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Kuriositäten im Zimtgeruch und Tannengrün

Im Museum für Naturkunde weihnachtet es sehr. Vom Kinderkabinett bis zum Barocksaal steht das Museum auf dem Nicolaiberg im Zeichen des Weihnachtsfestes, will durch vielerlei Möglichkeiten zu stimmungsvollen und besinnlichen Stunden einladen, sozusagen als Ruhepol zwischen Hektik und Einkaufsstress, warb die Direktorin Christel Russe für ihr Haus. Die Kinder erwartet ein überdimensionaler Adventskalender in Form eines geheimnisvollen Schrankes. Hier können Kindergartengruppen täglich ein Türchen öffnen und mit der Überraschung unter der funkelnden und glitzernden Riesenblaufichte im Barocksaal einem Weihnachtsmärchen lauschen. Doch auch an den Wochenenden sollen die Türchen nicht ungeöffnet bleiben. Jeweils das erste Kind, das an den Adventssonnabenden und -sonntagen das Museum betritt, darf die Adventskalender-Schranktür öffnen und sich die Überraschung holen, verriet Christel Russe.
Im Kinderkabinett "Schwalbennest" wird "Weihnachten mit den Tieren des Waldes" gefeiert. Wer etwas über Gewürze erfahren möchte, braucht nur dem Duft nachzugehen. Zimt, Anis, Koriander oder Vanille und viele andere Gewürze werden vorgestellt. In der Museumsklause werden nämlich, verbunden mit einer kleinen Gewürzkunde, Plätzchen gebacken. Außerdem können die kleinen Besucher in einer Weihnachtswerkstatt kleine Geschenke basteln. Ums Basteln geht es auch im Turmhaus des Botanischen Gartens. Hier ist weihnachtliches Gestalten mit Naturmaterial angesagt. Auf etwas Besonderes will die Museumsdirektorin hinweisen, und zwar auf die Sonderausstellung mit dem Titel "Die Natur der Phantasie". In einem Kuriositätenkabinett wird der Besucher mit phantastischen und unheimlichen, mit makabren und mystischen, fabelhaften und zeitkritischen, witzigen und melancholischen Kunstwerken konfrontiert. Sie stammen aus der Kunstkammer des Schweizer Künstlers Martin Schwarz, der 1946 in Winterthur geboren wurde. Seit 1968 arbeitet er als Maler, Konzept- und Objektkünstler und Fotograf.
In der Barockzeit war in den Schlössern Europas die Errichtung von sogenannten Kunst- und Wunderkammern sehr beliebt. Sie zeigten neben Gemälden auch ungewöhnliche Instrumentensammlungen, Wundersames aus fremden Ländern oder seltsame Tiere und andere Kuriosa aus der Natur. Ähnlich diesen Vorläufern hat Martin Schwarz im Schloss Bartenstein (Baden-Württemberg) eine Kunstkammer zusammengestellt, die die Besucher zum Staunen und Wundern bringt.
In Gera sind Objekte zu sehen, die er zum größten Teil selbst gestaltet hat. Er gefällt durch seine ungeheure Ideenvielfalt, die besonders in seiner Objektkunst ihren Ausdruck findet. Bemerkenswert sind seine exotischen Buchobjekte, sogenannte Buchmetamorphosen. Er verwandelt dabei antiquarische Bücher mit handwerklicher Perfektion und Phantasie in plastische Skulpturen. Aus den aufgeklappten Buchseiten lässt er Kristalle, Muscheln, Pilze, Geweihe, Mineralien und Gebisse hervorquellen. Neben dem Naturalienkabinett des Museums für Naturkunde mit dem Interieur eines Gelehrtenzimmers um 1800, das zu den Raritäten des Hauses gehört, bildet die jetzige Sonderausstellung eine gute Ergänzung.

( NG/hs, 04.12.1999 )

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