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"Das Infragestellen sollte nie aufhören"

Loriot sorgt dieser Tage überall Gesprächsstoff. Auch im Bildungswerk für Gesundheits- und Sozialberufe in Kaimberg - wo am vergangenen Freitag 20-jähriges Bestehen gefeiert wurde. Wolfgang Blesse, Mitgründer und Schulleiter der Bildungseinrichtung, sah in einer der vielen Weisheiten des großen deutschen Humoristen auch für seine Schule und die Arbeit des engagierten Kollegiums eine gültige Wahrheit: "Die Zweifel bringen uns voran! Das Ziel ist der nie enden wollende Weg."
Blesse, der gemeinsam mit seiner Frau Barbara Blesse, Kerstin Dietrich und Ronald Köcher am 1. September 1991 das Bildungswerk unter den Fittichen des Geraer AWO-Stadtverbandes gründete, erinnerte sich aus Anlass der Festlichkeiten an die ereignisreichen, nicht immer leichten, aber erfolgreichen letzten 20 Jahre. Dabei betonte er v.a. die beispielhafte Eigeninitiative der Lehrkräfte, die damals noch unter einem vagen Konzept mit 100 Schülern die Ausbildung begannen - und heute tagtäglich unter größtem Engagement das Profil der Schule prägen.
Mit den angebotenen Berufsfeldern Altenpfleger, Heilerziehungspfleger und -pädagogen sowie Sozialassistenten und Erzieher sei man bestens aufgestellt für eine vom demografischen Wandel geprägte Zukunft. Junge Menschen mit Kompetenzen auf diesen Gebieten würden mehr denn je gebraucht. Die Ausbildung in diesen Berufen, die eine gewisse Berufung voraussetzen, verlange von Lehrern und Schülern einiges ab: "Wir wollen die Kultur des Miteinanders fortsetzen und uns durch Kompetenzentwicklung und Kommunikation am Markt der Schulen in freier Trägerschaft behaupten", sagte Blesse in seiner Festansprache. Gerade mit Blick auf 2012 müsse man sich den Herausforderungen stellen. Zum Beispiel habe man ab kommendem Jahr mit 140.000 Euro weniger Zuwendungen bei gleicher Schülerzahl zu rechnen. Als Folge müsse man das Schulgeld um 50 Prozent anheben. Blesse ist sich aber sicher, seine Schule auch in Zukunft gut aufgestellt zu sehen: "Wir haben ein klares Profil, sind ökonomisch gesund, technisch gut ausgestattet und gut vernetzt - also zu Recht stolz auf das Erreichte", betont er.
Im kommenden Jahr übergibt er seine Geschäfte an den jungen Geraer Lars Hegedusch. Der studierte Pflegewissenschaftler ist seit zwei Jahren Mitglied des Kollegiums und übernimmt ab 1. Januar 2012 Schulleitung und Geschäftsführung des Bildungswerkes. Auch diesen Schritt gestaltet man bewusst: "Seit gut zwei Jahren bringen wir einen Generationswechsel in den Führungspositionen auf den Weg. In diesen Fragen wollen wir uns nicht einfach treiben lassen, sondern aktiv umstrukturieren. Zum Glück haben wir einen Pool fähiger Mitarbeiter im eigenen Haus, die gern mehr Verantwortung übernehmen sollen", erklärt er. Der Fachbereichslehrer für Altenpflege, Wolfgang Walter, übergibt seine Aufgaben an Jana Donner und auch die Fachbereichsleitung in Sozialpädagogik hat bereits seit August des Jahres der junge Kollege Martin Schutzig inne. Mit diesen Wechseln sei die Schule auch in Zukunft in guten Händen, ist sich Blesse sicher und freut sich seinerseits, nicht aus Vollgas in den Ruhestand zu treten, sondern sich in einem fünfjährigen Übergangsprogramm vom Schuldienst zu lösen und bis dahin seine Erfahrungen weitergeben zu können. Sein Motto, das er auch an seinen Nachfolger mit auf den Weg geben möchte, lautet passend: "Es gab nie Stillstand. Das Infragestellen sollte nie aufhören."

( Christine Schimmel, 08.09.2011 )

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