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In Parallelwelten tickt der Puls der Zeit

"Der Oberbürgermeister hat nicht dran gedreht, dass ein Landsmann Otto-Dix-Preisträger 2010 wurde", lachte der Geraer Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm, vielmehr habe eine sechsköpfige Expertenjury sich für den von Dr. Gregor Jansen, Direktor der Kunsthalle Düsseldorf, favorisierten Matthias Bitzer, entschieden. Er stammt aus Stuttgart, hat an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe studiert und lebt heute in Berlin.
Mit dem Otto-Dix-Preis fördert die Stadt Gera junge Künstlerinnen und Künstler aus dem deutschsprachigen Raum und unterstützt damit auch die junge Gegenwartskunst. Aber ohne engagierte Partner aus der Wirtschaft wäre diese Förderung nicht möglich. Partner seit 2008 ist die GDF Suez Energie Deutschland AG, bei der sich der Oberbürgermeister herzlich bedankte. Das Unternehmen ist seit 2002 Partner der Stadtwerke Gera. "Es gehört zu unserer Unternehmensphilosophie, dass wir dort, wo wir tätig sind, uns über das Unternehmerische hinaus auf vielfältige Art auch gesellschaftlich engagieren", begründete Dr. Karl-Peter Thielen, Mitglied der Geschäftsleitung des Energie- und Umweltkonzerns, das Engagement in Gera. Im Mittelpunkt stünden dabei auch Kulturförderung und Bewahrung des kulturellen Erbes.
Der Otto-Dix-Preis gehört mittlerweile zu den renommiertesten Preisen in Deutschland und ist nicht nur wegen der Fördersumme sehr begehrt. Der ausgezeichnete Künstler erhält 20.000 Euro, wobei 10.00 Euro für den Ankauf eines Werkes des Preisträgers vorgesehen sind. Auch die Inhalte und schöpferischen Ideen lassen aufhorchen, werden doch wichtige neue Positionen der Kunst gezeigt. Auch die jetzt in der Orangerie zusammengestellte Ausstellung der Arbeiten des Preisträgers Matthias Bitzer und der vier Nominierten Nandor Angstenberger, Theo Boettger, Christian Jankowski und Sophia Schama spiegelt in ihrer Facettenbreite die Komplexität der Gegenwartskunst wider. "Spielerische, philosophische, zauberhafte und poetische Werke sind zu sehen. Sie lassen den Puls der Zeit erkennen, tauchen aber auch in wunderbare Welten", schwärmt Holger Saupe, Leiter der Kunstsammlung Gera.
Mattias Bitzer hat sich selbst in die Gestaltung der Ausstellung eingebracht und bezog die Wände des Ausstellungsraumes im oberen Mittelteil der Orangerie mit ein. Ornamente, Farben und riesige Sockelarbeiten bestimmen das Raumgefüge. Im Gegensatz dazu stehen seine filigranen Skulpturen und seine Zeichnungen auf Papier, die er dem portugiesischen Dichter Pessoa aus dem frühen 20. Jahrhundert widmet. Sophia Schama stellt sich mit Gemälden vor, die durch ihre Farbigkeit bestechen, von Naturelementen wie auch von technoiden Formen und Strukturen beherrscht werden.
Als Weltenbauer lernt der Besucher den aus Serbien und heute in Berlin lebende Nandor Angstenberger kennen. Er schafft aus Styropor und Pappe, aus gefundenen Winzigkeiten Parallelwelten und Labyrinthe, die zwischen Vergangenheit und Zukunft schweben. Die größte Installation, die die Orangerie je erlebt hat, stammt von Theo Boettger (er ist gebürtiger Meißner und lebt ebenfalls in Berlin). In Gera zu sehen ist sein neuestes Werk "Capture the flag". Und noch eine Besonderheit gibt es in der Ausstellung: zwei weiße Wände. Hier wurde nichts vergessen, sondern es ist der Beitrag von Christian Jankowski. Er präsentiert die Soundinstallation "Das Lachen von Dan Graham". Aus einem Gespräch mit Graham, der ein wichtiger Vertreter der Performance und der Bodykunst in den USA ist, wurde das Lachen herausgefiltert. Ob es ansteckend oder nervtötend ist, wird der Besucher selbst erleben.

( Helga Schubert, 14.10.2010 )

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