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Ist Energiewende gut für Mittelstand?

Im Hörsaal von Geras angesehener Bildungseinrichtung Berufsakademie: Wo sonst Gruppen der 700 Studierenden der Wissensvermittlung durch einen der vielen Lehrkräfte lauschen, haben diesmal ungefähr 100 Unternehmer Platz genommen.

Eingeladen zu einem Regionaldialog hatten die Industrie- und Handelskammer Ostthüringen zu Gera (IHK) und die Mittelstandsinitiative Energiewende. Prominenter Gesprächspartner: Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler. Im angeregten Dialog mit dem sympathisch wirkenden Gast aus Berlin wird eine Sache schnell deutlich: Die meisten mittelständischen Unternehmen sehen durchaus Chancen in der Energiewende. Sie verweisen aber zugleich auf Unausgegorenes bei dem von der derzeitigen Bundesregierung beschlossenen „Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)“  und generell zum Thema Energiewende, die vielen zu schleppend vorangeht.

Albrecht Pitschel, Präsident der IHK Ostthüringen, gab namens der vielen Tausend Mitgliedern der Kammer dem Wirtschaftsminister einen Forderungskatalog mit auf den Weg. Das „ABC“ der IHK zur Energiewende fordert unter „A“ die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dazu gilt es den Ausbau von Netzen, Speichern und Kraftwerken zu beschleunigen.

Unter „B“ drängen die Unternehmen auf eine Senkung der Energiekosten. Steuern und Abgaben auf Energiepreise seien zu hoch. Die EEG-Umlage gilt es abzuschaffen und die Netzentgelte bundesweit umzulegen. Unter „C“ wird verlangt, einen EU-Energie-Binnenmarkt zu schaffen.

Auch der Präsident der Ostthüringer Handwerkskammer, Klaus Nützel, verwies  auf die mit der Energiewende verbundenen Preissteigerungen.

Zunehmend belasten die Energiekosten die Handwerksbetriebe. Bedauert wird auch, dass kein Gesetz zur energetischen Gebäudesanierung zustande gekommen ist. Das aber wäre wichtig für Aufträge im Handwerk.

Die Wünsche der Unternehmer in der Runde lassen sich auf die einfache Formel zusammenfassen: Energie muss bezahlbar bleiben.

Die sogenannte EEG-Umlage sollte 3,5 Cent betragen, liegt aber jetzt schon bei 5,27. Und Energie muss versorgungssicher werden und braucht verlässliche Rahmenbedingungen.

Deutlich wurde in der Debatte auch: Die Unternehmen selbst suchen nach Energieeinsparpotential und wollen die Energieeffizienz erhöhen.

So legte Bäckermeister Michael Möbius dar: „Für uns sind solche Dinge wie Wärmedämmung oder die Einstellung der Öfen wichtig, also die optimale Steuerung des Produktionsprozesses, um unsere Backwaren effizient und umweltschonend herzustellen. Bedeutsam ist ebenso die Wärmerückgewinnung. Unsere Öfen nachzurüsten ist  zu teuer und rechnet sich nicht.“ Ein neuer Ofen ist angedacht, derzeit aber eine Geldfrage.

Jörg Schonert, Geschäftsführer der „LASER Blechbearbeitung und -verarbeitung“ berichtete: „Am Jahresende werden wir eine neue Produktionshalle in Betrieb nehmen. Wir wollen mit unserer Investition energieeffektiv produzieren. Dabei testen wir derzeit auch LED-Lampen, die die alten Natriumdampflampen ablösen sollen. Wir nutzen alles, was der Energieeinsparung dient. Energieberater helfen uns dabei mit fachlicher Kompetenz.“

Mit gemischten Gefühlen nahmen die Teilnehmer auf, als Philipp Rösler auf Hemmnisse bei der Energiewende verwies, so zum Föderalismus als Bremsklotz. Jedes Bundesland wolle bei den geplanten 16 Stromtrassen quer durch die Bundesrepublik eigene Interessen durchsetzen.

Der Minister für Wirtschaft strebe an, den Bau von zehn auf vier Jahre zu verkürzen. Er spricht auch von Parteiengezänk, ob und welche Gas- und Kohlekraftwerke bleiben sollen.

Was ein Gesetz zur energetischen Gebäudesanierung betrifft, will der Gast aus dem Bundestag am Ball bleiben.

( Harald Baumann, 02.05.2013 )

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