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Ausspinnen oder Einspinnen?

Bilder und Szenen von verheerenden Hochwasserschäden am Volkshaus - vor Monatsfrist, zur Dankeschön-Party für die Ersthelfer in höchster Not, wollte die kaum ein Zwötzener sehen, der nicht eingeladen bzw. am Programm per Auftritt beteiligt war. Immerhin hatten noch erstaunlich viele im Juni angepackt. Auch Rückkehrer, die schon länger nicht mehr zu Veranstaltungen dort hingingen. „Die Kunst“, das fast 100jährige Haus mit dem DDR-Nostalgie-Charme, hat offenbar ein Imageproblem. Liegt es am Langzeit-Pächter, Geras Stadtverband der Amateurkünstler, der im jahrelangem Rechtsstreit das „Volks“-Haus praktisch vor der Privatisierung und Rückgabe an eine Erbengemeinschaft bewahrte? An jüngeren oder weiter zurückliegenden Entscheidungen zur Betreibungsart? Wären für eine gesicherte Zukunft samt Erhaltungssanierung Brücken zu schlagen zwischen heimischen Lokalpatrioten und derzeitigen Machern? Klar ist, es muss etwas passieren, wenn man nicht in absehbarer Zeit dem Verfall zu einer Ruine zuschauen will.

Einerseits müssen noch im Herbst 2013 mit konkreten Angaben zu Summen und Zwecken erste finanzielle Hilfsmittel vom Freistaat Thüringen abgerufen werden, die Kultusminister Matschie bei einem Besuch in Aussicht stellte, deutete Christina Radziej gebotene Eile an. Sie hatte sich als Verbandsvorsitzende und künstlerisch tätige Freiberuflerin in den letzten Monaten intensiv um das Schicksal des Volkshauses gesorgt, Spendenaktionen geleitet, Personal- und andere Pläne gestrickt. Das zehrte sehr an den Kräften. Zur Vorstandswahl im Oktober gab sie das Amt ab, um danach eher aus dem Hintergrund zu helfen. Ernüchternd klein blieb der Mitgliederkreis, der sich an der Versammlung beteiligte. Offenbar entsorgten sich einige Karteileichen selbst. Gewählt wurde ein Minivorstand mit Jeanette Radziej als Vorsitzender, Dirk Graszt und Stefan Peukert.

Vorausging Anfang Oktober ein offener Diskussionsabend über die Zukunft des Volkshauses, an dem Dr. Rainer Willms beispielhaft Modell und Funktionieren des Fördervereins „Tanzen“ e.V. Gera vorstellte und über Muster einer kurzfristigen „Spinnstunde“ sprach. Das zeigte insofern erste Wirkung, als dass sich am 15. Oktober nochmals interessierte Zwötzner trafen und ihre Ideen zusammenwarfen. Ein Stichwort heißt sozio-kulturelles Zentrum. So eine Profilierung forderte der Kultusminister als Voraussetzung für die enorme Fördermittelzahlung. Nur was versteht man darunter? Das Volkshaus müsse sich weiter öffnen für das Wohngebiet, sagt Dirk Graszt. Dass es der Stadtverband nicht allein als Probenstätte sich mehr oder weniger zugehörig fühlender Künstler weiterführen kann, ist erkannt. Und „Mugger“-Mentalität nach dem Prinzip „Kommen - Auftreten - Gehen“ passt ohnehin nicht mehr in die Zeit. Ideen für gut drei DIN A4-Seiten wurden notiert. Die Liste von Michael Schmidt z.B. ist vielfältig: Von „Mehr-Generationen-Geschichten“ über Kreativwerkstätten bis zur Bürgerarbeit usw. Ein künftiger Ortsteilrat könnte hier sein Büro finden. Auch über Gastronomie bliebe noch zu reden. Doch nicht zuletzt über Menpower, die dafür aufzubringen wäre. Apropos:

Rund 20 Leute kamen zur ersten Diskussionsrunde. Am 29. Oktober, 19 Uhr, soll erneut freiweg „gesponnen“ werden. Vielleicht können Planungen rund um das 700-Jahr-Jubiläum Zwötzens in 2014 ein Weg sein, um handelnde Partner an einen Tisch zu bringen und Impulse zu geben.

( Thomas Triemner, 24.10.2013 )

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