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Thüringens erstes SOS-Kinderdorf

Das erste SOS-Kinderdorf Thüringens wird am 26. September in Gera eröffnet. Der Termin fällt mit einem Jubiläum zusammen: Der SOS-Freundeskreis unserer Stadt kann in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiern und sieht in der Übergabe der neuen Einrichtung im früheren Gutshof in Lusan einen Höhepunkt seiner Arbeit. Fast ein Jahr lang waren die Handwerker tätig, um für etwa 20 Kinder und Jugendliche eine Heimat zu schaffen. Rund 1,2 Millionen Euro wurden investiert. Das war nur durch Fördermittel der Europäischen Union, Leistungen des Jugendamtes der Stadt sowie durch die zahlreichen Spenden von Mitgliedern und Freunden des Vereins möglich. Die Geraer Einrichtung ist das 15. Deutsche Kinderdorf des von Herman Gmeiner gegründeten weltweit tätigen Vereins.
Die Konzeption des Hauses ist bewusst so angelegt, dass es Teil seiner Umgebung bleibt. Daher wird es auf seinem Gelände offene Angebote für die Bewohner des Stadtteiles geben. Der bisher hier ansässige Teenietreff wird weiter arbeiten, und die Bewohner des Kinderdorfes und die Mädchen und Jungen aus der Nachbarschaft können ihre Freizeit gemeinsam gestalten. Auch das Gewölbe unter dem Gebäude bleibt erhalten und wird weiterhin als Begegnungsstätte generationsübergreifend genutzt. 
„Wir wollen uns ganz bewusst in das Gemeinwesen einbeziehen,“ meint Katrin Berthold, die die Geraer SOS-Gruppe seit 20 Jahren leitet. Das Haus selbst soll eine Art Schutzraum für die Kinder werden. „Der SOS-Kinderdorfverein legt größten Wer darauf, möglichst individuell abgestimmte Hilfen anbieten zu können. Daher hat auch das Geraer SOS-Team seine Angebote immer eng am lokalen Bedarf ausgerichtet,“ so Prof. Dr. Johannes Münder; Vorstandsvorsitzender des SOS-Kinderdorf e.V.. „Das Haus wird wie ein Schutzraum für die Kinder sein, so ähnlich wie eine Familie“, beschreibt Katrin Berthold die Aufgaben des Kinderdorfes. Sie hebt hervor, dass das soziale Netz in Gera gut funktioniert, aber die Stadt leider auch die höchste Schulabbrecherquote im Freistaat und viele Mädchen und Jungen besitzt, die zur Heimerziehung übergeben wurden. Allein das Jugendamt legt fest, welches konkrete Projekt gut für die Mädchen und Jungen ist. „Unser Konzept ist darauf gerichtet, Kinder mit Schwierigkeiten so früh wie möglich und so lange wie nötig in der Kinderdorffamilie zu lassen,“ meint Katrin Berthold. Die Wohngruppen erhalten nicht zufällig den Beinamen Familie, sie sollen Schutz und Wärme bieten, wie eine natürliche Familie. Selbstverständlich können die Mädchen und Jungen auch ihre Freunde mitbringen. 
Vor genau 20 Jahren hat die SOS-Kinderdorf-Initiative in Gera mit einem kleinen Freundeskreis begonnen. Anlass dafür war die Tatsache, dass viele Familien in der Umbruchzeit Arbeitslosigkeit und Existenzangst erlebten. „All das belastete auch Eltern häufig so stark, dass Familien in die Krise gerieten. Gerade Jugendliche suchten in dieser Situation Halt und Orientierung,“ erinnert sich Frau Berthold. Daher hat sich der Verein immer eng am regionalen Bedarf orientiert. Dazu ein kleiner Ausschnitt aus der Vielzahl der Aktivitäten: Anfangs gab es nur eine Wohngruppe für junge Frauen, es folgte eine Einrichtung für das Mutter/Vater-Kind-Wohnen in der Kurt-Keicher-Straße, ergänzt von einer zielgerichteten Projektarbeit, gemeinsam gestaltet mit anderen Vereinen und Gruppen. So entwickelt sich die SOS-Kinderdorf-Bewegung zu einem starken Bestandteil des sozialen Netzes. Ende 2010 wurde das „Café Krümel“ am Kornmarkt eröffnet. Schließlich gibt es noch das Frauen- und Familienzentrum mit seiner Kleiderbörse und vielen Freizeitaktivitäten.

( Reinhard Schubert, 06.09.2013 )

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