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Neue Sonderausstellung im Museum für Naturkunde „Fremde Federn“

Wenn ein Boxer nicht mehr als 57 Kilogramm wiegt, spricht man vom Federgewicht. Mit federleicht  bezeichnen wir Dinge oder Personen, die eben ein extrem geringes Gewicht haben. Wie viel wiegt nun aber wirklich eine Feder? Präparator Rainer Michelson vom Museum für Naturkunde wollte es ganz genau wissen und hat eine Daunenfeder auf einer ausgeliehenen Apothekerwaage nachgewogen. Er geriet selbst ins Staunen. 0,13 Gramm bringt eine solche kleine Feder auf die Waage. „Und dabei ist sie doch so stark, denn sie kann ein Gewicht von 10 Gramm tragen“, stellte der Experte fest. Dieses und anderes Wissenswertes aus dem Bereich der Federn zeigt die neue Sonderausstellung „Fremde Federn. Das Kleid der Vögel – eine geniale Erfindung der Natur“ im Naturkundemuseum.

Im Mittelpunkt steht die bedeutende Sammlung des sächsischen Ornithologen Erwin Tyll. 70 Zentimeter lang ist zum Beispiel die mächtige Schwung- und Steuerfeder des Bartgeiers, die ebenso zu sehen sind, wie die Feder eines Andenkondors oder das grellfarbige Kleid der Papageien, aber auch die Vielfalt heimischer Greif- und Singvogelarten ist zu bewundern. Insgesamt zeigt die Schau rund 1.000 Exemplare, die allesamt bestätigen, wie sinnvoll die Natur die Vögel ausgerüstet hat. So ist das Federkleid oft unscheinbar, der Umgebung angepasst oder grell schillernd und prächtig wie bei dem Pfau. Wenn er sein Rad schlägt, schlagen nicht nur die Herzen der Pfauenhennen höher. 

Kornelia Meyer, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, ist von den unglaublichen Möglichkeiten des Fluges beeindruckt. Voraussetzung dafür sei die enorme Leichtigkeit und hohe Elastizität der Feder.„Sie ist eine geniale Schöpfung und ein geniales Naturprodukt“, sagt sie und hebt die thermischen Eigenschaften, den Schutz vor Wärme, Kälte und Nässe hervor. Und das ist seit 150 Millionen Jahren schon so, denn beim Urvogel Archäopteryx konnten Federn, ähnlich mit denen unserer heutigen Vögel, nachgewiesen werden. Ergänzt wird die Schau durch eigene Objekte aus dem Fundus des Hauses. Die Vitrinen zeigen einen Storch, einen Nandu, Waldkauz , den riesigen Gänsegeier, Bälge von präparierten Tieren, wie sie zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet werden, und andere Utensilien. 

„Fremde Federn“ zeigt jedoch nicht nur das neu gestaltete Ausstellungsfoyer des Museums, sondern auch das Barockzimmer. Wie sich der Mensch damit schmückte und wieder einmal mehr dazu beigetragen hat, dass manche Tiere fast ausgerottet sind, wird in diesem Raum an Hand verschiedener Produkte veranschaulicht. Wegen seiner schönen Federn für die Mode der Damenwelt ging es im 19. Jahrhundert dem Strauß ans Leben. Das wunderschöne Gefieder des Paradiesvogels aus Papua Neuguinea war ebenfalls im 19. Jahrhundert ein beliebtes Objekt der Begierde. Die Tiere stehen heute streng unter Schutz, sind aber vom Aussterben bedroht. Ein ganzes Zimmer ließ sich August der Starke auf Schloss Moritzburg mit Federn tapezieren. Ein Schaustück der gewebten Federtapete ist ebenfalls in der Schau zu bewundern, doch muss man genau hinsehen, denn es darf keinem direkten Licht ausgesetzt werden. 

Die Ausstellung ist bis zum 6. Januar 2013 zu sehen. Für Kinder gibt es spezielle Lernstationen, an denen sie ihr Wissen testen und sich ausprobieren können. Natürlich dürfen auch die Großen mitraten oder zum Beispiel mit einem richtigen Gänsekiel schreiben oder Federn unter einem Mikroskop anschauen. Die Sommerferien sind besonders dazu angetan, auf Entdeckungsreise zu gehen.

( Helga Schubert, 13.07.2012 )

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