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Vergessenes Kunstwerk im alten Glanz

"Papa hätte das sehr gefreut. Es ist wunderschön geworden", schwärmt Gudrun Langheinrich, Tochter des Geraer Künstlers Herbert Enke. Nach seinem Tod im Jahr 2005 hat seine Tochter einen großen Teil seines künstlerischen Erbes in die Hände der Stadt gegeben. Dazu gehört auch die Großplastik, die auf der Freifläche vor der Gewerblichen Berufsschule in der Eiselstraße steht. Doch das dreiteilige Kunstwerk mit den geometrischen Grundfiguren Kreis, Dreieck und Viereck aus dem Jahr 1968 befand sich in einem desolaten Zustand. Dass sich niemand mehr darum kümmerte, das ärgerte Gudrun Langheinrich, brachte es in einem Bürgergespräch einer Geraer Tageszeitung ins Gespräch und damit einen Stein ins Rollen.
Wie die Stadt mit dem Nachlass ihrer Künstler durch Nichtbeachtung oder Gleichgültigkeit umgeht, das wollte niemand auf sich sitzen lassen. SPD-Stadträtin Sigrid Müller nahm sich des "vergessenen Kunstwerkes" an und holte mit Ulrike Bauer, Mitarbeiterin im Fachdienst Stadtgrün, weitere Helfer ins Boot. Dazu gehörten die Elstertal-Infraprojekt GmbH als Hausherr der Gewerblichen Berufsschule, aber vor allem der Unternehmer Karl-Heinz Klefler, Inhaber des Geraer Unternehmens Klefler Sandstrahl & Drucklufttechnik. Kostenlos übernahm er in seiner Firma die komplette Sanierung der aus Stahl, Stahlblech und getriebenen Aluminium gefertigten Plastik. Zwei eigens dafür abgestellte Mitarbeiter strahlten das aus drei Teilen bestehende 2,90 Meter hohe Kunstwerk in der Werkhalle ab, reparierten die durchrosteten Stellen, ergänzten fehlende Teile und restaurierten sogar die drei goldfarbenen Elemente Kugel, Sonnenuhr und Fahne. Die Elstertal-Infraprojekt brachte indessen die Fundamente wieder in Ordnung. Und bald soll rund um die Plastik auch wieder Gras sprießen.
Zur Einweihung des im alten Glanz erstrahlenden Kunstwerkes rollte Sigrid Müller für alle Helfer den roten Teppich aus. Baudezernat würdigte vor allem die Privatinitiative und das Engagement des Geraer Unternehmers, dessen Tochter Silke Klefler das Dankesschreiben des Oberbürgermeisters entgegennahm. Er räumte ein, dass jetzt die Stadt für die Sanierung der Schule, die sich einem beklagenswerten Zustand befände, in der Pflicht sei. Hans-Peter Jakobson, langjähriger Leiter des Museums für Angewandte Kunst und Kenner der Geraer Kunstszene freut sich, dass mit der Restaurierung der Skulptur wieder auf würdige Weise an Herbert Enke, mit dem er viele Jahre in Freundschaft verbunden war, erinnert wird.

( Helga Schubert, 23.09.2010 )

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