schüler ein Recht haben, von dem sie auch Gebrauch machen wollen, wie auch das Logo an der Rückwand, das darauf hinweist, dass all das – also Demokratie – erst erlernt werden muss.
Die Beweggründe für die Teilnahme sind unterschiedlich. Schülerschulsprecherin Hedwig Schneider aus der „Regelschule am Eichberg“ in Schmölln kennt sich aus, hatte sie doch bereits im vergangenen Jahr an einem Demokratieprojekt an der Geraer Schule teilgenommen. „Es war sehr interessant. Ich konnte sehr viel für meine Tätigkeit als damals noch stellvertretende Schülerschulsprecherin mitnehmen. Besonders wichtig aber, es hat mein Selbstvertrauen gestärkt“, erzählt die Achtklässlerin. Nun will sie noch mehr erfahren, auch von den Erfahrungen anderer Teilnehmer partizipieren. So will sie nicht länger dulden, dass die Regelschüler an ihrer Schule die Hauptschüler so „nieder machen“.
Schulprobleme nicht nur den Lehrern überlassen, selbst an der Lösung mitwirken, sich aktiv einbringen, das will Jenny Röhlig. Doch wie an die Probleme herangehen, was muss man dabei beachten, wo gibt es Grenzen – Gedanken, die der Klassensprecherin aus der 7a von der gastgebenden Ostschule durch den Kopf gehen. Antworten darauf will sie in einer aktiven Teilnahme an der Projektarbeit finden. Dass nicht alle Konflikte gelöst werden können, weiß die 13-Jährige. Sie weiß aber auch, allein der Versuch lohnt sich schon. 
Demokratie erleben, Meinungen einbringen, sie zu verteidigen, sich aber auch überzeugen lassen und sich manchmal auch einer Mehrheit beugen, ist etwas, was gelernt werden muss. Schon Oskar Negt wusste: „Eine demokratisch verfasste Gesellschaft ist die einzige Gesellschaftsordnung, die gelernt werden muss, alle anderen Gesellschaftsordnungen bekommt man so“.
Ganz so hoch wollen die Schüler aus den Staatlichen Regelschulen Ronneburg, Nöbdenitz, Schmölln und Gera ihr Projekt nicht ansetzen. Im Fokus haben sie den Erwerb des Handwerkzeugs als Schülersprecher, das Wissen über das Schulgesetz, die Schulordnung, die Arbeit als Schülervertretung wie auch über das Wahlrecht und Präsentationstechniken. Wichtige Ratschläge wie Streitigkeiten oder Konflikte in der Schule gelöst werden können, gab es von Kommunikationstrainer Ingo Krüger.
Das Demokratiezentrum steht allen Schulen, aber auch Pädagogen und Eltern aus dem gesamten Schulbezirk Ostthüringen zur Nutzung offen. Eine weitere Vervollkommnung ist geplant, so die Ausgestaltung des Nebenraumes als Küche, die Ausstattung mit moderner Technik, Tablets für Veranstaltungsteilnehmer sowie der Einrichtung einer Handbibliothek. Die dafür notwendigen Regale sollen von Lehrlingen gefertigt werden.
Gefördert wird das Projekt, welches noch bis zum 27. November läuft, durch das Dezernat Soziales/Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Gera wie auch vom Thüringer Sozialministerium.

( Reinhard Schulze, 30.10.2014 )

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