Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Aufstehen, hingehen, da sein!

 „Wir lassen uns unsere Demokratie nicht wegnehmen, wir stehen zu diesem Land. Wir stehen zu diesem Land, nicht weil es so vollkommen ist, sondern weil wir nie zuvor ein besseres gesehen haben. Speziell zu den rechtsextremen Verächtern unserer Demokratie sagen wir mit aller Deutlichkeit: Euer Hass ist unser Ansporn. Wir lassen unser Land nicht im Stich”, getreu diesen Worten von Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Rede nach der Vereidigung am 23. März diesen Jahres sind alle Geraer angehalten am Sonnabend friedlich Gesicht zu zeigen. 

Unter dem Motto „Gera. Aufwachen. Aufstehen. Dem Nazifest entgegentreten!“ ruft das Thüringenweite Bündnis gegen Rock für Deutschland auf. Auch Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn will gemeinsam mit den Geraern auf die Straße gehen. „Gera ist eine tolerante und weltoffene Stadt. Mit Sorge erfüllt mich, dass unsere Stadt nunmehr zum 10. Mal Veranstaltungsort für ein rechtsextremes Propagandafestival ist. Umso entschiedener betone ich: In Gera ist kein Platz für Rechtsextremisten. Nicht heute und nicht an jedem anderen Tag. All denen, die sich dafür engagieren, zolle ich meinen Dank und meine Wertschätzung“, so Dr. Hahn. „Als Oberbürgermeisterin werde ich gemeinsam mit Bundes- und Landespolitik, mit dem Stadtrat, mit den Kirchen, der Wirtschaft, den Vereinen und Verbänden eine Strategie erarbeiten mit wirkungsvollen Maßnahmen gegen Rechtsextremismus.“

Während in den vergangenen Jahren stets die Spielwiese Herd der gewaltverherrlichen Musik und faschistischen Gedankenguts wurde, ist es in diesem Jahr der Bahnhofsvorplatz. Grund ist die seit Mai geänderte Grünflächen- und Spielplatzsatzung der Stadt, die nun besagt, dass auf den Plätzen „Spielwiese”, „Platz der Demokratie” und „Biermannplatz” das Versammlungsrecht untersagt ist. Ob dies letztlich ein Erfolg oder mehr ein herber Einschnitt für die Demokratie ist, sei dahin gestellt. Fakt ist, die Neonazis ließen sich davon nicht beeindrucken und verlagerten ihr Konzert kurzerhand um. „Wenn alle an einem Strang ziehen, kann das zehnte RechtsRock-Open-Air in Gera verhindert werden”, meint Mikis Rieb von MOBIT. 

Das diesjährige „Rock für Deutschland“ sei darüber hinaus das 30. RechtsRock-Open-Air in Thüringen seit 2002. „Nur wenn Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft an einem Strang ziehen, lassen sich solche Neonazi-Großveranstaltungen verhindern. Ein Thüringenweites Bündnis mobilisiert gegen die Neonazi-Veranstaltung – nun sind Politik und Verwaltung gefragt”, appelliert Rieb an die Veranwortlichen.

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, Landtagspräsidentin Birgit Diezel, Sozialministerin Heike Taubert, Innenminister Jörg Geibert und weitere Politiker haben ihr Kommen zugesagt. Erwartet werden mehr als 1.000 Teilnehmer. Aus Sachsen kämen Busse, Menschen entlang der Thüringer Städtekette reisen mit dem Zug an. Ab 8 Uhr sind Ansprechpartner des Thüringenweiten Bündnisses bei Kundgebungen am Hofwiesenparkplatz und Puschkinplatz vor Ort. 9.30 Uhr findet in der Kirche St. Johannis ein Friedensgebet statt. 10 Uhr startet eine Protest-Demonstration am Hofwiesenparkplatz. Von dort geht es zum Puschkinplatz zu einer Zwischenkundgebung. Auch eine Menschenkette sei angemeldet. Wer sich mit einem Stand oder einer Aktion beteiligen will, kann sich am Sonnabend am Puschkinplatz einbringen.

Seit Jahren versucht das  Geraer Aktionsbündnis die RechtsRock-Veranstaltung zu verhindern. „Der ‚Runde Tisch für Toleranz und Menschlichkeit‘ der Stadt Gera ist ebenso wie das Aktionsbündnis und andere Bürger aktiv gegen Nazis. Diese Aktiven dürfen aber keine Stellvertreter-Funktion erfüllen. Ein deutliches Zeichen kann nur durch ein breites gemeinsames Engagement der Geraer Zivilgesellschaft erreicht werden. Die Solidarität, die wir aus anderen Städten erfahren, müssen wir auch selbst zeigen. Fremdenfeindlichkeit darf in Gera keinen Platz haben. Gera darf keine Stadt der stummen Zuschauer von Nazi-Aktivitäten sein”, richtet Sandro Witt sein Wort an die Bürger und fordert sie auf, aufzustehen, hinzugehen und da zu sein, wenn die Neonazis nach Gera kommen, um hier ihr fremdenfeindliches, menschenverachtendes und gewaltverherrlichendes Gedankengut zu feiern. 

( Gera (NG/zoe), 06.07.2012 )

zurück