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Es wird wieder aufgetischt

Es ist angerichtet. Nach der langen Winterpause serviert die Kunstzone M1 am Mohrenplatz in Untermhaus wieder erlesene Genüsse für Geist und Auge. „Eigentlich wollten wir schon am 12. April die Türen wieder öffnen, aber da waren hier noch Null Grad“, lachten Winfried Wunderlich und Sven Schmidt, die risikofreudigen Macher und gemeinsam mit dem Verein Kunstzone die wagemutigen Organisatoren des Ausstellungsmenüs, das stets durch frische Würze und pikanten Geschmack überrascht.

Auch die erste Ausstellung, die nun eine Woche später eröffnet wurde, trifft diesen Kern. Sie nennt sich „Unter der Oberfläche“ und vereint Malerei, Objekte und Texte von Hannes Weinberger und Gerald Kurdoğlu Nitsche, zwei Österreicher aus Innsbruck. „Damit wird die Achse Innsbruck – Gera mit neuer kreativer Energie aufgeladen“, freute sich Sven Schmidt, der gemeinsam mit seinem Künstlerkollegen Winfried Wunderlich in Innsbruck ausgestellt hatte. Hannes Weinberger wiederum war zweimal zur Höhlerbiennale in Gera vertreten. Aber auch für Gerald Kurdoğlu Nitsche ist die Stadt keine Unbekannte. „Eine interessante Stadt“, verwies er auf Otto Dix und das reiche Kulturangebot. „Auch mein Name Gerald stellt schon einen Bezug her“, lacht er. Während eines Besuches sei er auch von den schön restaurierten Gründerzeitvillen beeindruckt gewesen.

Der Künstler zeigt in Gera großflächige farbige Ölgemälde mythologischen oder biblischen Inhalts. Sein neuestes Werk hat er ebenfalls mitgebracht „Da habe ich vorgestern noch daran gemalt, und ich werde noch weiter daran arbeiten“, bekennt er. Das Gemälde erinnert an den Atombombenabwurf am 8. Juni 1945. Er habe sich mit Dadaismus beschäftigt, „aber einen Stil habe ich nicht, bin ja kein Besen“, will er verdeutlichen. Gerald Nitsche, der sich aus Protest gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus den Namen Kurdoğlu als zweiten Vornamen zugelegt hat, hat viele Bücher veröffentlicht und ist Herausgeber eines Verlages. „Kunst ist meine Lebensmitte – aber kein Lebensmittel“, sagt er. Seine Sprunghaftigkeit mache ihn nicht besonderlich beliebt, will er wissen. Hannes Weinberger führt in eine ganz andere Welt, eine Welt des Weggeworfenen und der Abfallprodukte. In seinen Kastenbildern oder raumplastischen Montagen lässt er sie in ihrer skurril kreativen Art ihre eigenen Geschichten erzählen. Auf diese Weise treffen die Spuren des vorherigen Gebrauchsseins eine neue Aussage. „Kunst ist eine Sprache, die jeder versteht“, ist er überzeugt. Er beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit Kunst und gibt dem simplen Einzelgegenstand einen neuen Sinn, der oft einen grotesken Humor ans Tageslicht fördert. Die Deutung ist dem Betrachter überlassen, z.B. die Antwort auf die Frage: „Kann der Käfer die Notenlinie zu Steighilfen umfunktionieren, ohne gefressen zu werden?“

Neben den Werken der österreichischen Künstler zeigt die Galerie Ölgemälde von Gerda Lepke, neue Kaltradierungen zu Gera von Sven Schmidt, farbige Radierungen von Barbara Mäder-Ruff, Kombinationsdrucke von Erik Seidel, wunderliches Glas, Kühn-Leibechersche Papierschichtungen und etliches mehr. Die Ausstellung ist bis zum 26. Mai in der Zeit von Dienstag bis Sonntag, 12 bis 18 Uhr, geöffnet. Die nächste Kunstspeise wird ab 27. April im „Steinwegerich“ mit dem Titel „Für Erich“ serviert.

( Helga Schubert, 25.04.2013 )

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