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„Vornehm bewegte Gera”

Vor sechs Jahren, am 1. Juli 2006, wurde Dr. Norbert Vornehm Oberbürgermeister der Otto-Dix-Stadt Gera. Am 30. Juni 2012 endet seine Amtszeit. In seiner Sitzung am Donnerstag (14. Juni) verabschiedete der Stadtrat den Oberbürgermeister offiziell. „Politische Ämter sind in einer Demokratie stets Ämter auf Zeit. Sicher hat sich Dr. Vornehm mehr Zeit im Amt gewünscht. Es waren sechs bewegte und bewegende Jahre, in denen Dr. Vornehm wichtige Akzente gesetzt hat. Die Konzipierung und Umsetzung der Stadtbahn, die Durchführung und Nachnutzung der BUGA mit einem lebendigen Hofwiesenpark, der für alle Bürger offen ist, die Stärkung des Selbstbewusstseins der Stadt und die Imagepflege weit über das Land hinaus, das ehrgeizige Kunsthausprojekt und der entschiedene Einsatz für eine weltoffenes, buntes und tolerantes Gera, gehören zu seinen bleibenden Verdiensten”, würdigte Stadtratsvorsitzender Dieter Hausold in seiner Rede. 

Mike Huster der sich im Namen der Linken bei Dr. Vornehm bedankte, unterstrich die Attraktivität der Stadt, die durch Vornehm an neue Lebendigkeit gewonnen habe. „Der Markt lebt, der Weihnachtsmarkt hat an Bekanntheit gewonnen, die Eisarena, Flammende Sterne, die Verwaltungsstrukturreform mit dem dienstleistungsfreundlichen H35, die Metropolregion. Durch sie ist die Stadt bekannter und interessanter geworden”, ehrte Huster das konsequente und stringente Handeln Vornehms. 

„In den letzten sechs Jahren uns davor als Geschäftsführer des GVB waren sie tätig. Dabei werden uns nachhaltig die Stadtbahn und das H35 in Erinnerung bleiben. Auch die Marke ‚Otto Dix’ haben Sie mit der Stadt verbunden. Widerständen sind Sie mit Konsequenz entgegengetreten und haben sehr oft ihre Ansicht durchgesetzt. Die Amtszeit war zu oft von Konflikten, kontroversen Gespärchen und intensiven Diskussionen geprägt”, resümierte Hans-Jörg Dannenberg, Vorsitzender Fraktion CDU die letzten sechs Jahre. 

Befürworter Vornehms und SPD-Fraktionvorsitzender Armin Allgäuer hätte sich einen anderen Ausgang gewünscht. Für ihn war der 14. Juni ein Tag des Abschieds. Vor seiner Amtszeit war Gera von der Deindustrialisierung, Abwanderung der Bevölkerung doch auch nicht zu vergessen von der Vision für ein neues Bewusstsein durch die BUGA geprägt. Viel Arbeit wartete auf Vornehm nach der BUGA. Sein Grundsatz und Ziel war es die Verwaltung von Gera als Dienstleister zu etablieren. „Schon seit den 90ern litt Gera an chronischer Unterfinanzierung und ich zolle Vornehm meinen Respekt, da er es immer wieder versucht hat, den Haushalt sichern zu wollen”, so Allgäuer. Viele demokratische Aspekte seien unter Vornehms Regentschaft in die kommunale Politik eingegangen. So konnte und kann der Bürger beim Bürgerbeteiligungshaushalt, Sportentwicklungsplan, Marketingkonzept und ISEK 2030 mitreden. 

Ein Mann voller Mut, Energie und Tatendrang, so beschrieb Kerstin Thiel von der Fraktion „Arbeit für Gera” Dr. Norbert Vornehm in ihrer Rede. „Wenn Sie von einer Sache überzeugt sind oder waren, dann haben Sie gekämpft – mit offenem Visier. Ihrem Tatendrang verdanken wir die Schaffung von Konzepten, Plänen und Projekten, z.B. dem Lotsenkonzept der Wirtschaftsförderung, die Einführung der Doppik für die Haushältspläne und die Fertigstellung des Flächennutzungsplanes, die lebenswichtig für  die Entwicklung unserer Stadt sind. Ihrem Mut verdanken wir die u.a. die Verwaltungsstrukturreform. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Nämlich ihr ganz eigenes Verständnis dafür, wie frühzeitig und wie weit Sie andere Menschen bei ihren oft zukunftsweisenden Visionen mit genommen haben. Viel zu oft war es die Entscheidung des einzelnen Mannes, der es gewohnt ist, die Entscheidungen allein zu treffen.”

Mit einem königlichen Zitat begann FDP-Fraktionschef Dr. Harald Frank seine Rede zum Abschied. „Der König ist tot, lang lebe der König!” Gemäß, das Leben bleibt nicht stehen. „Stimmungen sind oft entscheidender als Argumente”, konstatierte Dr. Frank. So stellte er keine Detailbewertung der Amtszeit Vornehms an, sondern zeigte lediglich einen Vergleich auf, der allen, die in Verantwortung für diese Stadt stehen oder kommen, mahnend sein soll. „Eine erfolgreiche Erfindergruppe besteht aus drei Personen: einem Ideengeber, dem Kreativen und Künstler, einem ewigen Nörgler, dem Besserwisser und Pessimist und einem vorurteilslosen Macher, dem Pragmatiker und Ingenieur”,  verwies er auf Vornehms Amtszeit in dieser er es zu selten geschafft habe, solche Arbeitsgruppen zu bilden. Was bleibt, stellte Der FDP-Fraktionschef fragend in den Raum. „Die Otto-Dix-Stadt ohne wirklichen Inhalt. Visionen ohne Bürger. Ein Kunsthaus ohne Kunst. Eine Marke ohne Konzept. H35, ja. Irgendwann ein Bild im Rathaussaal.” 

Das Schlusswort richtete Stadtratsmitglied und Berater im Wahlkampfteam Eugen Weber von den Grünen an Dr. Norbert Vornehm, der einen anderen Wahlslogan für ihn als geeigneteren passend fand. „Vornehm bewegt Gera”, hätte das Wirken Vornehms in Gera besser beschrieben als „Viel geschafft, viel zu tun”, übte Weber ein bisschen Eigenkritik, dass er sich nicht habe durchsetzen können. „Mit der Wahl Vornehms zum OB begann sich so einiges in Gera zu bewegen. Plötzlich hatte Gera viele Visionen und Ziele. Wer sich so schnell bewegt wie er, dem können und wollen nicht alle folgen. Und machmal ging es nicht schnell genug, nehmen wir nur das Beispiel die Sanierung der Integrierten Gesamtschule”, legte Weber dar, der in Vornehm einen fleißigen, hoch intelligenten und zuverlässigen Partner gefunden hat.  

Klar, richtete Dr. Norbert Vornehm ebenfalls das Wort an den Stadtrat und seine Mitarbeiter. „Ich danke dem Stadtrat, den Ortsteilbürgermeistern, den Mitarbeitern der Verwaltung und den Geraern für das, was gemeinsam erreicht wurde. Gemeinsam haben wir uns mit 1.407 Beschlussvorlagen auseinandergesetzt, nur 13 fanden keine Mehrheit”, machte Dr. Vornehm darauf aufmerksam, dass trotz aller Kontroversen fast immer mehrheitlich ein gemeinsamer Weg gegangen wurde. „Ich wünsche meiner Nachfolgerin Dr. Viola Hahn eine glückliche Hand, Gera Weltoffenheit, Konsequenz im weiteren Voranbringen der Stadt und Sachlichkeit in der politischen Auseinandersetzung”, so Vornehms Worte.  

Die letzten Tage im Amt verbringt Dr. Norbert Vornehm mit dem Sortieren, Aufräumen und der Übergabe an seine Nachfolgerin. „Es gibt noch tausend Kleinigkeiten, die ich zu Ende bringen möchte”, so Vornehm, der sich vornimmt, das Rathaus gut geordnet zu hinterlassen. Aber er wird auch noch einige Termine wahrnehmen, so die Verleihung des Innovationspreises 2012. Ab 1. Juli 2012 ist er per Gesetz im Ruhestand. „Ich werde mir eine Auszeit nehmen, um auch mich sortieren und neu ordnen zu können. Ob ich weiter in der Politik bleibe, wieder in die Wirtschaft wechsele oder etwas völlig anderes machen werde, ist offen. Ich bin gespannt, welche neue Herausforderung mich erwartet”, blickt Dr. Vornehm in die Zukunft. Gerne wolle er hierbleiben, schließlich habe er 16 Jahre seines Lebens in Gera gelebt, gewirkt und die Stadt mit geprägt. Es ist wie es ist: Dr. Norbert Vornehm hat Gera bewegt.

( Fanny Zölsmann, 22.06.2012 )

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