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Ein Ständchen für sich selbst

„So ein Tag, so wunderschön wie heute“ – dieses Ständchen, mit dem der Chor des Handwerks schon oft Jubilare erfreut hat, können die Sänger am 2. November für sich und ihre Gäste singen, denn an diesem Tag feiern sie ihr eigenes Jubiläum: 60 Jahre Chor des Handwerks – Männerchor der Stadt Gera e.V.. Wunderschön ist für die Mitglieder, dass sie alle Freude am gemeinsamen Singen haben, dass sie die Traditionen und Vereinsleben aufrecht erhalten, mit dazu beitragen, deutsches Liedgut vom Volkslied bis zur Klassik zu pflegen und anderen Menschen gesellige Stunden zu bereiten. Das jedenfalls meinen der 1. Vorsitzende Günter Muckisch sowie Dieter Daßler und Manfred Fischer, die beide bereits seit 50 Jahren die Reihen des ersten bzw. zweiten Basses verstärken. Überhaupt sind viele der 40 Aktiven seit langer Zeit Mitglieder des Chores, der unter dem Dach der Handwerkskammer nicht nur eine feste Bleibe, sondern auch einen stabilen Förderer hat. 
In der Stadt und im Umkreis genießt der Chor des Handwerks, der einzige Männerchor Geras, ein hohes Ansehen. Dazu trägt auch die gute Vereinsarbeit bei, denn damit Auftritte und Proben gut funktionieren ist eine kontinuierliche Vorstandsarbeit erforderlich, bestätigt Rudolf Uhlig, unterstützt von weiteren Vorstandsmitgliedern Rudolf Girbert und Hubert Zimmer, die zum sechsköpfigen Vorstand gehören. Um die sängerische Qualität jedoch kümmert sich seit 1999 Chorleiter Michael Gernhardt. Er freut sich, dass zum 60-jährigen Jubiläum die zweite CD präsentiert werden kann „Sie zeigt einen kleinen Ausschnitt aus unserem Repertoire“, erklärt er. „Wir sind ein Laienchor und wollen es bleiben“, unterstreicht er. Aber das Repertoire ist beachtlich. Es reicht von Schuhmann- und Schubert-Liedern bis zu bekannten und weniger bekannten Volks- und Wanderliedern. Da dürfen das Rennsteiglied, „O Täler weit, o Höhen“, Hoch auf dem gelben Wagen oder die Loreley, aber auch nicht so deftige Trinklieder wie „Ein Bier“, „Aus der Traube in die Tonne“ oder „So lang man nüchtern ist“ nicht fehlen. „Die Hälfte unseres Repertoires bestreiten wir ohne Notenbücher, denn dann schauen alle nach vorn zu mir und nicht in die Noten“, lacht der Chorleiter, der das Amt in seiner Freizeit ausübt. Das Rüstzeug dafür holte er sich schon Mitte der 80er Jahre an der Kulturakademie in Rudolstadt. Doch noch aus einem anderen Grund ist ihm diese Zeit in guter Erinnerung „Hier lernte ich nämlich meine Frau kenne“, verrät er. 
Wie muss man sich eine Chorprobe bei einem Männerchor vorstellen? Ein Bier, ein Lied, ein Bier? Vereinsvorsitzender Günter Muckisch schüttelt den Kopf. Das mag vielleicht früher so gewesen sein. Manfred Fischer erinnert sich, „Am Anfang hatten wir 18 Bäcker im Chor. Proben waren von 20 bis 22 Uhr und bis 24 Uhr gemütliches Beisammensein. Danach haben die Bäcker ihren Sauerteig angesetzt, zwei Stunden geschlafen und sind dann in ihre Backstuben gegangen“. Heute bringen die Sänger ihr Getränk zur Probe mit, es kann auch mal ein Bierchen sein, doch das Wiederholen und Einstudieren von Liedern, Stimmbildung und Vorbereitung auf Konzerte stehen im Vordergrund. Sangesfreudige Männer sind immer willkommen, weist Michael Gernhardt auf die Proben, jeweils dienstags von 19 bis 21 Uhr im Haus des Handwerks hin.
Wenn der Chor sein 60-jähriges Jubiläum feiert, kann er eigentlich auf ein viel älteres Datum blicken, denn die Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. 1893 hatten Geraer Bäcker den Gesangsverein des Bäckerhandwerks gegründet. Er schloss sich später mit dem Volkschor Untermhaus zusammen und 1953 entstand der gewaltige Klangkörper Chor des Handwerks. Er erhielt viele Auszeichnungen und hat sich durch zahlreiche Auftritte verdient gemacht. Mit großer Freude erinnern sich die Sänger an die Reise nach Fort Wayne, die Konzerte zur Bundesgartenschau in Gera und Ronneburg oder an Treffen mit anderen Chören zu Chorfestivals und an Feierlichkeiten in den eigenen Reihen, wo natürlich auch stets die Ehefrauen und Partnerinnen dabei sind. Gern gesehen ist der Chor auch in Pflege- und Seniorenheimen, bei der Meisterfreisprechung und in öffentlichen Veranstaltungen. Dann ertönt ihr Sängerspruch: „Wir Sänger aus dem Elstertal“. Herzliche Gratulation!

( Helga Schubert, 01.11.2013 )

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