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Zwei OB - zwei Städte - ein Projekt

Der 120. Geburtstag von Otto Dix am 2. Dezember 2011 bringt die Städte Gera und Chemnitz einander näher. "Zwei Oberbürgermeister, zwei Städte, ein Projekt", bekräftigte die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig in einem Pressegespräch in der sächsischen Stadt, und ihr Geraer Amtskollege Dr. Norbert Vornehm ergänzte: "Wir wollen das Jahr 2011 zu einem Otto-Dix-Jahr gestalten und damit überregional als Kunst- und Kulturstadt Aufmerksamkeit erregen." Schließlich sei dies auch ein Beitrag der Kooperation in der Metropolregion Mitteldeutschland, sind sich beide einig. "Außerdem haben wir gemeinsam die bedeutendste Dix-Sammlung in ganz Deutschland", freut sich Barbara Ludwig.
Die Zusammenarbeit von Chemnitz und Gera in Sachen Otto Dix kommt nicht von ungefähr. Mit rund 290 Werken des berühmten Künstlers kann Chemnitz punkten. Sie bilden das Herzstück des 2007 eröffneten Museums Gunzenhauser. Das Haus - übrigens ein ehemaliges Sparkassengebäude - birgt rund 2500 Meisterwerke der Klassischen Moderne des Münchner Kunsthändlers Dr. Alfred Gunzenhauser. Zu sehen sind dabei auch das erste in Öl gemalte "Selbstbildnis mit Wanderhut" von Otto Dix aus dem Jahr 1912, bedeutende Werke der 20-er Jahre sowie Landschaftsgemälde aus der Zeit der inneren Emigration während des Nationalsozialismus. Die Oberbürgermeisterin verwies darauf, dass die Stadt für das Jubiläums-Jahr die Sonderausstellung "Otto Dix in Chemnitz" vorbereitet. Dabei soll das Wirken des Malers und seine Verbindung zur Stadt in den Mittelpunkt gestellt werden. Dass Otto Dix häufig in der sächsischen Industriestadt war, haben die Experten schon lange herausgefunden. Da gab es nämlich den Margarinefabrikanten Fritz Niescher, der dem Künstler oft Aufträge erteilte und auch seine Bilder als Mäzen sammelte. Ein Auftragswerk hieß "Orpheus und die Tiere", ein Panoramagemälde, das Dix 1938 für einen Gartenpavillon auf dem privaten Grundstück des Unternehmers malte. Leider wurde das Bauwerk samt Gemälde während eines Bombenangriffs 1945 zerstört. Es existieren jedoch noch Luftaufnehmen und Skizzen des Wandgemäldes, so dass sich die Stadt das ehrgeizige Ziel gestellt hat, das Kunstwerk zu rekonstruieren. "Damit holen wir wieder ein Stück Kunst- und Stadtgeschichte nach Chemnitz", sagte die Oberbürgermeisterin.
Mit über 450 Dix-Werken - davon der größte Teil eigene, aber auch Dauerleihgaben - kann Gera aufwarten. Im Geburtshaus des Malers, das zu einem Museum ausgebaut wurde, können nur etwa 40 Gemälde dauerhaft gezeigt werden. Sonderausstellungen in der Kunstsammlung Gera oder Leihgaben, wie zum Beispiel zur Zeit nach New York, ermöglichte es auch stets nur einem geringen Teil der Werke in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Damit sei die Dix-Stiftung Vaduz, der größte Dauerleihgeber der Stadt, nicht besonders glücklich gewesen, bekannte Geras Oberbürgermeister Dr. Vornehm. Zu seinem 120. Geburtstag werde aus diesem Grund dem großen Sohn der Stadt ein Kunsthaus gewidmet. Ebenfalls in einem ehemaligen Bankhaus, das der berühmte Architekt David Chipperfield entworfen hat, sei es nach einem geringen Umbau dafür prädestiniert, Kunst zu präsentieren. "Als sei es dafür gemacht", meinte Dr. Vornehm. Die erste Ausstellung "Otto Dix - retrospektiv" beleuchtet das Lebenswerk des kritischen Realisten. Danach untersucht die Exposition "Dix trifft Picasso" erstmals die Beziehungen beider Künstler im Leben und Werk. Aber auch andere Veranstaltungen wollen das Jubiläum würdigen. Heutige Künstler können in der Höhler-Biennale mit ihren Arbeiten ihren Standpunkt zu Otto Dix verdeutlichen. Ballett- und Musikaufführungen im Theater, thematische Stadtrundgänge und Kunstprojekte im Öffentlichen Raum sind geplant. Auch die touristische Werbetrommel haben beide Städte schon gerührt. Das Jubiläumsjahr stand auf der Touristikmesse ITB im Vordergrund, ebenso auf einer Busunternehmenmesse. Hierbei sei der deutsche Markt von Interesse, was aber Dr. Vornehm nicht ausschließen ließ, auch international zu werben.

( Helga Schubert, 10.06.2010 )

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