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1. Fanfarenzug Gera feiert 2013 seinen fünften Geburtstag

„Wir bringen die Landesmeisterschaft nach Gera”, mit diesen Worten erreichte mich kürzlich eine Email von Sven Scharfenberg. Meine Neugier war geweckt, ich wollte mehr wissen. Wer ist Sven Scharfenberg und um welche Landesmeisterschaft handelt es sich. Tanzen? Boxen? Reiten? Neben Radsport, Rollhockey und Schwimmen, waren dass zumindest die Sportarten, die mir auf Anhieb einfielen. Doch weit gefehlt. Sven Scharfenberg ist der Gründer und erster Vorsitzender des wiederbelebten Geraer Fanfarenzuges und im kommenden Jahr wird dieser Verein Ausrichter der 18. Landesmeisterschaft der Thüringer Turnerspielleute sein.

Es ist für Sven Scharfenberg weit mehr als nur ein Hobby, dem er sich mit Leidenschaft hingibt. Seit dem Zeitpunkt als sein Vater ihn mit zu einer Probe nahm - damals war er erst drei Jahre alt - legte er nie länger als vier Monate das Instrument aus der Hand. Wobei man nicht nur von einem sprechen kann. Ob Umschaltfanfare, Hochtrommel, Marschtrommel, Tambour-Stäbe, Schellenringe oder Kesselpauken, Sven Scharfenberg beherrscht sie alle. 

2007 zog er nach Gera und noch bevor er sich eine Wohnung mietete, machte er sich auf die Suche nach einem Fanfarenzug. „Nachdem ich feststellte, dass es hier in Gera keinen Verein gibt, machte ich mich in die Spur”, erinnert er sich. Im Stadtarchiv gab es nur noch rudimentäre Anhaltspunkte, dass es einst einen Fanfarenzug gab, der sich mit der politischen Wende auflöste. 

Scharfenberg startete einen Zeitungsaufruf. Wenige Monate später lernte er Bernd Seifert kennen - ein Urgestein des einstiges Fanfarenzuges. „Ich las den Aufruf von Sven. Ich schnappte all meine Noten von damals. Schon beim ersten Treffen war klar, wir werden einen neuen Fanfarenzug gründen”, reflektiert Seifert das erste Zusammentreffen. Mit sieben Jahren begann er im ehemaligen Geraer Fanfarenzug mitzuspielen. Heute ist er Hauptübungsleiter der Marschtrommeln.  

Am 8. Februar 2008 wurde der Geraer Fanfarenzug wiederbelebt und gehört seitdem dem 1. SV Gera an. Schnell fanden sich viele Begeisterte, die im Zug mitspielen wollten. „Anfangs haben wir in der Turnhalle des Albert-Schweizer-Gymnasiums geprobt. Ungefähr nach zwei Jahren drohte die Stadt mit dem Rausschmiss. Grund war die bevorstehende Sanierung der Schule. Wir saßen praktisch auf der Straße. In dieser Zeit sind uns viele Mitglieder abgesprungen. Wir mussten also von vorn anfangen”, denkt Scharfenberg an die Holpersteine zurück. In der Friedericistraße 8a haben sie neue, größere, schalldichtere und günstige Räume gefunden. „Nicht nur, dass wir hier niemanden stören, kommt uns der Vermieter zudem sehr mit der Miete entgegen”, ist er dankbar, denn auf finanzielle Unterstützung seitens der Stadt war nie zu denken. Heute zählt der Verein wieder rund 40 Mitglieder. Um überhaupt einen Fanfarenzug aufspielen zu lassen, bedarf es so einige Instrumente.  Spätestens jetzt wird wieder deutlich, wie wichtig dieses Hobby für Sven Scharfenberg und Bernd Seifert ist. Rund 70 Instrumente besitzt der Verein, von denen mehr als 90 Prozent die beiden Vorsitzenden aus eigener Tasche finanziert haben. „Klar, haben uns auch befreundete Vereine unterstützt. So bekamen wir z.B. von den Marga-Fanfaren aus Senftenberg hochwertige Trommeln zu unserem vierjährigen Bestehen geschenkt”, zeigen sich beide dankbar. 

Am 29. und 30. Juni 2013 wird die 18. Landesmeisterschaft hier in Geraer Stadion der Freundschaft ausgetragen. Erwartet werden hunderte Mitglieder verschiedener Fanfarenzüge und ebenso viele, wenn nicht so gar mehr, Zuschauer und Zuhörer, die das Stadion beleben. In zwei Klassen werden um die Titel musiziert. „Es gibt die Meister- und die Pokalklasse. Während in der Pokalklasse drei eigene Titel im Stand gefordert werden, müssen die Teilnehmer der Meisterklasse 15 Minuten und mindestens acht eigene Titel spielen und zudem die Jury von ihrer Choreografie überzeugen”, erklärt Seifert das Reglement.    

Und auch wenn Juni 2013 noch in weite Ferne ist, so sind die Organisatoren schon jetzt aufgeregt. Und das zu Recht. Schließlich haben sie nicht nur einen Titel zu verteidigen - wurden sie doch bei der 16. Landesmeisterschaft Sieger in der Pokalklasse - sondern auch für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Und genau dafür sind viele freiwillige Helfer und Sponsoren gefragt und gesucht. Rund 1.000 Euro Eigenanteil muss der Fanfarenzug Gera aufbringen, damit die Meisterschaft im kommenden Jahr hier in Gera stattfinden kann. 

Natürlich ist der Fanfarenzug Gera e.V. auch immer auf der Suche nach neuen begeisterten und interessierten Nachwuchstalenten. 

www.fanfarenzug-gera.de


( Fanny Zölsmann, 20.07.2012 )

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