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Auf Stadt kommen neue Kosten zu

Mit Fertigstellung der Generalsanierung am SRH-Wald-Klinikum läuft auch das Mietverhältnis am Bergarbeiter-Klinikum mit der Stadt aus. Es kann aktuell davon ausgegangen werden, dass Mitte des kommenden Jahres das Areal um das Bergarbeiterkrankenhaus an den Eigentümer Stadt Gera zurückfällt. Hierbei handelt es sich um rund 4,2 Hektar Fläche mit sechzehn Objekten. Was passiert mit dem Bergarbeiter-Krankenhaus, wenn das SRH den Pachtvertrag beendet? Unsere Nachfrage bei der Stadt blieb bisher unbeantwortet.

Klar ist, dass zeitgleich mit Beendigung des Pachtverhältnisses für die Stadt erneut Kosten entstehen. „Genau können die Kosten nicht bestimmt werden. Man kann aber davon ausgehen, dass die Unterhaltung des Geländes samt der Liegenschaften rund eine halbe Million Euro pro Jahr einnimmt”, schätzt das Projektteam „Genopakt”. Unter diesem Titel reichten eine Gruppe von Geraer Baufachleuten eine Idee zur Weiternutzung zur Internationalen Bauausstellung in Thüringen ein. Sie haben sich mit diesem Projekt beworben, um „mit diesem derzeit noch in den Schubladen schlummernden Problem in den Mittelpunkt aktueller Diskussion zu rutschen”, verdeutlichen sie.

„Natürlich könnten die Gebäude auch einfach still gelegt werden. Doch würde eine eventuelle Reaktivierung ein Mehrfaches an Kosten verursachen und auf eine Neuinbetriebnahme der Anlagen hinauslaufen. Somit müsste die gesamte Haustechnik auf niedrigem Niveau in Betrieb gehalten werden”, schätzen die Fachleute ein.

Es sei mehr als fraglich, warum die Stadt derzeit noch keinerlei Bemühungen anstelle, mögliche Investoren zu akquirieren. „Nach unserem Wissen sind aktuell keine zählbaren Ergebnisse bei der Suche nach Investoren zu verzeichnen. Eigentlich hätte sich die Verwaltung schon mit der Privatisierung 2003 mit der Nachnutzung beschäftigen müssen”, bedauern die Initiatoren des Projektes den aktuellen Zustand, hoffen aber zugleich auf eine zukunftsorientierte und für die Stadt gewinnbringende Lösung.

„Ausgehend von der demografischen Entwicklung der Region soll eine vernetzte Nutzung des Geländes mit den Hauptschwerpunkten Wohnen, Arbeiten und Lernen erreicht werden. Dabei rechnen wir natürlich Synergieeffekte mit dem benachbarten SRH aus, gleichzeitig verstehen wir uns nicht als Wettbewerber“, betont das Projektteam. „Der bauliche Zustand des voll erschlossenen Klinikgeländes aus den 60er Jahren ist eine optimale Basis für eine weitere qualifizierte städtebauliche Nachnutzung. Es versteht sich von selbst, dass sich neben einem Krankenhaus keine Industrie ansiedeln kann. So könnten wir uns hier folgende Bereiche vorstellen: eine ambulante medizinische Betreuung als Medizinisches Versorgungszentrum, spezialisierte Rehabilitationen, Ausbildungsstätten für Pflege- und Krankenhauspersonal, Unterkunftsmöglichkeiten für Fachpersonal, Studenten, Azubis und Angehörige von Patienten, individueller Wohnraum, Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, Entwicklung und Vertrieb pharmazeutischer Erzeugnisse und medizinischer Hilfsmittel sowie andere branchennahe Dienstleistungsunternehmen und kulturelle Einrichtungen”, zählt das Projektteam die Möglichkeiten der Nachnutzung im Rahmen der Konzeptidee auf. Speziell könnten sie sich in der aktuell leeren Cafeteria die Wismut-Kunstsammlung als Dauerausstellung vorstellen.

Weitere Überlegungen der Nachnutzung eines Teilbereiches gäbe es auch von Seiten der Volkssolidarität. Die Kita in den Westvororten sei sanierungsbedürftig. Daher läge die Überlegung nahe eine neue Kita auf dem Gelände zu integrieren.

„Wir wollen etwas für die Stadt tun. Doch wir können nicht die Lokomotive sein, wir können nur den Zug in die richtige Spur lenken. Wir können weder Eigentümer noch Investor sein. Die Stadt als Eigentümer muss das Zepter in die Hand nehmen und auf Investorensuche gehen, um zu verhindern, dass eine Brachfläche in unmittelbarer Nähe des Flaggschiffes der Gesundheitsbranche entsteht”, betonen sie den dringenden Handlungsbedarf und bieten ihre Mitarbeit an der Konzipierung einer tragfähigen Weiternutzung des Objektes an.

( Fanny Zölsmann, 24.10.2014 )

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