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"Wir haben ein gutes Gefühl dabei"

Erst vor sechs Jahren entdeckte das Ehepaar Ingrid und Werner Welle aus Paderborn die Stadt Gera und das Museum für Angewandte Kunst (MAK). Aber mittlerweile ist es wie kein anderes auswärtiges Paar mit Gera verbunden, befinden sich doch jetzt große Teile ihrer wertvollen Kunstsammlung im Besitz des Museums im Ferberschen Haus. 2007 schenkte das Paar eine der "bedeutendsten und umfangreichsten Sammlungen internationaler Gegenwartskunst, mit der das Haus in die erste Liga der international-renommierten Keramik-Museen aufgestiegen ist", wie Oberbürgermeister Dr. Norbert feststellte. 2009 übergab das Sammlerehepaar Gemälde des Künstlers Rainer Fetting, und nun schenkte es der Stadt eine 61 Gefäße umfassende Sammlung Japanischer Studiokeramik in einem Gesamtwert von 500.000 Euro.
"Eigentlich haben sie das dem damaligen Direktor des Museums für Angewandte Kunst Herrn Hans-Peter Jakobson zu verdanken", gab Werner Welle zur Vertragsunterzeichnung und Übergabe der Sammlung in Gera zu bedenken. "Als wir unsere Sammlung auflösen wollen, wollten sie mehrere Museen in Köln, Leipzig und Hamburg haben", erinnerte er sich. Hans-Peter Jakobson aber habe sich am intensivsten für die zeitgenössische Keramik eingesetzt und darum gekämpft. "Deswegen haben wir uns für ihn entschieden und hier in Gera ein engagiertes Team vorgefunden", lobte er. Die japanische Keramik wollte man zunächst behalten, doch Ingrid Welle erklärte schlicht: "Man kann ja nichts mitnehmen, und wenn man Menschen findet, die fürsorglich damit umgehen und große Freude an den Sammlungsstücken haben, dann sollen sie auch nicht verkauft werden". Aus diesem Grund sei auch die dritte Schenkung zustande gekommen. "Und wir haben ein gutes Gefühl dabei", sagte sie.
Überglücklich über die großzügige Schenkung ist natürlich auch Hans-Peter Jakobson. Als ehemaliger MAK-Direktor und heutiger Vorsitzender des Vereins "Freunde des Ferberschen Hauses" weiß er als Experte auf dem Gebiet der Keramik, die Bedeutung der Sammlung besonders hoch einzuschätzen. Die Sammlung Welle besteht aus hochwertigen Objekten von Töpfern, die weltweiten Ruhm besitzen. Dazu gehören Shimaoka Tatzuso und Tamura Koichi. Sie sind Träger des Titels "Lebendiger Staatsschatz, eine der höchsten Auszeichnung, die in Japan vergeben wird. Charakteristisch seien schlichte, zumeist auf der Scheibe gedrehte traditionelle Formen und Dekore, die durch individuelle Verformungen oder Pinselmalereien sowie durch den Brand zu ihrem endgültigen Aussehen gelangen, erklärte Hans-Peter Jakobson. Zur Sammlung gehören Gefäße der traditionellen Teezeremonie, Schalen, Sake-Becher, Vasen, Wasserkannen und vieles Andere. Wenn es nach dem Wunsch des Vereinsvorsitzenden ginge, könnten im nächsten Jahr alle Objekte der Schenkung in einer Sonderausstellung präsentiert werden, um sie dann in die Dauerausstellung zur Welle-Sammlung der Keramik des20. Jahrhunderts zu integrieren.

( Helga Schubert, 01.07.2011 )

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