Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Rosmarie weiß alles besser

Über alles regt sie sich auf: dass der Goldfisch keine Badehose trägt, dass der Hund so sehr schmatzt, das Huhn so laut gackert, wenn sie ein Ei legt, und das Schwein sich im Schlamm wälzt und aussieht wie ein Schwein. Kenn wir nicht auch solche Menschen, die an allem etwas auszusetzen haben, mit nichts zufrieden sind und nur herumnörgeln? Und möchte man sie nicht am liebsten in die Wüste schicken? Und genau das hat der Bauer, dem all die Tiere gehören, auch getan. Er verfrachtet die Kuh in ein Flugzeug und schickt sie nach Afrika, seine Rosmarie, die allen das Leben auf dem Hof zur Hölle macht. Und was dann noch so alles passiert, das erzählt die Geschichte „Die Kuh Rosmarie“ von Andri Beyeler nach dem Bilderbuch „Die Kuh Rosalinde“ von Frauke Nahrgang und Winfried Opgenoorth, aus dem Schweizerdeutschen von Juliane Schwerdtner, Musik: Udo Hemmann. Im Geraer Puppentheater erlebte das Stück in einer be- und verzaubernden Inszenierung von Stefan Wey jetzt seine Premiere.

Von Anfang an wird das kleine und auch große Publikum in seinen Bann gezogen. Und das liegt in erster Linie an der Spielerin Lys Schubert, die die gewiss nicht leichte Aufgabe, alles allein zu gestalten, hervorragend meistert. Sie ist der geduldige Bauer, die besserwissende Kuh, der knurrende Hund, das laute Huhn, das suhlende Schwein, und der Goldfisch, aber der sagt nichts. Sie ist nicht nur die agierende Erzählerin im bayerischen Trachtenlook, sondern auch die knarrende Tür, die stampfende Lokomotive, das surrende Flugzeug und alles, was da noch so kreucht und fleucht. Allen Figuren, denen die Spielerin Leben einhaucht, erhalten ihren besonderen Charakter und sind liebenswert, sogar die unzufriedene Rosmarie. Das liegt auch an der durchdachten genialen Inszenierung und natürlich an den Figuren von Maria-Elisabeth Wey, die allesamt einmalig und bis ins kleinste Detail gestaltet sind. Der Bühnenaufbau (Jan Hofmann) passt hervorragend zu dem Ein-Personen-Stück und unterstützt die Leichtigkeit des Spiels. Es sind ja tausend Handgriffe, die wortgenau und synchron mit Gestik und Handlung vollzogen werden müssen, was von der Akteurin perfekt gehandhabt wird.

Was macht nun die Kuh aus dem alpinen Bauernhof im afrikanischen Sand? Bis zum Schluss waren nicht nur die kindlichen Zuschauer gespannt. Verraten wird es jetzt nicht. Die Spannung soll bleiben. Das Stück empfiehlt sich für Kinder ab fünf Jahren. Übrigens man darf auch ohne kindliche Begleitung ins Puppentheater. (Nächste Vorstellungen: 17. Oktober, 10 Uhr, 19. Oktober, 16 Uhr).

( Helga Schubert, 17.10.2013 )

zurück