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Gewalt gegen Kinder verhindern

Michelle befindet sich auf dem Nachhauseweg. Vor ihrem Elternhaus wird sie von ihrem Nachbarn angesprochen. Er hat süße kleine Hasen. Ob Michelle sich diese nicht einmal anschauen möchte? Nichtsahnend begibt sich das kleine Mädchen in das Haus des Nachbarn. Dort küsst er Michelle plötzlich - gegen ihren Willen.

Um zu verhindern, dass Kinder in solche Situationen geraten, führt Mike Wolf vom Kindergewaltpräventionsprojekt „Sabaki“ gemeinsam mit seiner Frau Mandy regelmäßig in Kindertagesstätten und Schulen Kinderverhaltensschulungen durch. 2008 wurde das Projekt, dessen Name aus der Kampfkunst stammt und „Ausweichen“ bedeutet, ins Leben gerufen. „Ich mache in meiner Freizeit Kampfkunst und einmal wurde ich gefragt, ob ich nicht mal in einer Klasse einen Selbstverteidigungskurs geben könnte“, erinnert sich Mike Wolf. Doch als klar wurde, dass sich die Kinder dadurch gegen sexuelle Übergriffe wehren sollten, entstand die Idee für die Schulungen. „Die Kinder brauchen in solchen Situationen keine Kampftechniken, sondern das richtige Verhalten“, ist er überzeugt. Diese Kinderverhaltensschulungen sind begehrt. Selbst bis nach Rostock hat es das Projekt schon verschlagen. 

Vergangene Woche waren Mike und Mandy Wolf in der Erich-Kästner-Grundschule zu Gast. An der Schule hatte es vor einiger Zeit mal einen Vorfall gegeben. Ein Fremder versteckte sich auf der Toilette und lauerte Kindern auf. Nur durch die Hilferufe einer Schülerin wurde eine Lehrerin aufmerksam. Schlimmeres konnte verhindert werden. 

20 Erst- und Zweitklässler lernten nun von Mandy und Mike Wolf unter anderem zwischen Fremden und Bekannten zu unterscheiden.  Bekannte sind Erwachsene, mit denen die Kinder zu tun haben. Ein Fremder hingegen ist jemand, den man zum ersten Mal wahrnimmt. In verschiedenen Rollenspielen wurde fiktiv durchgespielt, wie sich die Kinder in der Öffentlichkeit ganz nach dem Verhaltensmuster Bewahre Ruhe!, Nimm Abstand!, Lass das Quatschen!, Erwecke Aufmerksamkeit!, Hole dir Hilfe!, Gehe Petzen! gegenüber Fremden verhalten sollten.  „Wehrt euch, ohne zu kämpfen“, gibt Mike Wolf den Kindern mit auf den Weg. Denn kämpfen hat keinen Sinn, da der Erwachsene immer der Stärkere ist. Er demonstriert an Ole, wie das funktioniert. Er hält den Jungen am Arm fest. Als Ole versucht, sich zu befreien, verstärkt Mike Wolf den Druck auf dessen Arm. Mit einem lautstarken „Hau‘n Sie ab!“ oder ein „Bitte lassen Sie mich in Ruhe“ kann mehr erreicht werden.  

Hilfe im Ernstfall können sich Kinder nicht nur bei Erwachsenen suchen und sie bitten, sofort die Polizei zu rufen, sondern auch beim SafePoint. Die Initiative „SafePoint“ wurde ins Leben gerufen, um Kindern eine Zufluchtstelle in Not-, Konfrontations- oder Konfliktsituationen zu bieten. Öffentliche Einrichtungen, die bereit sind, Kindern in Notsituationen Schutz und Hilfe zu gewährleisten, beteiligen sich an dieser Initiative. Durch den „SafePoint“ soll die Hemmschwelle der Täter aufgrund des Entdeckungsrisikos erhöht werden. Für die Kinder unübersehbar, sind die Einrichtungen mit dem Logo, einem Punkt mit einem Igel, versehen. An einigen Geschäften in der Wiesestraße, aber auch auf Straßenbahnen oder Bussen ist das Logo zu finden.

Auf eben diese Initiative soll nun auch noch ein überdimensionales Graffiti an der Bahnbrücke Heinrichstraße aufmerksam machen. Es wurde von der Künstlern der Folienfabrik umgesetzt und zeigt ein Mädchen mit einem Handy in der Hand. Das Kindergewaltpräventionsprojekt hat mit der Deutschen Bahn AG das Graffiti in Auftrag gegeben. Das Vorhaben kostete mehr als 2.000 Euro. „Die Kosten haben wir uns mit der Deutschen Bahn AG geteilt“, sagt Christian Schmidt von der Folienfabrik. Informationen unter www.projekt-sabaki.de

( Doreen Hotzan, 06.07.2012 )

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