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Justizvollzugsanstalt für Sachsen und Thüringen soll nach Gera kommen

Noch sind die Würfel nicht gefallen: Sachsen und Thüringen wollen gemeinsam eine neue Justizvollzugsanstalt (JVA) bauen. Der Standort ist aber noch offen. Sollte die Entscheidung zu Gunsten Thüringens fallen, sind offenbar Gera oder Hohenleuben die Favoriten unter den sechs Vollzuganstalten im Freistaat. Das Justizministerium hat sich noch nicht abschließend geäußert. "Im Ministerium atmet man gegenwärtig etwas verhalten." Mit diesen Worten brachte des der Fraktionsvorsitzende der SPD im Geraer Stadtrat, Armin Allgäuer, während einer offenen Fraktionssitzung auf den Punkt. "Gehört eine JVA noch in die Stadt?" war die Frage, auf die die Sozialdemokraten eine Antwort suchten. Dazu hatte sie den Chef der Geraer JVA, Jürgen Frank, eingeladen, der sich verständlicherweise nicht so weit aus dem Fenster lehnen wollte, dass er klar für Gera plädiere, aber überzeugend die Vorteile für einen Standort in unserer Stadt auf den Tisch legte.
Der Ausgangspunkt: Die Geraer Haftanstalt in der Greizer Straße kann bereits heute die Anforderungen an einen zeitgemäßen Strafvollzug nicht voll erfüllen. Das ursprüngliche Vereinshaus war 1876 zu einer Brauerei umgebaut worden und firmierte später als "Reichsbrauerei", "Bürgerliches Brauhaus" und "Bürgerliches Brauhaus". Bis 1920 kam das Bier dann als Produkt der "Vereinsbrauerei Gera" in den Handel.
Später erfolgte eine Nutzung als Frauengefängnis. In dieser Zeit wurden auch die Untersuchungshaft des Gerichtsbezirks Gera und ein so genanntes Arbeitslager in Gera-Liebschwitz betrieben. Bis zur Schließung im Oktober 1991 wurde die Anstalt überwiegend als Untersuchungshaftanstalt für männliche und weibliche Gefangene durch das Ministerium des Innern der ehemaligen DDR genutzt . Insgesamt waren 123 Haftplätze vorhanden. Die Wiederinbetriebnahme als JVA erfolgte nach Sanierung und Umbau im Juli 1999. Dadurch konnte sich die Einrichtung als eine der größten Thüringens profilieren, rund ein Viertel aller Strafgefangenen Thüringens ist heute hier untergebracht. Wegen der hohen Belegung sind jeweils drei bis vier Gefangene im Gemeinschaftsvollzug, obwohl sie einen Rechtsanspruch auf Einzelunterbringung haben.
Die Aufgaben: In der Geraer JVA sind Untersuchungshäftlinge, weitere Männer verbringen hier den Regelvollzug und außerdem ist Gera für die Gefangenensammeltransporte als Zentrale Behörde für den gesamten Freistaat zuständig.
Die Vorteile: Jürgen Frank sieht vor allem in der Nähe zum Amtsgericht und zum Landgericht Gera einen Vorteil. Hervorzuheben sei die sehr enge Zusammenarbeit mit der Polizei und anderen Behörden, die räumliche Nähe zum SRH Wald-Klinikum und schließlich auch die zentrale Verkehrslage in Richtung Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und natürlich Thüringen. Diese zentrale Lage werde auch von den Angehörigen der Inhaftierten geschätzt, die die Stadt ebenfalls auf kurzen Wegen erreichen können.
Schließlich machte Jana Girisch, Mitarbeiterin in der JVA-Anstalt, darauf aufmerksam, dass sich mit vielen Geraer Behörden und Einrichtungen enge Arbeitsbeziehungen zur Betreuung der Strafgefangenen entwickelt haben. Sie reichen von der Sucht-, Drogen- und Schuldnerberatung bis zur Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen. So führt die TÜV-Akademie Computerkurse durch, städtische Einrichtungen kümmern sich z.B. bei Alleinerziehenden um die Unterbringung von Kindern.
Wir gut ist Gera vorbereitet? Armin Allgäuer teilte mit, dass die Stadt genügend Bauland anbieten kann. Der Fraktionsvorsitzende sprach die Hoffnung aus, dass auch die anderen Fraktionen einen Neubau unterstützen werden. Schließlich handele es sich um insgesamt 160 Beschäftigte und einen Bauumfang von 17 Millionen Euro. Und schließlich dürfe man nicht vergessen, das eine Reihe von Landesbehörden und nachfolgenden Einrichtungen unsere Stadt verlassen musste. Ein weiterer Aderlass auf diesem Gebiet sei nur schwer verständlich zu machen. Wie gesagt, noch sind die Würfel nicht gefallen.

( Reinhard Schubert, 08.09.2011 )

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