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Bandbreite der Genres

Eigentlich freue er sich, dass kein Trend zu erkennen sei, bekannte Kurator der Ausstellung zum Aenne-Biermann-Preis im Museum für Angewandte Kunst (MAK), Frank Rüdiger. Im Gegenteil. Es gebe eine große Bandbreite der Genres, vom Abstrakten in Form und Farbe bis zum Dokumentarischen und sozialen Themen, stellte er fest. 322 Arbeiten von 171 Einsendern waren in Gera eingegangen. Drei Preisträger wurden von der Jury ermittelt. Die Preise sind mit 2.000, 1.500 und 1.000 Euro dotiert, aber auch die 14 weiteren, deren Fotografien in der Ausstellung zu sehen sind, wurden mit Anerkennungsprämien bedacht.

Alle zwei Jahre wird der Wettbewerb seit 1992 von der Stadt Gera gemeinsam mit ART-regio, der SV-Sparkassenversicherung und dem Land Thüringen durchgeführt, nunmehr zum zehnten Mal. Er hat sich zu einem wichtigen Fotopreis in Deutschland entwickelt und wird vor allem von Studenten und der jüngeren Generation als Chance für ihre Entwicklung und Anerkennung wahrgenommen. So sieht es auch Conrad Müller, der den zweiten Preis für seinen Zyklus „Farben“ erhielt. Er habe zwar nicht gewusst, wo Gera liegt – „Jetzt weiß ich es“ -, doch der Preis sei schon während des Studiums in weiten Kreisen bekannt und ein Begriff gewesen. Müllers Bilder wirken auf den ersten Blick nicht wie Fotografien, dennoch sind es analoge Lichtbilder im besten Sinne. Nicole Woischwill, deren Arbeiten neben denen der Preisträger ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind, war angetan davon, dass sie zum ersten Mal ihre komplette Serie und nicht nur Ausschnitte einreichen konnte. Die Berliner Fotografin ist mit der Fotoserie „Leere Stunden“ vertreten und zeigt Menschen in einer Großstadt in ihrem Zuhause mit Fensterblicken, Details aus ihren Wohnungen und alle sind allein.

Der erste Preis wurde der in Berlin lebenden Hamburgerin Clara Bahlsen für ihre Bildserie „Töchter“ zugesprochen. Sie konnte allerdings den Preis nicht persönlich in Empfang nehmen, da die Geburt ihres Kindes unmittelbar bevorstand. In ihrer Bildserie beschäftigt sich die Fotografin mit der Frage, welche Bedeutung Herkunft, Familie und Sozialisation für die eigene Identität haben. Den dritten Preis erhielt Sarah Trentweber. Sie gab ihrer Arbeit keinen Titel, zeigt aber in ihren überlebensgroßen Bildnissen die visuelle Konstruktion von Behinderung.

Die Ausstellung ist eindrucksvoll gestaltet. „Ich bin hier jedes Mal von den unterschiedlichen Räumen fasziniert“, gestand Frank Rüdiger. Er sei nicht so vergegangen, den Preisträger die ersten Plätze einzuräumen, sondern dass die 17 unterschiedlichen Handschriften sich zu einem harmonischen Gesamtbild zusammenfügen. So werden Geschichten über Ereignisse, Lebensbedürfnisse und Besonderheiten erzählt, wie zum Beispiel in der Serie „ Auf ewig – Fotografischer Katalog einer 66-jährigen Ehe“ von Nele Gülck oder in den fast gemäldeartigen Porträts von Janina Wick „Drei Annen“, die sehr junge Mädchen am Ende ihrer Kindheit festhielt. Es ist eine sehenswerte Schau deutscher Gegenwartsfotografie. (Zu sehen bis 26. Januar 2014)

( Helga Schubert, 17.10.2013 )

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