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Kampf dem Lungenkrebs

Ärzte und Fachexperten des SRH Wald-Klinikums und der Paracelsus-Klinik Zwickau haben dem Lungenkrebs den Kampf angesagt. Beste Voraussetzungen bietet das erste Lungenkrebszentrum Thüringens und Sachsens, zu dem sich die Klinik für Pneumologie, Hämatologie und Onkologie sowie die Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie des Wald-Klinikums und die Klinik für Innere Medizin des Zwickauer Krankenhauses zusammengeschlossen haben. „Ein wichtiger Schritt, die Lebenszeit von Patienten zu verlängern und die Lebensqualität zu verbessern, ist daher, die Kompetenz der Ärzte zu bündeln und so den Therapieeinsatz zu optimieren“, beschrieb Dr. Thomas Lesser, Chefarzt der Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie, die Grundidee des neuen Zentrums. Noch immer präge der Uranbergbau in unserer Region viele Schicksale mit. Wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung feststellte, stiegen mit dem Uranbergbau in den Jahren 1947 bis 1991 in Ostthüringen und Westsachsen die Lungenkrebsfälle deutlich an. Die statistischen Angaben vom April 2012 besagen, dass 3700 ehemalige Wismut-Kumpel an Lungenkrebs erkrankt sind. Im Vergleich zu anderen Regionen in Thüringen werden hier die meisten Neuerkrankungen registriert.
Die Mediziner sehen diese Tatsache als Herausforderung. Sie hat aber auch zu einer bemerkenswerten Zusammenarbeit über Ländegrenzen hinweg geführt. Bereits seit etwa sieben Jahren entstand die enge Kooperation mit dem Paracelsus-Klinikum, auch ein ehemaliges Bergarbeiterkrankenhaus. In wöchentlichen Tumor-Konferenzen werden per Videoschaltung die Fälle diskutiert und die optimalen Behandlungsmöglichkeiten besprochen. Diagnostiziert und medikamentös therapiert werden die Lungenkrebspatienten von Prof. Dr. Susann Lang, Chefärztin der Klinik für Pneumologie, Hämatologie und Onkologie in Gera, und Chefarzt Dr. Reinhold Müller in Zwickau. Die operative und strahlentherapeutische Behandlung werden an der Klinik für Thoraxchirurgie und an der Klinik für Strahlentherapie in Gera vorgenommen. „Für den Patienten ist es auf jeden Fall von Vorteil, dort behandelt zu werden, wo viele Fachärzte am Wirken sind und Erfahrungen seit Jahren gesammelt haben“, ist sich Prof. Dr. Lang sicher. Als Einzelkämpfer in kleinen Einrichtungen sei es viel schwieriger.
Die Kompetenzen von der Diagnostik, über die Strahlen- und Chemotherapie bis zur Operation unter einem Dach zu konzentrieren, wurde belohnt. Die Deutsche Krebshilfe hat das Lungenkrebszentrum zertifiziert. Bestätigt wurde damit eine überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit bei der Art der Eingriffe oder der Seltenheit der Komplikationen nach Operati0nen. Im Vorjahr wurden in Gera 182 und in Zwickau 105 Neuerkrankungen an Lungenkrebs diagnostiziert und behandelt. 114 große Lungenoperationen wurden im Zertifizierungszeitraum durchgeführt. Drei Patienten seien gestorben, trotzdem liege die Zahl deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, sagte Dr. Lesser. Neue Medikamente, neue Behandlungsmethoden und neuartige chirurgische Methoden ließen die Hoffnungen auf eine bessere Lebensqualität der Patienten steigen, ist Dr. Lesser optimistisch. Als Beispiel führt der Chefarzt endoskopische Operationen beim Entfernen des Lungenlappens an, wobei das Lungentumorzentrum Teilnehmer einer Studie ist.  
Prof. Dr. Lang unterstreicht, dass für die Patienten nicht nur die Behandlung durch rund um die Uhr erreichbare Spezialisten wichtig sei, sondern auch die Nachsorge. „Der Patient muss weiter von uns begleitet werden“, meint sie. Selbsthilfegruppen, Sozialdienste und Psychoonkologie würden angeboten.

( Helga Schubert, 31.01.2013 )

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