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Schlagzeilen der Woche

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Mit Optimismus geht es weiter

Die Hochwasserlage hat sich in Gera entspannt, die Nachwirkungen werden die Menschen aber noch lange Zeit beschäftigen: Berge von Sperrmüll auf den Straßen, noch immer nach oben drückendes Grundwasser, ausstehende Reparaturen wegen fehlender Ersatzteile, gesperrte Aufzüge und vieles andere beschäftigen die Menschen. Was aber geschieht in den Handwerks- und Gewerbetrieben, bei kleineren Unternehmen und Dienstleistern? Neues Gera hat im Zentrum des Stadtteil Untermhaus nachgefragt.
Das Elsterwasser war über die Küchengartenallee durch den Schulhof bis an die Orangerie vorgedrungen. Die Fluten bahnten sich anschließend ihren Weg in die Gutenbergstraße bis zum Friedrich-Naumann-Platz und zur Leibnizstraße..
Der Gebäudekomplex rund um das Pentahotel wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Falk Gruber,  Manager des „Penta“, hofft trotzdem, dass das Hotel spätestens Anfang Juli wieder öffnen kann. Jetzt müssen die Räume getrocknet, zahlreiche technische Anlagen repariert oder ausgetauscht werden. Die Firma Elektro-Hauffe, so der Hotel-Manager, und viele andere Firmen haben mit Rat und Tat zur Seite gestanden. 
Das im gleichen Gebäudekomplex arbeitende Wita-Haarstudio hatte noch Glück, das Wasser reichte nur bis zur letzten Stufe. Inhaberin Irina Taudte ist froh darüber, dass ihr Studio über einen eigenen Warmwasserboiler verfügt. Die Warmwasserversorgung für die Hausbewohner klappte aber auch nach mehreren Tagen noch nicht.
Weitgehend vom Wasser verschont geblieben ist die Flora-Apotheke. Apothekerin Martina Hentschel konnte schnell wieder eröffnen. Zwischenzeitlich wurden in Notfällen Medikamente ins Haus der Patienten gebracht.
Mehr Probleme hatte die Kreuz-Apotheke, Fußboden und Teppiche müssen erneuert werden. Apothekerin Antje Dyllus hatte einen überraschenden Helfer: Herr Friedrich packte Kühlpackungen mit Medikamenten in ein Boot und brachte alles in trockenere Gegenden. 
Reichlich Sandsäcke vor der Tür verhinderten in der Gutenbergstraße das Eindringen des Wasser im XXL-Werbeshop. Inhaberin Sabine Kobetz ist glücklich darüber, das nur während der Zeit des Stromausfalls nicht gearbeitet werden konnte.
Schwer getroffen wurde das „Cafehaus zum Sternberger“. „Das Wasser stand bis zu 40 cm hoch“, berichtet Melanie Kräutlein. Trotzdem wurde ein Teilbetrieb wieder aufgenommen, Kaffee und Eis sollen den Gästen des Traditionsunternehmens bald wieder munden.
Die benachbarte Filiale der „5 Meisterbäcker“ stand vollkommen unter Wasser. Wie wir von der Verkaufsleitung der Breuning-GmbH erfuhren, ist aber der Frische-Backofen heil geblieben, so dass der Verkauf nach Abfluss des Wassers wieder aufgenommen werden konnte.
Diana Kunert vom XXL-Werbeteam in der Leibnizstraße hatte das Wetter beobachtet und gemeinsam mit Helfern vorsorglich wertvolle technische Geräte und Materialien auf Tischen gestapelt. Aus den Gullies sprudelte das Wasser bis zu einem Meter hoch, viel Material wurde vom Wasser unbrauchbar gemacht. „15 bis 20 Leute haben mir geholfen. Das kann ich gar nicht wieder gut machen“, meint Diana Kunert. Das Klima in den Räumen sei wie in einer Tropfsteinhöhle.
Etwas höher gelegen ist der „Rübezahl“, so das die Fluten den Gastraum nicht erreichten. Allerdings ist im Keller an Kühltechnik und Warenbestand ein Schaden von rund 20.000 Euro entstanden. Alles wurde in Selbsthilfe wieder in Ordnung gebracht, so Inhaber Torsten Weißbach. Schwer getroffen wurde allerdings die dem gleichen Eigentümer gehörende Catering-Firma in Meilitz. 
Im gleichen Gebäudekomplex arbeitet auch die „Tanzschule Schulze“. Sie musste ihren Betrieb nur kurz unterbrechen, weil die Strom-Installation beschädigt war. „Mit Notstrom haben uns die Nachbarn Foto-Porst und andere ausgeholfen. Wir tanzen wieder“,  meinte Tanzschul-Chef Ralf Schulze.
Die Firma „Gardinenambiente Frank Sedlak“ hatte noch viel Glück, auch wenn der Keller vollgelaufen war. „Wir haben lange nach einem Notstromaggregat gesucht, ohne etwas zu finden. Geholfen hat uns dann die Handwerkskammer, die uns zur Elektro-Firma Schöppe in Kraftsdorf vermittelte“, so Manuela Sedlack.
Auf längere Reparaturzeiten muss sich Hans-Dieter Puff einstellen. Fußboden und Möbel sind durchweicht und unbrauchbar geworden. Rund 35 cm hoch hatte das Wasser im Reisebüro gestanden. Sehr geholfen haben die Leute von Streetwork und Herr Harthaus von der Nachbar-Firma Foto-Porst, so der Geschäftsinhaber und meint: „Ich bin Optimist, wenn alles gut geht, werde ich mein Reisebüro am 1. Juli wieder eröffnen.“
Drei Tage musste die Bäckerei Dorno in der Leibnizstraße schließen. Ellen Lublow berichtet, dass man dann schon wieder voll versorgt hat, obwohl die Stromversorgung noch nicht gesichert war. Diese Beispiele sollen stellvertretend für alle stehen, die vom Unwetter geschädigt wurden, aber weitermachen werden. 

( Reinhard Schubert, 14.06.2013 )

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