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Doppelt Grund zum Feiern

Doppelter Grund zum Feiern bei der Geraer SPD: 150 Jahre SPD und Übergabe des neuen Gemeinschaftsbüros des Kreisverbandes in der Humboldtstraße 2. Das Büro wird gemeinsam vom Kreisverband, der Regionalgeschäftsstelle der SPD in Ostthüringen, sowie vom Landtagsabgeordneten Wolfgang Lemb und als Wahlbüro des Bundestags-Kandidaten Volker Blumentritt genutzt. Kein Wunder also, dass zur Eröffnung viel politische Prominenz aus Erfurt zugegen war: SPD-Landesvorsitzender und Kultusminister Christoph Matschie, Justizminister Holger Poppenhäger und Landtagsabgeordneter Wolfgang Lemb.

Christoph Matschie erinnerte daran, dass im Jahre 1922 in Gera die Vereinigung von USPD und SPD beschlossen worden war und auch starke Impulse für die Arbeits-Sportbewegung von der Stadt an der Elster ausgegangen sind. So wurde im Jahre 1893 der später in ganz Deutschland aktive Arbeiter-Turner-Bund gegründet.

Die Werte der SPD seien weder in den Zeiten der Nazi-Herrschaft noch durch die stalinistische Zwangvereinigung verloren gegangen. Am 19. November 1989 wurde im damaligen Klubhaus der Wema-Union die Partei noch unter dem Namen SDP wieder gegründet, 1. Vorsitzender wurde Peter Harthaus. Der gegenwärtige SPD-Kreisvorsitzende Tilo Wetzel erinnert sich daran, dass die Aufbruchstimmung dieser Zeit rund 25 Geraer zur Mitgliedschaft bewegte, viele davon waren schon früher Sozialdemokraten. Einige von ihnen gehören noch heute zum „harten Kern“ des Kreisverbandes, der gegenwärtig rund 120 Mitglieder zählt. Unvergessen bleiben auch die Mitglieder, die ihre Überzeugung mit dem Leben bezahlten. In einem Gespräch mit „Neues Gera“ erzählt Tilo Wetzel, dass 1949 rund 25 Geraer SPD-Mitglieder verhaftet wurden.

Dazu gehörte Arno Groß, der am 12. Dezember 1953 im Gefängnis Bautzen gestorben ist. Erst nach der Wende ist Arno Groß durch die Moskauer Staatsanwaltschaft rehabilitiert worden. Alle Unterlagen zum Prozess befinden sich nach wie vor in Russland, so dass die Geraer SPD mit Hilfe der Nachfahren von Arno Groß versucht, Einblick zu erhalten.

Aus Anlass des Parteijubiläums der SPD übergab der Kreisvorsitzende der Linken, Andreas Schubert, an Tilo Wetzel die Biografie des Geraers Hermann Schulze, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Geraer Stadtrat und im Landtag wirkte und „in der USPD, der KPD, der SPD und der SED als „unbequemer Zeitgenosse“ galt. Andreas Schubert machte in diesem Zusammenhang auf die gemeinsamen Traditionslinien von SPD und Linken aufmerksam. Ein weiteres Geschenk überreichte Marco Schau von der „Bunten Steinweg-Familie“. Das Bild war von mehr als 20 Geraern während des Höhlerfestes gemalt worden.

Der SPD-Kreisvorsitzende freute sich über dieses Bild besonders, weil sich seine Partei auch künftig verstärkt um kulturelle Fragen kümmern will. Unterstützung gäbe es weiterhin durch mehrere Thüringer Landesministerien.

Langfristig sei in Gera auf Initiative der SPD auch eine Ausstellung von so genannter Wismut-Kunst geplant. Als Erfolg seiner Partei bezeichnete Tilo Wetzel auch die Tatsache, dass in Gera die gute Kinderbetreuung gegen alle Anfeindungen durchgesetzt werden konnte. „Wir haben im Stadtrat mehr als 100 Vorlagen mit beschlossen“, stellte er fest, das sei ein deutlicher Ausdruck dafür, dass die SPD ihrer Verantwortung gerecht werde.

Das schließe ein, dass die Fraktion im Stadtrat die gegenwärtigen Probleme im Haushalt stark kritisiert habe, sich aber nicht durchsetzen konnte.

( Reinhard Schubert, 08.05.2013 )

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