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Gesund durch die Tropentage

Die tropischen Temperaturen in den vergangenen Wochen haben vielen Menschen zu schaffen gemacht. Und auch für die kommenden Augusttage haben die Meteorologen noch Tage mit Temperaturen um die 30 Grad vorausgesagt. Da sind schattige Plätze und Abkühlung gefragt. Wer jetzt Urlaub hat, kann den Tag ja individuell gestalten, doch gerade in der Freizeit besteht oft die Gefahr, dass die Sonneneinstrahlung unterschätzt wird. 
Ob an der Küste, im Gebirge, an südlichen Badestränden, aber auch im Großstadtgewimmel oder heimischen Garten – es gilt, sich zu schützen. Über Gefahren für die Gesundheit und Schutz vor Schäden durch Sonneneinwirkung sprach Neues Gera mit Privatdozent Dr. med. Gerhard Kuhnle, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des SRH Wald-Klinikums. Hatten Sie in den vergangenen Tagen bedingt durch die hohen Temperaturen mehr Notfälle zu behandeln als sonst?
Es gab Notfälle, ja, aber zum Glück keine lebensbedrohlichen. Wir hatten es mit Hitzekollaps und Kreislaufstörungen zu tun. Das passiert dadurch, dass sich die Gefäße erweitern und dadurch der Blutdruck sehr niedrig wird. Schon der Aufenthalt in kühlen Räumen, das Hochlagern der Beine und Flüssigkeitszufuhr leisten da Abhilfe.
Was kann jedoch noch passieren, wenn sich Menschen zu lange der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen?
Wir müssen unterscheiden zwischen dem Sonnenstich und den eigentlichen Hitzeschäden. Wenn sich Erwachsene, aber auch Kinder eine zeitlang direkt in der prallen Sonne befinden, werden durch die lokale Erwärmung die Hirnhäute gereizt, aber die Körpertemperatur steigt nicht wesentlich. Es kommt zu Übelkeit, Erbrechen, Schwindel bis zur Bewusstlosigkeit. Beim Hitzeschaden steigt die Körpertemperatur wie beim Fieber. Im schlimmsten Fall kann sie auf 40 Grad Celsius steigen. 
Damit es nicht zum Hitzschlag kommt, muss die Körpertemperatur gesenkt werden. 
Wie kann man sich vor Sonne und Hitze schützen?
Relativ einfach. Vor einem Sonnenstich schützt schon eine Kopfbedeckung, am besten eine, die auch den Nacken bedeckt. Helle Mützen oder Strohhut sind zu empfehlen. Babys und Kleinkinder benötigen auch diese Fürsorge. Gerade Babys sind durch die noch nicht verknöcherte Schädeldecke und geringem Haarwuchs besonders anfällig.   
Wer ist denn noch besonders gefährdet?
Alle Menschen, die im Freien in voller Montur arbeiten müssen, wie Straßenarbeiter, Feuerwehrleute oder auch Sanitäter. 
Aber auch Sportler und Jogger sind potentiell gefährdet. Sie sind zwar in der Regel gut trainiert und haben luftige Kleidung an, aber sie müssen die Energie, die sie erbringen, auch wieder abgeben, das heißt, sie müssen schwitzen und genügend trinken.  Trotzdem ist zu raten, je nach Trainingszustand, nicht zu übertreiben. Auch Menschen mit Vorerkrankungen, die Medikamente nehmen, sind gefährdet, manche Parkinsonmedikamente z.B. führen dazu, dass die Temperaturregulation verändert ist, Blutdruckmedikamente, Betablocker und noch einige andere gehören dazu. 
Sollen diese Menschen die entsprechenden Medikamente einfach weglassen?
Auf keinen Fall. Es ist immer zu einem Gespräch mit dem Hausarzt zu raten.
Immer wieder heißt es, man soll viel trinken. Doch was ist sinnvoll?
Trinken ist am wichtigsten, Eiswürfel lutschen bringt nur vorübergehend das Gefühl der Abkühlung und ist wenig effektiv. Temperierte isotone Sportgetränke sind ideal. Manchmal sind auch wärmere Getränke sinnvoll. Tees sind besser als die eisgekühlte Cola. Sogar ein Espresso kann hilfreich sein. Er wirkt stimulierend und regulierend auf den Blutdruck. Aber es muss stets individuell entschieden werden.

( Helga Schubert, 08.08.2013 )

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