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Im Labyrinth auf Kunst einlassen

Mit einer Performance könnte die 5. Höhler-Biennale im nächsten Jahr eröffnet werden. Die künstlerische Darstellung gehört zu den 50 Kunstwerken, die für die einzigartige Ausstellung in Geras mittelalterlichen Bierkellern von einer Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Kai-Uwe Schierz, Leiter der Kunsthalle Erfurt, ausgewählt worden sind. "236 Bewerbungen lagen vor, aber wir haben es uns nicht leicht gemacht und eineinhalb Tage beraten", bekannte die Geraer Projektleiterin Dr. Gitta Heil. Von den 50 Ideenskizzen und fünf Reservearbeiten stammen zwölf von Thüringer und elf von Künstlern aus Österreich, Spanien, den USA, Südkorea, den Niederlanden, und Liechtenstein.
Das große Thema lautete UNTERWelt. Dazu gab es die unterschiedlichsten Auffassungen und Deutungen der Künstler, doch alle spiegelten das aktuelle Zeitgeschehen in Deutschland, Europa und weltweit wider, erkannten die Jurymitglieder. Natürlich habe man mit dem Thema auch an den 120. Geburtstag von Otto Dix im nächsten Jahr gedacht. Eine Vielzahl der Künstler habe sich bei ihren Einreichungen auf die speziellen Raumbedingungen in den unterirdischen Kellern bezogen. Das sei für die Jury ein wichtiger Ansatzpunkt gewesen, bemerkte Prof. Schierz. "Die Arbeiten mussten den besonderen klimatischen Bedingungen standhalten". Filigrane Papierinstallationen zum Beispiel seien nicht höhlertauglich.
Zu sehen sein werden Licht- und Klanginstallationen, Skulpturen aus Tetrapacks, einen Sarg zum Selberbauen nach Ikea-Anleitung, Tomaten, die nie mehr das Tageslicht sehen oder Kartoffeln, deren Keime - so sie naturbelassen - verschieden Muster bilden. "Es ist ein Spiel des Sichtbaren mit dem Unsichtbaren", machte Prof. Schierz auf die Schau im nächsten Jahr neugierig.
Die Höhler-Biennale findet vom 24. Juni bis 30. Oktober 2011 statt. "Es ist die fünfte Höhler-Biennale. Wir haben 50 Arbeiten ausgewählt. Sie werden fünf Monate zu sehen sein, und der Eintrittspreis kostet fünf Euro", warb Dr. Heil für die Exposition, die im nächsten Jahr noch eine Besonderheit aufweist. Erstmals wird der Deutsche Kunstpreis für Installation, der mit 9000 Euro dotiert ist, vergeben.
In Deutschland ist diese Art, Kunst zu präsentieren, einmalig. "Hier unten kann man ihr nicht ausweichen", sagte die Projektleiterin, aber es sei auch ein Abenteuer, hinabzusteigen und sich in diesem Labyrinth von Gängen und Hohlräumen auf Kunst einzulassen.

( Helga Schubert, 01.07.2010 )

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