Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Einzigartigkeit unter freiem Himmel

"Die Stadt braucht auch Freiräume", mit diesen Worten würdigt Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm ein Konzept, welches es so noch kein zweites Mal in Deutschland gibt. Eine öffentliche Galerie unter freiem Himmel prägt nun das Areal des Gera Carre in der Reichsstraße. Ursprünglich war hier eine weitere Bebauung geplant, doch fehlende Investitionen gaben Anlass über eine Alternative nachzudenken.
"So entstand die Idee, die spürbar fehlenden Raumkanten vorerst durch ein Kunstprojekt zu ersetzen, bei dem wir unter dem Motto ‚Wirtschaft trifft Kunst’ als Bauherr zum Galeristen dieser einmaligen Open-Air-Ausstellung werden," erklärt Frank Marthe als Vertreter des Bauherrn, der Saller Bau Weimar, das künstlerische Engagement.
Im Auftrag von Saller Bau und in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung haben die Geraer Künstler Sven Schmidt und Winfried Wunderlich so die "Raumbildenden Elemente" entwickelt. Unter dem Titel "Energie für Kunst" sind nun auf elf Meter hohen Stahlgerüsten Solarmodule montiert. Deren Anordnung lehnt sich an die Sheddächer des gründerzeitlichen Industriegeländes in der Reichsstraße an.
Jeweils zwei der Stahlsäulen bilden den senkrechten Rahmen für überdimensionale Werke der bildenden Kunst, die "künftig jährlich mindestens ein Mal wechseln und immer einen lokalen Bezug zur Stadt oder zum Land Thüringen haben sollen", macht Sven Schmidt deutlich.
Die 4,25 mal 3 Meter großen Fahnen aus imprägniertem textilem Material zeigen in der ersten Open-Air-Ausstellung beidseitig Arbeiten von sieben Thüringer Künstlern. "Damit schaffen wir eine Verbindung zur aktuellen Schau im Kunstareal auf Schloss Osterstein, denn dort sind derzeit ebenfalls Werke dieser Künstler zu sehen", macht Winfried Wunderlich neugierig, sich auf zu machen, den Hainberg zu erklimmen und die Werke regionaler Künstler unter dem Titel "Kunstpfade" zu betrachten.
Mit dieser neuen künstlerischen Belebung bekomme nicht nur die Kulturachse der Stadt Gera einen weiteren sinnvollen Punkt, sondern auch die Möglichkeit "Kunst im Vorbeifahren" zu erleben, denn laut Saller Bau fahren hier täglich bis zu 30.000 Pkw vorbei. Ein erstaunlicher Wert, den wohl kein Geraer Museum so schnell toppen kann. Und auch wenn einst von einer vorübergehenden Lösung die Rede war, so verweist Marthe darauf, "dass man sich hieran zumindest für die nächsten zehn Jahre gewöhnen sollte". Und warum auch wieder ändern, wenn hier Kunst so stark frequentiert werden kann.
Das Projekt "Energie für Kunst", das formale und inhaltliche städtebauliche Absichten auf beeindruckende Weise verknüpfe, sei nicht nur ein weiteres Angebot von Kunst im öffentlichen Raum, betonte Oberbürgermeister Dr. Vornehm. Das Kunstprojekt habe noch einen weiteren Effekt, liefern doch die rund 110 Quadratmeter großen Solaranlagen Energie. Auf diese Weise werde das temporäre Kunstwerk teilweise finanziert. Die Anlage hat nach Angaben des Bauherrn eine Leistung von 14,60 Kilowattpeak. Damit können künftig jährlich durchschnittlich rund 13.200 Kilowattstunden in das öffentliche Netz eingespeist und rund 5.100 Euro erzielt werden. Dieses Geld fließt in das Projekt selbst und kommt der Kunstzone Gera e.V. zugute.

( Fanny Zölsmann, 15.07.2010 )

zurück