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Mehr als 600 Lichter für das Theater

Am Dienstagabend stand das Geraer Theater in Flammen. Gebrannt haben weit über 600 Kerzen. Gehalten von ebenso vielen Bürgern. „Mit dieser Lichterkette wollen wir unsere Verbundenheit mit Theater&Philharmonie Thüringen zeigen und uns für den Erhalt des einzigen 5-Sparten-Hauses in Thüringen einsetzen”, sagt Karl-Heinz Walther, Vorsitzender der Theaterfreunde Gera. Die Theatervereine beider Städte haben zu dieser Demonstration aufgerufen. Grund sind die erneuten enormen finanziellen Belastungen, die entweder zu Lasten der Mitarbeiter oder zu Spartenschließungen führen würde. „Beides wäre untragbar und bedeute einen enormen Einschnitt in unsere Theaterlandschaft. Ab 2013 würde unser Haus Schaden nehmen, es wäre nicht mehr das, was es einmal war”, machte Theaterintendant Kay Kunze deutlich. Dass weder Spartenschließung noch Gehaltskürzungen für die Geraer Bevölkerung in Frage kommt, zeigte sich am Menschenreigen rund um das Große Haus. Einmal um das ganze Theater herum, reichte die Lichterkette. Für mehrere Minuten verharrten die Geraer, Seite an Seite, Hand in Hand, um ihren Unmut Ausdruck zu verleihen. „Es ist angebracht, sich für die Kunst in Gera einzusetzen. Dass das bisschen Kultur, was uns geblieben ist, auch erhalten wird”, betont der Geraer Sascha Geib. „Das Theater muss erhalten bleiben, besonders die Puppenbühne und das Schauspiel. Schon allein das Gebäude des Puppentheaters ist wertvoll”, sagte Christa A. Vanamali. Seit dreieinhalb Jahren lebt die Rentnerin in Gera und besucht seitdem regelmäßig das Theater, von dessen gebotener Kunst sie stets begeistert ist. Auch Jutta Kloss setzt sich für den Erhalt des Hauses ein, denn „es ist nicht das letzte, sondern das einzige 5-Sparten-Haus in Thüringen. Gera braucht dieses Theater unbedingt, denn ohne Kunst und Kultur kommt auch keine Wirtschaft”, mahnt sie an. Seit 1968 kommt sie regelmäßig in den Genuss, die Kunst des Geraer Theaters erleben zu können.  

Ab 2013 stehe erneut das einzige Thüringer Fünf-Sparten-Haus vor enormen Finanzierungsproblemen. Demnach reichen die Gelder des Freistaats und der drei Gesellschafter – der Stadt Gera, der Stadt Altenburg und dem Landkreis Altenburger Land – nicht aus, um das Theater in seiner jetzigen Struktur zu erhalten. Erneut werden von den Mitarbeitern durch einen Haustarifvertrag starke Gehaltseinbußen verlangt. Sollte dieser Abschluss nicht zustande kommen, drohen die Schließung der Sparten Schauspiel und Puppentheater sowie die Reduzierung des Orchesters von 78 auf 59 Musiker. „Damit wäre das künstlerische Aus der einst so gelobten Vorzeigefusion eingeläutet“, so Karl-Heinz Walther. Der Verein fordert von den Gesellschaftern, mit dem Kultus- und dem Finanzministerium neu über die Finanzierung zu verhandeln. Mit einer Petition an den Thüringer Landtag, die Oberbürgermeister von Gera und Altenburg sowie an den Altenburger Landrat (wir berichteten) fordern die Theatervereine Gera und Altenburg die Landesregierung und die Gesellschafter auf, die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen, um das Mehrspartentheater von Theater&Philharmonie Thüringen in der jetzigen Form und Größe zu erhalten. Die Petition kann online unter www.tpthueringen.de  unterschrieben werden.

( Fanny Zölsmann, 20.04.2012 )

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