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Geraer Ballett soll Staatsballett werden

"Wir haben mehr erreicht, als zunächst zu erwarten war", so Geras Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm zum Pressegespräch am Montag zur ausgehandelten Finanzierungsvereinbarung zur Theater&Philharmonie Thüringen GmbH (TPT), die zwischen Freistaat und den drei kommunalen Gesellschaftern Stadt Gera, Stadt Altenburg und Landkreis Altenburg getroffen wurde.
Die Beteiligten trafen eine Anschlussvereinbarung für weitere vier Jahre Laufzeit bis Ende 2016. Jährlich will das Land Thüringen 200.000 Euro mehr, d.h. 9,7 Millionen Euro für die Finanzierung der TPT zur Verfügung. Im Gegenzug sagten die drei kommunalen Partner 53.000 Euro mehr, also 6,7 Millionen Euro zu. Da die Stadt Gera 60 Prozent an der TPT GmbH trage, habe sie davon knapp 32.000 Euro beizusteuern.
Als wichtigen Entwicklung wertete der Geraer OB auch die Ernennung des Ballett-Ensembles zum "Thüringer Staatsballett" ab 2013. Damit einhergehend würden die direkten Kosten des Balletts von derzeit 1,5 Millionen zukünftig zu 100 Prozent vom Freistaat getragen. Auch Kostensteigerungen in diesem Bereich werde das Land übernehmen. "Diese Aufwertung der Ballett-Sparte der TPT hat zur Folge, dass sich das Land ein Vorschlagsrecht für die künstlerische Leitung des Staatsballettes vorbehält - aber im Einvernehmen mit dem Intendanten", unterstrich Dr. Vornehm. Auf die Frage, wie weit man mit der Suche nach einem neuen Intendanten gekommen sei, antwortete er: "Qualität steht hierbei vor Geschwindigkeit. Für die Spielzeit 2011/2012 ist die Intendanz noch abgesichert, d.h. wir haben die nötige Zeit, um einen geeigneten Nachfolger für Prof. Matthias Oldag zu finden."
Als weiteres der in der Vereinbarung abgesteckten Ziele nannte er das Bestreben, die rund 300 Beschäftigten der TPT schrittweise zum Flächentarifvertrag zurück zu bringen. Die damit verbundenen Tarifsteigerungen - jährlich etwa 2 Millionen Euro - wolle der Freistaat ab dem Jahr 2014 zu 59 Prozent mitfinanzieren. "Die verbleibenden 41 Prozent müssen dann von den Kommunen aufgebracht werden. Von Gera allein 60 Prozent", so OB Dr. Vornehm.
Mit der Finanzierungsvereinbarung sei zwar ein wichtiger Schritt gemacht worden, doch nun müsse ein zweiter, wesentlicher folgen: "Dieser Vereinbarung muss nun eine angemessene Finanzausstattung der Thüringer Kommunen folgen, damit wir überhaupt in die Lage versetzt werden, auch den kommunalen Anteil zu sichern", so Dr. Vornehm. Die Diskussion um die Theaterfinanzierung könne man also unmöglich losgelöst vom Thema diskutieren, wie die Kommunen finanziell ausgestattet würden. Der Geraer Oberbürgermeister bedauert zudem den Umstand, dass es im Rahmen der Reformüberlegungen nicht gelungen sei, Landkreise, die bisher zur Finanzierung der Thüringer Theaterlandschaft nichts beitragen, in Zukunft an den Kosten zu beteiligen.
Trotzdem wertet er das Verhandlungsergebnis als solide Grundlage und als "angemessene Anerkennung" des Freistaates für die erfolgreiche künstlerische Arbeit des Theaters - gerade unter der Leitung des Intendanten Prof. Oldag. Die Verpflichtung der TPT GmbH, auch anderen Thüringer Spielstätten Gastspiele v.a. des Thüringer Staatsballetts anzubieten, verstehe er als Chance die hohe Qualität immer wieder zu beweisen und das Geraer und Altenburger Theaterensemble auch überregional und national strahlen zu lassen.

( Christine Schimmel, 07.07.2011 )

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