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Untermhäuser Mohrenplatz und Schlossareal mausern sich

Jeder, der zwischen Hofwiesenpark und Schloss Osterstein unterwegs ist, kommt am Untermhäuser Mohrenplatz vorbei. Das historische Ensemble von St. Marienkirche, Otto-Dix-Haus und Schlossareal mausert sich immer mehr zum Kunst- und Kulturviertel. Lummersches Backhaus, Brückencafé, Hofgut und die Galerie M1-Kunstzone, Ost-West-Pavillon und Kunstareal sowie die Bemühungen des Buga-Fördervereins um den ehemaligen Schlossgarten - all das bekommt allmählich ein zusammenhängendes Profil.
Nun soll auch die von der Stadt Gera betriebene "Simson-Presse" auf den Mohrenplatz ziehen, und so die Kunst- und Kulturstrecke um einen wichtigen Baustein ergänzen. Die bisher in Lusan ansässige Werkstatt wurde lange vom Geraer Künstler Peter Oehler geleitet. Hier fertigte er Lithografien und Kunstdrucke für Künstlerkollegen und andere Auftraggeber. Nach längeren Überlegungen und dem Stillstand der Werkstatt in der Werner-Petzold-Straße ergab sich nun die Möglichkeit, die "Simson-Presse" in den Mohrenplatz 1 einziehen zu lassen.
Ralf Schekira, Geschäftsführer der GWB "Elstertal" mbH, sieht mit diesem Umzug einen weiteren Schritt hin zur Umsetzung der Vision einer Untermhäuser Kulturmeile. "Über wenige Jahre haben wir es gemeinsam mit Stadt, privaten Firmen und dem außerordentlichen Engagement der Künstler Sven Schmidt und Winfried Wunderlich geschafft, das Viertel Schritt für Schritt wieder zum Leben zu erwecken", sagt er. Auch Eva-Maria Fastenau habe im Hofgut mit Kabarett und Gastronomie das Areal bereichert. Mit dem Erfolg der vor zwei Jahren am Mohrenplatz eröffneten M1-Kunstzone habe man sich entschieden, weiter zu machen und einerseits die Ausstellungsfläche zu erweitern und nun die "Simson-Presse" im 1. OG des historischen Gebäudes zu etablieren. Man habe im Vorfeld die Statik prüfen lassen und die Elektroanlage erweitert. Nach dem Einbau zweier Stahlträger stehe dem Einzug der schweren Druckerpressen nun nichts mehr im Wege. Noch in diesem Jahr wolle man zusätzlich die Wasser-/Abwasseranschlüsse modernisieren.
Auf die Frage, was die Stadt mit den rückseitig des Mohrenplatzes gelegenen ehemaligen Beamtenhäusern vorhabe, sagt Schekira: "Derzeit gibt es dazu kein Gesamtkonzept. Die finanzielle Lage der Stadt erlaubt in nächter Zeit eine teure, denkmalschutzgetreue Sanierung nicht. Aber natürlich kann ich mir vorstellen, dort Kunst und Wohnen zusammenzuführen." Das biete dem Stadtteil die Chance einer echten Entwicklung.
Die GWB "Elstertal" fungiert seit 2001 als Verwalter des Gebäudekomplexes unterhalb des Schlosses. Sache der Stadt ist es jedoch, die weitere Entwicklung der Objekte zu planen, schließlich ist sie Eigentümer. Nachdem die Rückübertragungsansprüche der Prinzessin Reuß gerichtlich abgelehnt worden sind, könne man nun mit dem Hintergrund dieser Rechtssicherheit die Zukunft des attraktiven Wohnviertels planen. "Man muss nun überlegen, ob sich die Vision wirklich umsetzen lässt. Im Moment müssen wir uns jedoch auf Sicherungs- und Unterhaltsleistungen beschränken, damit sich die Situation der weitgehend leerstehenden Gebäude nicht noch verschlechtert", so Schekira.
Mit der Entwicklung des Hofgutes sei eine gewisse Investitionssicherheit für eine perspektivische Weiterentwicklung gegeben. Derzeit laufen die Planungen für den Einbau einer festen Toilettenanlage. Auch zu möglichen Investitionen, die eine ganzjährige Nutzung des Objektes sicherstellen könnten, führe man gerade in Gespräche.

( Christine Schimmel, 03.06.2010 )

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