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Wenn Männer aus Stahl Autos aus Pappe fahren

„Go Trabi Go”, auch wenn es sich nicht um die kultige Filmkomödie mit Wolfgang Stumph aus dem Jahr 1991 handelt, steht am Wochenende die rüstige alte Pappe wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Es wird zum achten Trabantenrennen nach Pausa geladen. Die kecke „Cindy” und die rosa „Betty” aus Gera werden mit an den Start gehen. Während „Cindy” bereits zum wiederholten Mal antritt und schon ein echter Profi auf dem Gelände ist, wird es Bettys Jungfernfahrt. Doch allzu sehr dürften ihr dennoch nicht die Räder schlottern, sitzen doch am Steuer dieses rosa Trabanten echte Fachmänner. 

Kfz-Mechaniker Marko Meinhardt und Lackierer Thomas Schumann sind zwei der Fahrer, die am Sonnabend, 9. Mai, mit Betty an den Start gehen werden. Insgesamt ist das Team sieben Mann stark, zu denen auch Sozialpädagoge André Werner zählt. Alle drei kennen sich seit Jahren und gehören der Schraubergemeinde in Gera an.

Seit ein paar Jahren verfolgen sie auch die Rennen in Pausa. Doch erst zum achten Wettbewerb haben sie den Mut, selbst mit einem Trabi anzutreten, anstatt nur als „Boxenluder” für ein reibungsloses Rennen zu sorgen. „Nachdem am 8. Januar, 20 Uhr, die Anmeldung freigeschaltet wurde, waren wir bereits 20.04 Uhr angemeldet. Vier Tage später haben wir unsere Betty, Baujahr 87 gekauft. Seit der Wende wurde sie nicht mehr gefahren. Sie war dennoch in einem guten Zustand”, erzählt Marko Meinhardt. Nichts desto trotz haben die Jungs bis vor wenigen Tagen noch geschraubt, getüftelt, montiert und lackiert. Denn für ein solches Rennen gibt es natürlich auch ein Reglement. „Natürlich mussten wir gewisse Vorschriften beim Um- und Einbau berücksichtigen. So darf z.B. am Motor nichts verändert werden, es muss ein Schutzkäfig und diverse andere Schutzmaßnahmen vorhanden sein”, erklärt Thomas Schumann. 

Zum Rennen selbst werden rund 90 Teams erwartet. „Auch wenn es sich um ein Amateurrennen handelt und wohl eher der Gaudi zählt, haben sich in den Jahren wahre Profis herauskristallisiert, die mehrere Tausend Euro in ihren Trabi investieren”, weiß Meinhardt. 

Bis dato kostete Betty den Geraer Schrauberfreunden rund 1.800 Euro - na, eine echte Dame eben. Unterstützt wurden sie dabei tatkräftig von ihren Sponsoren.     

In Bälde wird es auch einen Verein geben, der neben dem Spaß am Schrauben und Tüfteln, vor allem junge Menschen an den Motorsport heranführen soll. „Derzeit laufen nur noch die Formalien. Wir schätzen, dass wir in gut einem Monat unseren Verein ‚Halle 1a‘ offiziell ins Leben rufen können”, blickt André Werner in die nahe Zukunft. Zwölf Mitglieder zählt aktuell der Verein Halle 1a i.G., weitere sollen natürlich folgen.  

Doch vorher werden nun kräftig die Daumen gedrückt, denn wenn am Sonnabend, 9. Juni, 10 Uhr, der Startschuss fällt, heißt es für Betty und ihre vier Fahrer (es gibt allezwei Stunden einen Fahrerwechsel) acht Stunden lang schnittige Kurven drehen, denn am Ende entscheiden die Anzahl der Runden über den Sieg. „Klar, werden wir nicht gewinnen, aber wir hoffen unter den top 20 zu kommen”, sind sich alle drei einig.    

Das Rennen findet im Gewerbegebiet Pausa statt und geht zum großen Teil durchs Gelände. Nur wenige Meter werden auf asphaltierter Straße gefahren. Die Rennstrecke ist nur gut drei Kilometer lang. Das Siegerteam aus dem vergangenen Jahr legte 101 Runden zurück.

www.trabant-pausa.de 


 


( Fanny Zölsmann, 07.06.2012 )

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