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Willkommen im Club 27

Gera (NG). Hanns Eislers Tod jährt sich 2012 zum 50. Mal. Grund genug, sich einmal mit dessen bedeutendstem Opus, der Deutschen Sinfonie, zu beschäftigen. Entstanden ist die selten aufgeführte Großkomposition in der Zeit von Eislers erzwungenem Exil in den USA. Als Jude, Kommunist und Vertreter der musikalischen Avantgarde sah er sich gleich aus mehreren Gründen verfolgt und zur Flucht aus Nazi-Deutschland gezwungen. Die anklagenden und zum Widerstand auffordernden Texte stammen fast ausschließlich von Bertolt Brecht. 
Für Eisler sollte die „Deutsche Sinfonie“ ein Exempel für die Verbindung von Avantgarde-Kunst und Volksfront darstellen, ein Versuch, die musikalischen Entwicklungen der Schönberg-Schule mit politisch-agitatorischen Aspekten zu koppeln. Wiederholt findet sich das Motiv B-A-C-H in Eislers Sinfonie, ein Verweis auf den barocken Großmeister, dessen drittes Brandenburgisches Konzert – ein Höhepunkt in Bachs Konzertschaffen – zu Beginn des zweiten Philharmonischen Konzertes am 14. und 15. November, jeweils 19.30 Uhr, im Konzertsaal, erklingt. 
27 nennt Silvana Schröder ihren neuen Ballettabend, der am 16. November, 19.30 Uhr, seine Uraufführung im Großen Haus erleben wird. Die Ballettdirektorin stellt einen Jungen in den Fokus, der so sein will wie seine Pop-Idole: Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Kurt Cobain, Amy Winehouse. Diese Popikonen, die zu den einflussreichsten der Rockgeschichte zählen, eint ein exzessiver Lebensstil, das Auskosten und Ausleben des Augenblicks, die absolute Hingabe an die Musik, sozialer Aufstieg und unermesslicher Reichtum, Berühmtheit und Verehrung – und das Todesalter 27. Sie gehören – trotz unterschiedlicher Lebens- und Todesumstände sowie Musikstile – dem sogenannten Club 27 an. Hatten sie ihren frühen Tod billigend in Kauf genommen oder gar mutwillig herbeigeführt? Ist ihnen der Erfolg so zu Kopf gestiegen, dass sie nicht damit zurechtkamen? Inwieweit haben sie die Sehnsüchte ihrer Fans ausgelebt und ausgedrückt? Welche Rolle spielten Sex, Alkohol und Drogen? Und gibt es überhaupt einen Zusammenhang zwischen künstlerischer Produktivität und Selbstaufgabe?
Der Junge nimmt sich vor, seinen Vorbildern mit allen Konsequenzen nachzueifern, bis er das ominöse Alter erreicht hat, davon träumend, selbst in die Musikgeschichte einzugehen und dadurch unsterblich zu werden. Wird er seinen 28. Geburtstag erleben?
Die Musik von Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Kurt Cobain und Amy Winehouse kommt vom Band. Als Live-Gitarrist ist Arto Mäkela auf der Bühne. 
Am Sonntag, 11. November, 11 Uhr, wird in die BaP zu einer Matinee eingeladen. Das Inszenierungsteam stellt die Konzeption  und Ausschnitte aus der Choreografie vor.

( vorstufe, 08.11.2012 )

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