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Stammtisch mit Bahnhofsmugge

Vergangene Woche war es wieder soweit: zum zweiten Mal lud der Musikerstammtisch alle Freunde von handgemachter Livemusik in die ehemalige Wartehalle des Alten Bahnhofs Langenberg ein. Rockige Auftritte auf der kleinen Bühne, Tanzfläche zum „abhotten“ und Getränkebar für ein kühles Blondes bieten Platz für 50 Musikfreunde – bei schönem Wetter und geöffneter Terrasse sogar für einige mehr.

Doch wer hierbei jetzt an eine Bar oder gar einen Club denkt, der irrt. „Ich möchte einmal im Monat im kleinen Rahmen und lockerer Atmosphäre Musikern sowie Interessierten die Chance auf ein paar schöne Stunden mit Livemusik geben. Der Eintritt ist frei, es gibt auch keine Gage für die Musiker. Dieses Projekt mache ich nicht für den Profit, sondern als privater Musikfan für unsere Stadt“, so Veranstalter Dominik Misselwitz, der mit seiner „Jonny-Real-Band“.

Dominik selber ist 23 Jahre jung, angehender Erzieher, Fußballer beim SV Roschütz und seit zehn Jahren eng mit der Musik verbunden. Der gebürtige Geraer ist vom Potential der heimischen Musiker, vor allem im Nachwuchsbereich, überzeugt. „Leider haben die Bands hier in Gera häufig keinen für sie geeigneten Raum zum Proben. Daran wollte ich etwas ändern.“

Mit seiner Intention traf der engagierte Musiker auf offene Ohren – vor allem bei seinen Eltern. Diese kauften daraufhin 2013 der Deutschen Bahn die Immobilie des Alten Langenberger Bahnhofs ab, investierten und ließen die Räume umbauen. Entstanden sind bisher fünf Proberäume von 16 bis 25 Quadratmetern. „Momentan sind alle vermietet an heimische Gruppen. Das zeigt, dass es im Umkreis wirklich viele talentierte Bands gibt, die Mugge machen wollen“, erzählt Misselwitz mit Verweis auf das passend betitelte Projekt „Bahnhofs-Mugge“.

Doch Dominiks Eltern sahen als Verwalter weiteres Potential im Objekt – und vor allem in ihrem Sohn. Was könnte man nun mit der nostalgischen, aber gut verbauten Wartehalle so alles anstellen, waren fortan die Überlegungen. Dann die Idee: Ein Raum für Partys, private Anlässe - eben eine Location zum Feiern sollte es sein. Die Lage ist gut, mit den Nachbarn pflegt man ein gutes Verhältnis und sogar ein Zug hält direkt vor der Eingangstür. „Mitte 2013 bauten wir deshalb die Wartehalle zur neuen Feierhalle um. Die stabilen Betonwände bieten eine gute Dämmung nach außen. Beim Inventar wurden wir tatkräftig von Firmen der Region unterstützt“, erklärt er.

Als gängiges Konzept sollte schließlich der bereits beschriebene Musikerstammtisch dienen. Ziel ist es, dass sich bei jedem Stammtisch Musiker auf qualitativ gutem Niveau präsentieren können.

Überzeugt vom Projekt und dem Engagement dahinter zeigt sich auch Prof. Dr. Lothar Hoffmann, der in diesem Jahr die weltbekannte „Fête de la Musique“ nach Gera holte. Für seinen neuen Verein „Musik für Gera e.V.“ sucht er zuverlässige, fähige Menschen, die in der hiesigen Musiklandschaft etwas voranbringen. Gleich und gleich gesellt sich gern, und so konnte er sich auch direkt den jungen Musikveranstalter mit ins Boot holen.

„Handgemachte Musik muss wieder mehr beachtet und gefördert werden. Dafür wird häufig noch zu wenig investiert, hier möchte ich ansetzen, damit die Leute in der Stadt bleiben, feiern und Musik machen können“, beschreibt Dominik Misselwitz seine realistischen Ziele.

Die Erwartungen sind ansprechend, ein erstes Fazit zum Erfolg oder Misserfolg von Konzept und Veranstaltungen möchte er frühestens zum Ende des Jahres ziehen. Bis dahin finden am 17. Oktober, 21. November und 21. Dezember die weiteren Musikerstammtische statt. Wer selbst einmal alleine oder mit seiner Band dort auftreten möchte, sollte sich vorab beim Veranstalter unter d.misselwitz@yahoo.de melden.

Kein Neid, sondern Zusammenwachsen für die Geraer Musikkultur – diese Losung gibt Dominik Misselwitz aus, beim Familienprojekt „Bahnhofs-Mugge“ in Langenberg.

( Benjamin Schmutzler, 26.09.2014 )

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