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Die mit dem Porzellan spricht

Jutta Albert ist eine Künstlerin, die das Porzellan sprechen lässt. "Wie kaum eine andere Persönlichkeit ihres Genres repräsentiert sie gegenwärtig die Porzellangestaltung in Deutschland", hebt Kurator Hans-Peter Jakobson in der Ausstellung "Vom Gefäß zur Skulptur" im Museum für Angewandte Kunst (MAK) hervor. Und auch in der europäischen Porzellanszene spreche sie ein gewichtiges Wort mit.
Die MAK-Ausstellung (bis 12.9.) reiht sich in das große Thema "250 Jahre Porzellanland Thüringen" ein. Während die Schauen in anderen Städten Thüringens vorwiegend historische Elemente der Porzellankunst zeigt, konzentriert sich das Geraer Museum auf das 20. Jahrhundert. "Dieser moderne Blick passt zur Sammlungskonzeption des Hauses", ist sich Hans-Peter Jakobson, der das MAK viele Jahre leitete, sicher. Außerdem sei das Museum das einzige, das sich ganz speziell dem zeitgenössischen Schaffen widme. Der Experte, der das künstlerische Werden Jutta Albert ebenfalls seit mehreren Jahren verfolgt hat, beschreibt die Künstlerin als eine absolute Perfektionistin, die eine strenge Kontrolle ausübt und ihr Werk genau plant. "Das Porzellan verlangt diese Genauigkeit", sagt sie. "Es ist ein sprödes, gefährliches und launisches Material". Doch das verleihe ihr immer wieder schöpferische Impulse.
Jutta Albert lebt und arbeitet im mecklenburgischen Lübstorf. Studiert hat sie in Burg Giebichenstein, der heutigen Hochschule für Kunst und Design und erwarb das Designerdiplom für Gefäßgestaltung. Ein Ahaerlebnis sei das Praktikum in der Porzellanmanufaktur Lichte-Wallendorf gewesen. Diese traditionsreiche Werkstatt und die Atmosphäre dort habe sie zum Porzellan geführt, bekennt die Künstlerin. 1992 nahm sie am ersten Porzellanworkshop "Kahla kreativ" teil. Noch heute bezieht die Mecklenburgerin ihr Rohmaterial aus Kahla.
Jutta Albert arbeitet vorwiegend in schwarz/weiß. Gefäße, geometrische Objekte, Kegelgruppen, baubezogene Kunst und Schmuck gehören zu ihren gestalterischen Vorhaben. Dabei untersucht, experimentiert und verändert sie jede ihrer neuen Gestaltungsideen so lange, bis sie ein Optimum an Ausdruckskraft erreicht hat. "Ich bin ein grafischer Mensch", sagt sie. Das Arbeiten in Schwarz/Weiß schaffe eine große Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten. Die Ausstellung im MAK zeigt jedoch auch eine Besonderheit: Briefe und Kuverts aus Porzellan. "Ich liebe alle meine Kinder, aber diese über alles", verrät sie. Insgesamt zeigt die Ausstellung 200 Exponate. Kleinere Stücke können erworben werden.

( Helga Schubert, 25.06.2010 )

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