Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Vielfältiges Angebot an Lehrstellen

Zum Start des neuen Ausbildungsjahres sprach Neues Gera exklusiv mit Klaus Nützel, Präsident der Handwerkskammer für Ostthüringen. Neues Lehrjahr - neues Glück. Kann man von Glück reden, was den Handwerkernachwuchs in Ostthüringen und Gera betrifft?
Ich glaube, Glück sieht anders aus. Wir kämpfen schon seit vielen Jahren darum, unseren künftigen Fachkräftenachwuchs im Handwerk zu sichern. Das wird jedoch immer schwieriger. Aus meiner Sicht wollen zu viele Schulabgänger studieren, statt sich mit einer fundierten Ausbildung im Handwerk erst einmal eine sichere Grundlage zu schaffen. Dennoch können wir froh sein, bisher bereits 440 neue Lehrverträge für das jetzt beginnende Ausbildungsjahr in Ostthüringen abgeschlossen zu haben, was dem Niveau des Vorjahres entspricht. Für dieses Engagement gilt an dieser Stelle ein großes  Dankeschön allen ausbildenden Handwerksunternehmen. 
Dem guten Angebot an Lehrstellen steht gegenüber, dass viele Schulabgänger nicht den Anforderungen für eine qualifizierte moderne Ausbildung in einem Handwerkerberuf genügen.  Etliche stecken sogar auf. Werden solche Leute verloren gegeben?
Sicher gibt es viele Bewerber, die nicht die schulischen Anforderungen an eine moderne handwerkliche Berufsausbildung mitbringen.  Doch Aufgeben gibt es im Handwerk nicht. Unsere Betriebe versuchen, auch diesen jungen Menschen eine Chance zu geben. Nicht die Schulnoten allein sind entscheidend für einen künftigen guten Handwerker, sondern der Wille zum Erfolg, das Engagement in den Betrieben. 
Um für einen Handwerksberuf zu werben, hat sich die Kammer eine Imagekampagne einfallen lassen, die es nun schon drei Jahre gibt. Wie ist das bisherige Ergebnis und wie soll es weitergehen?
Das Zwischenfazit der Imagekampagne des Handwerks ist positiv. Vielerorts wird das Handwerk wieder als regionale Wirtschaftskraft mit hohem fachlichen  Können und Kundennähe wahrgenommen. Insbesondere unter Jugendlichen hat das Handwerk in der positiven Wahrnehmung einen Aufschwung erfahren. Darauf gilt es aufzubauen. Deshalb wird die Imagekampagne auch über das Jahr 2015 hinaus mit vielfältigen Aktionen fortgesetzt.    
Bundesweit findet am 21. September zum dritten Mal der „Tag des Handwerks“ statt. Wäre das nicht eine gute Gelegenheit, um junge Leute für eine Karriere im Handwerk zu gewinnen?
Nicht nur der „Tag des Handwerks“ wird von uns für die Nachwuchswerbung genutzt. Doch gerade dieser Tag bietet sich für alle Handwerksunternehmer an, ihre Türen zu öffnen, um Interessierten Einblicke in die Vielfalt des Handwerks zu geben. Viele Betriebe nutzen diese Gelegenheit auch, damit künftige Schulabgänger sich einen Überblick verschaffen können. Aber auch die diesjährige zentrale Thüringer Veranstaltung in Arnstadt soll mit einem bunten Rahmenprogramm auf das Handwerk aufmerksam machen. 
Wenn ein Jugendlicher erfolgreich seine Lehre abschloss und Geselle wurde, strebt er vielleicht die Qualifikation zum Meister an.  Nun gibt es aber, von der EU ins Rollen gebracht, offenbar Irritationen um den Meisterbrief...
Der Meisterbrief als höchste Qualifikation im Handwerk war und ist ein Garant für hohe handwerkliche Qualität und überdurchschnittliche Ausbildungsleistung. Das muss auch künftig erhalten bleiben. Viele Länder beneiden uns um unser duales System, zu dem maßgeblich auch die Handwerksmeisterinnen und –meister beitragen. Nicht ohne Grund ist der Meister in der gleichen Qualifikationsstufe wie der Bachelorabschluss. Das beweist ein weiteres Mal das große Können, das unsere Meister mitbringen. Eine Untergrabung oder gar Abschaffung des Meisterbriefes wäre völlig kontraproduktiv für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und hätte auch negative Auswirkungen auf Europa.
In welchen Handwerksberufen lohnt sich eine Bewerbung besonders?
Das Ostthüringer Handwerk sucht in nahezu allen Berufen geeigneten Nachwuchs. Allein in der Lehrstellenbörse unter www.hwk-gera.de  befinden sich derzeit noch 360 freie Lehrstellen in 44 Handwerksberufen in ganz Ostthüringen – davon allein in Gera noch 15. Besonders gesucht werden künftige Lehrlinge in den Elektro- und Metallberufen sowie im Nahrungsmittelhandwerk. Aber auch Lehrstellen für Kfz-Mechatroniker, Steinmetze, Friseure, Tischler u.a. eröffnen interessierten Jugendlichen vielfältige Perspektiven und Karrierechancen im Handwerk. 

( Harald Baumann, 30.08.2013 )

zurück