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Gelb, rot, violett - Bewegt erinnern

Gelb, rot, violett - in diesen Farben werden sie leuchten. Sie stehen für Verfolgung, Ausgrenzung, Vernichtung. Kleine Kieselsteine in einer Schale, sie alle stehen für ein Leben, für Menschen die im Nationalsozialismus getötet wurden.

Doch nicht alle verschwinden in der Anonymität der Geschichte. In Gera wurden seither 52 Stolpersteine gelegt. Sie schimmern bronzefarben vom Boden empor. Sie fallen nur wenigen auf, denn nur wenn der Spaziergänger seinen Blick senkt, kann er sie sehen. Ein Stein, ein Mensch, ein Leben. Es ist das Sinn der Stolpersteine an die Schicksale derer zu erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert, vertrieben, ermordet oder in den Suizid getrieben wurden. 52 Stolpersteine liegen in Gera. „Wir wollen gesellschaftliche Erinnerungskultur in sportlicher Aktivität ermöglichen”, macht Stefan Kowalski auf die Aktion aufmerksam. Gemeinsam mit Günter Domkowsky organisiert der Sportverein Roter Stern e.V. den ersten Stolpersteinlauf. Dieser findet am Sonnabend, 25. Oktober, ab 9 Uhr, in Gera statt. „Wir wollen bewegt erinnern. Einerseits an die Vertreibung und Vernichtung zahlreicher gesellschaftlicher Gruppen im Nationalsozialismus, andererseits an die Gefährdung der Menschenrechte und gruppenbezogenen Ausgrenzung im Hier und Jetzt”, verdeutlicht Vereinsvorsitzender Stefan Kowalski.

Gemeinsam mit Susann Krause ließ sich er sich zum Demokratie- und Konfliktberater im Sport ausbilden. „Diese Qualifizierung wird vom Landessportbund im Rahmen des Bundes- und Landesprogramms ‚Lokaler Aktionsplan‘ gefördert. Den Abschluss dieser sechsmonatigen Weiterbildung bildet ein Praxisprojekt”, erklärt Susann Krause den Ursprung der Idee eines solchen Laufes.

Insgesamt zählt der Sportverein „Roter Stern Gera e.V.“ rund 30 Mitglieder. Gemeinsam entwickelten sie die Idee, um in sportlicher Aktivität eine Brücke zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem zu schlagen. Mit Unterstützung des Evangelischen Jugendhauses „Shalom“, der Geraer Sportjugend sowie dem Stadtsportbund Gera, der Interessengruppe „Stolpersteine für Gera“, des Stadtjugendrings Gera und des TVVN/BdA Basisgruppe Gera (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) wurde die Idee bis hin zur nun bevorstehenden Durchführung weiterentwickelt.

Der Stolpersteinlauf ist so angelegt, dass er alle in Gera gelegten 52 Stolpersteine auf insgesamt fünf Strecken verbindet, wobei eine der frei wählbaren Strecken für Fahrräder vorgesehen ist, während die anderen laufend oder gehend absolviert werden können. „Der Stolpersteinlauf soll die Verantwortung des Sports individuell wahrnehmbar machen und möchte die Verlegung weiterer Stolpersteine anregen und ermöglichen. Neben der 27 Kilometer langen Fahrradtour, gibt es zwei Direktläufe von sechs und acht Kilometer sowie eine lange (zehn Kilometer) und kurze Laufstrecke (zwei Kilometer)”, beschreibt Kowalski. Auch wenn der Lauf künftig in eine Gesamtwertung eingehen soll, „steht der Bewegungs- und Entwicklungsgedanke im Vordergrund, denn Erinnerung und Demokratie sind nicht messbar. Der sportliche Leitgedanke soll dazu beitragen, dass auf diese Weise angemessen erinnert und sichtbar in die Gesellschaft getragen wird.”

Veranstaltungsauftakt ist am Sonnabend, 9 Uhr, am Goethe-Gymnasium Johannisplatz.

www.stolpersteinlauf-gera.de.

( Fanny Zölsmann, 24.10.2014 )

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