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Überraschungen im historischen Bauwerk

Die Sanierung der Markt-Häuser 5 bis 9 stellen sich schwieriger dar als gedacht, schätzte der Geschäftsführer der Geraer Wohnungsgesellschaft, Horst Richter, bei einem Besichtigungsrundgang mit Oberbürgermeister Ralf Rauch ein. Bei den in Angriff genommenen Häusern 8 und 9 rücken Baufehler der vergangenen Jahrhunderte ans Tageslicht, mit denen man so nicht gerechnet habe. Besonders in der Stadtapotheke, eines der ältesten Häuser Geras, stoßen die Bauleute stets auf neue Überraschungen. Restaurator Jens Linke und Architekt Winfried Winter können ein Lied davon singen. "Allein die Pfeiler im Kreuzgewölbe der Apotheke bewiesen nicht die Standfestigkeit, die wir erwartet hatten", erzählte der Restaurator, "so dass sie zum Teil erneuert werden mussten".
Seit 1847 befand sich in dem Haus an der Ecke des Marktes eine Apotheke. Das Bauwerk selbst, das aus dem 16. Jahrhundert stammt, war unten offen und der Kreuzgang zog sich bis in die Nr. 10. "Vielleicht befanden sich hier Marktstände", überlegt er. Später wurden die Säulengänge zugemauert. Die Fachleute haben 40 Farbschichten entdeckt. Sie wolle man jedoch nicht entfernen und sich bei der Farbgebung an die barocke Einheitlichkeit anlehnen. Große Schwierigkeiten ergab die Sicherung des Erkers, an dem zur Zeit noch in einer Steinmetzfirma gearbeitet wird. "Er war überhaupt nicht mit dem Gebäude verankert und im Jahr 1603 an das bereits bestehende Bauwerk nur angepappt", stellte Jens Linke fest. Im 19. Jahrhundert hatte der Erker eine Stahlbetondecke erhalten. Wenn er im Spätsommer dieses Jahr aufwendig saniert wieder an seinen ursprünglichen Platz zurückkehrt, wird er natürlich im bautechnischen einwandfreien Zustand am Haus angebracht. Im Innenraum des Erkerzimmer entdeckten die Experten Säulen, die jedoch zugemauert sind und aus statischen Gründen nicht freigelegt werden können.
In der Wohnung im zweiten Stock befinden sich ebenfalls Säulen, die erhalten bleiben. "Allerdings", so meinte der Restaurator, "die ursprüngliche Farbgebung können wir heute niemanden, der hier wohnen soll, mehr anbieten, denn die Säulen waren schwarz gestrichen und der Raum im dunklen Grundton gehalten". Ansonsten werde streng auf Details geachtet und Ursprüngliches nachempfunden, unterstrich er. Gewo-Geschäftsführer Horst Richter weiß, dass die Sanierung der historischen Bausubstanz nicht mit Rentabilität zu messen sei. Von den ursprünglich geplanten 5 Millionen Mark komme man nun auf sechs Millionen Mark Baukosten. Trotz Zeitverzuges sollen die geplanten Übergabetermine eingehalten werden. Ende 2000 soll der gesamte Komplex von der Stadtapotheke bis vor zum "Süßen Winkel" fertiggestellt sein. 26 Wohnungen und neun Gewerbeeinheiten stehen dann zur Verfügung. Noch im Juni zieht das Standesamt vorübergehend in die Hirsch-Villa. Für das Erker-Zimmer kann sich Horst Richter ein Café im schönen historischen Ambiente vorstellen. Auch der Oberbürgermeister würde so eine Einrichtung in seiner "guten Stube" begrüßen. Allerdings hat sich noch kein Betreiber gefunden.

( NG/hs, 27.11.1999 )

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